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LP-Review:
Walter RossiDiamonds for the Kid |
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Ein mittelschnelles Stück, "Down By The Waterfront", eröffnet "Diamonds ...". Und - man höre und staune - es gibt kein Gitarrensolo, sondern ein Saxofon, das diesen Teil übernimmt. Es darf auch den Gesang, wie üblich die Background-Vocals, untermalen und es kommt richtig gut. Mit den fast ein Dutzend verwendeten Harmonien, hätten andere vier Songs produziert. Ein kleines bisschen schneller startet "High Stakes/For Your Love". Gitarre und Orgel steigern im Refrain und in der zweiten Strophe hören wir die ersten Soli. Ein recht dezentes Solo und die dritte Strophe vollenden den Song, der swingend zum Mitschnippen einlädt. Der Rhythmus steigert sich mit "Sniffin The Breeze Feelin' the Freeze" und auch die Gitarre wird härter. Typisch sind diese kurzen, äusserst gepflegten Gitarrenphrasen, das Salz in der Suppe. Eine Mundharmonika mischt ab der zweiten Strophe mit, die dann mit Breaks ins Hauptsolo übergeht, das mit ziemlich vielen Kieksern aufwartet. (Für Nicht-Gitarristen: Nach dem Anschlagen der Seite mit dem Plektron wird sofort mit dem Daumen die Seite gedämpft und die Obertöne sind zu hören. Richtig eingesetzt, gibt dies einen Höhepunkt.) Akustik, Piano und Keyboard-Strings leiten "Willie Johnson" ein, bevor dann die Akustik den Takt angibt. Es entwickelt sich ein mittelschnelles, balladenhaftes Lied, mit vielen Synkopen. Die Soli sind fester Bestandteil der Melodie und auch die Keyboards sind ständig präsent. Wie der Anfang, so auch das Ende: Praktisch eine modulierte Wiederholung des Intros. "So Susceptible" eröffnet die zweite LP-Seite. Es starten die Keyboards, dann setzt die Akustik ein, mit der Stimme zusammen folgt das Piano; jeder Ton ist zu hören und jedes Instrument hat kurze Solo-Phrasen, auch ein Fender Rhodes. Und natürlich, wie könnte ich es vergessen, die singenden Mädels. "So Susceptible" ordne ich in die Rubrik "Balladen" ein. Die Pseudo-Funknummer darf nicht fehlen. Hier heisst sie "13 Steps To Heaven". Das Ende der Strophe bietet auch etwas milden Jazz, bevor Walter und Damen den dann wieder konventionellen Refrain schmettern. Walter ist ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Lied gelungen. Mit "Dear Mum" wird es wieder rockiger, teilweise funkrockiger. Im Unterschied zu vielen anderen Songs hat die Strophe nur eine Tonart, der Refrain bringt dann die berühmte H - C - D - E - Folge (vorausgesetzt die Grundtonart ist E - wer Gitarre spielt, weiß, was ich meine). Aber es wäre nicht Walter Rossi, wenn in der Folge nicht symphonisch anmutende Brocken kämen. Die wunderschöne Ballade "Silent I Wait" beschließt das Album. Die Orgel spielt das Einführung,
fast wie in der Kirche, ein Akkord "Glockenspiel" gibt der Stimme den Einsatz, die vom Rhodes begleitet wird. Von Zeile
zu Zeile steigert sich Musik und Gesang, anfangs nur gehaucht, dann lauter. Die Gitarre dominiert das Zwischenspiel,
das sich zum Boogie steigert, sehr vertrackt, Breaks über Breaks. Und Walter Rossi spielt ein Supersolo.
Werner Saumweber , (Impressum, Artikelliste), 12.02.2001
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