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| Out Through The In Door, Escapi Music, 2007 |
| Carmine Appice |
Drums, Lead & Backing Vocals, Percussion |
| Tim Bogert |
Bass, Backing Vocals |
| Mark Stein |
Lead & Backing Vocals, Keyboards |
| Vince Martell |
Guitars, Lead & Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Teddy (Zig Zag) Andreadis |
Bass Voice (Dancing Days) |
| Tom Vitorino |
Backing Vocals |
| Produziert von: Carmine Appice |
Länge: 62 Min 10 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Immigrant Song | 7. Babe, I'm Gonna Leave You |
| 2. Ramble On | 8. Dancing Days |
| 3. Trampled Under Foot | 9. Moby Dick |
| 4. Dazed And Confused | 10. All Of My Love |
| 5. Black Mountain Side | 11. Rock And Roll |
| 6. Fool In The Rain | 12. Your Time Is Gonna Come |
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Von dieser CD hatte man sich viel erwartet. Und das schon lange, die Veröffentlichung hat sich immer wieder verzögert. Nun ist sie da - und sie ist eine Enttäuschung. Warum? Ganz simpel: Weil das Konzept einfach nicht aufgehen kann. Keine Band, auch nicht VANILLA FUDGE, kann LED ZEPPELIN auf Konserve unfallfrei covern. Und so schon gar nicht. Schade, schade, schade.
VANILLA FUDGE, inzwischen bekanntlich wieder in Originalbesetzung, meinten sicher nicht, sie könnten ihre Nummer von 1967 wiederholen und mit einem Coversong (damals war es You Keep Me Hangin' On) mächtig in die Charts einsteigen und wieder reich und berühmt werden und nochmals als Headliner durch die großen Hallen der U.S.A. touren. So wie damals 1968, als die Vorband eben jene LED ZEPPELIN waren. Nein, so daneben sind die Herren nicht. Ihre Ziele sind mutmaßlich sogar hehr und rein, man ist schließlich Rockmusiker mit Leib und Seele und verbliebenem Realitätssinn.
Im reichlich geschichtsverklärenden Booklet wird ein wenig über damals herumfabuliert, die Freundschaft zwischen den Musikern der ach so befreundeten Bands beschworen, die Gründe für dieses Album dargelegt ("the original idea came from our manager Tom Vitorino", sagt Carmine Appice, und das klingt irgendwie entlarvend), die Magie der alten Songs und die wunderbare Chemie bei V.F. heute bejubelt. Toll, aber warum klingt "Out Through The In Door" dann so einfallsreich und spannend wie sein Name? Kann es sein, dass den alten Herren inzwischen tatsächlich die Kreativität abhanden gekommen ist? Live wird das von der sympathischen Energie Tim Bogerts und Carmine Appices überdeckt, auf dieser CD ist nur solides Handwerk ohne echtes Charisma zu bestaunen. Wenn man in diesem Alter und mit einer solchen Reputation schon unbedingt LED ZEPPELIN covern will, dann doch bitte mit Charme, Humor, Gefühl und Mut zur eigenen Identität. Das alles wurde aber offenbar an der Studiogarderobe abgegeben, da helfen auch ein paar neue Arrangementansätze nichts. Schade, schade, schade.
An der Songauswahl kann man nicht meckern. Auf Whole Lotta Love z.B. wurde dankenswerterweise verzichtet, dafür aber beispielsweise das tricky Fool In The Rain vom damals ungeliebten Album "In Through The Out Door" auserwählt. Übrigens einer der ganz wenigen Songs auf diesem Album, der den Hörer zum swingen bringt. Bogert und Appice lassen es richtig sausen. Ähnlich eigeninspiriert kommt nur noch All Of My Love vom selben Album.
Der akustisch erkennbarste Schwachpunkt dieses Albums ist Mark Stein mit seinem Gesang. Bitte, einen Plant-Ersatz gibt es natürlich nicht, das kann niemand erwarten, aber Stein bietet leider nur ganz durchschnittliches Rock-Gesinge. Keine Spur Magie, Emotionen im Dosierspender, ein paar plumpe Mischpulttricks, offenbar um überhaupt einen Effekt zu erzielen. Der kurzerhand entsorgte Vorgänger Bill Pascali kann einem leid tun. Deutlich besser schneidet Stein an seinen Orgeln ab. Nur leider darf er viel zu wenige Akzente setzen. Menschenskinder, da hätte man doch wirklich spannende Ideen verwirklichen können.
John Bonham hat laut Booklet Carmine Appice als Vorbild auserkoren. Warum Bonham unsterblich geworden ist, Appice aber für immer "nur" ein gewaltiger Powerdrummer sein wird, kann man wunderbar auf dieser Moby Dick-Version nachhören. Es ist nicht die Technik, da ist Appice heutzutage womöglich sogar besser als The Great Bonzo, es ist dieses Gespür, die Nase für genau den richtigen Trick im richtigen Moment. Den Bonham-Donnersound kann selbst die beste Studiotechnik nicht reproduzieren und niemand, auch Appice nicht, kann den unglaublichen Groove und Druck von Moby Dick oder Rock And Roll nachspielen.
Und schon sind wir bei Vince Martell, der bekanntlich ein toller Gitarrist ist. Wie er aber im Solo von eben Rock And Roll abkackt, tut richtig weh. Und "abkacken" ist wörtlich gemeint. Als ob er sich die Hose vollgemacht hätte angesichts dieses banal-genialen Rock'n'Roll-Solos. Hey, wo ist denn der Wille zum allerhöchsten Ton, zum finalen Rettungsschuss, den Page vor Urzeiten aus seiner Gitarre gepfeffert hat. Da kommt nichts, schon gar kein Lustschrei eines Hörers, und in Gedanken stellt man sich einen resigniert kopfschüttelnd abdrehenden Mann vor, der seine Gitarre in die Ecke stellt, danach leise weinend einen Tee trinkt und Your Time Is Gonna Come vor sich hinsäuselt. Sorry, aber auch in diesem Fall tut mir der in die Wüste geschickte Teddy Rondinelli leid.
Und Tim Bogert? Brummelt vor sich hin und setzt auch wenige bis gar keine Ausrufezeichen. Schade, schade, schade.
Ein paar erfreuliche Momente hat "Out Through The In Door" dennoch. Steins Rhodes (wenn es eine solche ist, klingt jedenfalls so) und Appices Vocals geben bei Trampled Under Foot Gas und lassen Spaß aufkommen. Die beiden besagten Nummern von "In Through The Out Door" sind gut. Sämtliche anderen Klassiker werden selbstverständlich nicht hingerichtet.
Ius positivum - Positives Recht - gilt für dieses Machwerk. Es ist nicht verboten, LED ZEPPELIN zu kopieren, auch wenn es schändlich ist und zum Scheitern verurteilt. Jeder sucht sich sein eigenes Grab, VANILLA FUDGE haben es womöglich gefunden. Schade um die Zeit und Mühe.
P.S.: Einmal mehr störend sind diverse Druck- und Flüchtigkeitsfehler im Booklet. Von den schier unleserlich winzig gedruckten Anmerkungen zu den Songs ganz abgesehen. Man muss sich nicht wundern, dass der Konsument Musik nicht mehr als Kulturgut ansieht, wenn sich die zuständigen Firmen so wenig Mühe bei der Präsentation geben. Auch das ist schade.
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