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Mastercutor Alive
Mastercutor Alive, ZYX Music, 2008
Udo Dirkschneider Vocals
Stefan Kaufmann Guitars
Igor Gianola Guitars
Fitty Wienhold Bass
Francesco Jovino Drums
Länge: 140 Min 59 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Mastercutor8. Midnight Highway
2. 24/79. The Wrong Side Of Midnight
3. They Want War10. Breaker
4. The Bullet And The Bomb11. Guitar Solo
5. Midnight Mover12. Princess Of The Dawn
6. Vendetta13. One Lone Voice
7. Mission No. X14. Winterdreams
CD 2:
1. Living For Tonite7. Holy
2. Thunderball8. Balls To The Wall
3. Drum Solo9. Fast As The Shark
4. Man And Machine10. Burning
5. Animal House11. Outro
6. Metal Heart12. I'm A Rebel

Es scheint so, als wenn Udo Dirkschneider noch einmal zum großen Rundumschlag ausholt. Das könnte mit diesem Paket absolut klappen. Das treue Publikum sitzt in der Heimat, hier vorzugsweise in Tuttlingen im Schwabenländle, und genau hier gab es die Vollbedienung, wie sie nun sowohl als DVD als auch als CD-Doppeldecker zu haben ist.
Warum spreche ich von einem so genannten positiven großen Lauschangriff auf unsere Ohren und die Boxen in unseren Wohnzimmern? Es mag daran liegen, dass Udo Dirkschneider zwar im Rahmen seiner Setlist geschmackvollen Gebrauch von Stücken aus seinem seit dem Jahr 1987 laufenden Solo-Schaffen macht, aber auf der anderen Seite erhalten wir einen ganz großen Griff in das ehemalige ACCEPT-Werk. Allen voran wird u. a. auch solchen genialen frühen Scheiben wie "Restless And Wild" und/oder auch "Breaker" gedacht. Und da sich der Sound von U.D.O. für mich überhaupt nicht von dem der Solinger Band unterscheidet, muss und darf die Frage erlaubt sein, ob die im Sommer dargebotene Kurz-Reunion von ACCEPT nicht wieder so überflüssig wie der berühmt berüchtigte oberbayerische Weiberkropf war [Ich habe nichts gegen Bayern, das ist inzwischen ein vollkommen normales Bundesland].

Der Mann ist ein Phänomen. Niemand kratzt und röhrt gleichzeitig so wie Udo. Der Ausdruck seiner Stimme vermittelt immer wieder den Eindruck, dass er nicht singen kann. Und doch sind diese Vocals so unverwechselbar wie das deutsche Reinheitsgebot. Eine Bank, und dass Gitarrist Stefan Kaufmann (Ex-ACCEPT) zudem über den Sound wachen wird, dürfte an sich auch klar sein. Heute ist sicher: Der Sänger hatte maßgeblichen Anteil am Gelingen des Unternehmens ACCEPT (dazu war er 1971 Gründungsmitglied, 1968 hieß die Formation noch X) und er verlieh den Songs stets seinen besonderen Touch in jeder Hinsicht.
Nun spielen U.D.O. hier ein ganzes Konzert und wissen erwartungsgemäß von der ersten bis zur letzten Minute nicht nur zu gefallen, sondern zu begeistern. Das rockt, das knallt und das ist Teutonen-Metal pur. Nie war er besser und nie war er härter. Killerriffs und bolzende Drums, donnernde Bässe und der Gesang von Udo. Der jüngere Fan mag sich das Einzelschaffen des Masterminds unter die Nägel reißen und zu Tracks wie Animal House, Thunderball und They Want War genüsslich headbangen. Doch mit der Veröffentlichung dieses Live-Zeugnisses werden wie geschrieben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn Midnight Highway, Breaker, ein fast 10 Minuten andauerndes Princess Of The Dawn erlegen den Metalfreak der ersten Stunde auf der Stelle.
Alles sauber und präzise runtergespielt! Fabelhaft, ohne Frage. Balls To The Wall aus dem Jahr 1983 und die Hymne Metal Heart vom gleichnamigen 85er-Werk sind inzwischen Nostalgie pur, ziehen jede vorhandene Energie aus den eigenen Beinen und lassen bei Bedarf die eigenen 4 Wände zusammenkrachen. Leise geht hier nichts, aber dafür war es auch nie gedacht. Dieses Live-Album ist Fast As A Shark, absolut Burning und lässt durchaus Zweifel an modernen und aktuellen Releases aus dem Bereich des Heavy Metal aufkommen. Udo Dirkschneider + ACCEPT = U.D.O.! Das ist das Original, welches uns zur Verfügung steht, und genau das wollten wir immer wieder hören. Sehr, sehr gut!!!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 16.10.2008

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