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Rocks The Universe

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Rocks The Universe
Rocks The Universe, Wallbreaker Live Recording, 2003
Tim Bogert Vocals, Bass
Carmine Appice Vocals, Drums
Bill Pascali Vocals, Organ
Teddy Rondinelli Vocals, Guitar
Produziert von: Wallbreaker Länge: 75 Min 44 Sek Medium: CD
1. Good Good Lovin'6. Bass-Solo
2. Take Me For A Little While7. She's Not There
3. Ain't That Peculiar8. Da Ya Think I'm Sexy
4. People Get Ready9. You Keep Me Hangin' On
5. Shotgun/Drum-Solo10. Superstition

Der verrückte Wallbreaker hat wieder zugeschlagen!
Nach der grandiosen "The Return" vom Juli 2003 hat er am 15. Oktober 2003 eine weitere Show der rüstigsten Oldies diesseits von Inge Meysel mitgeschnitten. Diesmal im Musiktheater Rex zu Lorsch.
Wieder ist der Sound völlig unbearbeitet, wieder hört man die eine oder andere Plaudertasche irgendwo im Hintergrund (Ausdrücklich: Nicht störend!) und wieder bin ich völlig geplättet von dieser Band.
Vielleicht ist der Sound der Bluesgaragen-Aufnahme einen Tick besser, das liegt aber wohl an den örtlichen Gegebenheiten wie PA und Saalakustik. "Rocks The Universe" ist trotzdem ein kleines Meisterstück.

4 Songs überschneiden sich mit "The Return", aber auch das spielt im Kontext keine Rolle. Wer #1 hat, braucht auch #2. Warum?
VANILLA FUDGE sind mit Sicherheit die lebendigste und agilste noch/wieder aktive Sixties-Legende. Man muss sich nur die Brachialität des Openers Good Good Livin' (ich denke, die Nummer ist von 1967) anhören. Könnten diese Musiker jetzt auch noch nicht spielen, sie würden von den Metal-Medien als Zukunftshoffnung der Hart- und Blutwurstabteilung gepriesen werden. Oder Shotgun... liebe Güte, da darf man kein Bier in der Hand halten, sonst droht "schütt an".
Drum- und Bass-Solo gibt es natürlich auch, schließlich sind wir auf einer Zeitreise zurück in Gefilde, wo Musiker noch solieren konnten, ohne die Menschen in Scharen zur Toilette zu treiben. Will sagen: Carmine Appice und Tim Bogert sind Wundervögel an ihren Instrumenten. Gewaltig. Dass sie mit Bill Pascali (Hammond de Luxe) und Teddy Rondinelli an der Gitarre (Stevie Wonders Superstition ist sein Meisterstück) auch noch kongeniale Mitstreiter gefunden haben, torpediert VANILLA FUDGE explosionsartig in den Olymp, den sie in den Sechzigern nie wirklich bestiegen haben und den auch die Nachfolgeband CACTUS leider nicht erreicht hat (Beck-Bogert-Appice wurden dort nur von der Musikerpolizei eingeordnet).

Der Liebhaber gepflegter Altherrenmucke sollte tunlichst die Finger von "Rocks The Universe" lassen. Es könnte fatale Folgen haben. Diese Band ist h-e-i-ß!
Do Ya Think I'm Sexy? Nett, alberner '78er Disco-Popsong, gell? Von diesem blond-toupierten Typen mit den vielen Mädels, gell? Der, der ganz früher mal ein Rocker war, bei den FACES. Fast. Diesen Meilenstein Disco-kompatibler Rockmusik (noch vor I Was Made For Loving You - was ja auch nicht von KISS sondern von Desmond Child war) hat Rod "the Moppelhopp" Stewart zusammen mit Carmine Appice geschrieben, der auf "Blondes Have More Fun" auch für den monströsen Schlagzeugsound gesorgt hat. Und was man aus diesem Song in der Rockversion machen kann, zeigen V.F. nach kurzem Bach-Intro (nicht wundern, der Rezensent kennt auch Johann Sebastian) in wahrhaft genial-epischer Weise. 10 Minuten Erdbeben mit Funk-Explosion.

Man muss sich das mal vorstellen: Die jüngste Nummer eines Albums ist 26 Jahre alt und die CD klingt trotzdem wie die einer wilden, hungrigen Newcomerband. Da' Fudge rules!
People Get Ready und freut Euch auf die kommende Tour im März 2004 und ich kann nur empfehlen, dass Ihr dem Eckhard Gallus, besser bekannt als Wallbreaker, das Teil aus der Hand reißt. Der Vorgänger "The Return" ist beinahe ausverkauft!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.02.2004

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