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| The Force, Earforce, 2005 |
| Mark Elliott |
Lead Vocals & Guitar |
| Beat Schaub |
Bass & Vocals |
| Hanns Haurein |
Drums & Vocals |
| Produziert von: The Force |
Länge: 51 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Feel Alright (On A Saturday Night) | 7. Ain't Enough Love |
| 2. Bad Luck | 8. Boogie On Down |
| 3. Stray Dogs | 9. Double Trouble |
| 4. Ain't Talking About Love | 10. Road To Nowhere |
| 5. Wild Horses | 11. Keep On Running |
| 6. When The Night Comes Down | 12. Woman On My Mind |
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Die Freude an meiner Lieblingsmusik (neben Southern Rock selbstredend) haben mir in den letzten Jahren immer wieder einige olle Säcke ziemlich verleidet. Zuletzt Pat Travers mit seinen unmotivierten Haudrauf-Bluesrock Produktionen. Null Boogie, kein Groove, no Soul, just Guitar-Overkill und tausendfach wiedergekäute Standards. Sogar viele der nachrückenden Junghelden ergehen sich in endlose Blues-Scharmützel und vergessen den Grund, aus dem ich eigentlich hier bin: Ich will Spaß!
Entsprechend vorsichtig legt man heutzutage Bluesrock-CDs auf und macht sich vorsichtshalber schon mal auf eine weitere gepflegte Stunde Langeweile gefasst. Vor allem, wenn die Protagonisten schon ein paar (mehr) Jährchen in der einschlägigen Tretmühle hinter sich haben.
THE FORCE kommen aus der Schweiz und bestehen aus einem Engländer, einem Osnabrücker - dessen Nachname mich nicht zu Wortspielen verleiten wird! - und dem obligaten Quoten-Schweizer. Alle drei haben eine lange Vita, manche Namen darin tauchen immer wieder auf (z.B. KROKUS und die auch bei uns bekannte NDW-Band VERA KAA), andere klingen in den Ohren des Spezialisten mächtig beeindruckend (COMPANY OF WOLVES und natürlich Rory Gallagher, genau wie Bob Tench von HUMBLE PIE), aber all das verrät ja nichts über das Potential einer Band.
Also, ich sag's gleich, seit "Have Mercy!" von BOOGIE STUFF ging mir keine Blues'n'Boogie CD mehr so rein wie dieses Debut von THE FORCE. Liebe Gleichdenkende, ist es nicht der Hammer, wenn man nach 30 Sekunden des ersten Songs die Luftgitarre aufbläst?
Diese erste Nummer heißt Feel Alright (On A Saturday Night) und ist textlich gesehen natürlich ein Kalauer. Erstens: Warum nur Samstagabends? Zweitens: Den Song hat in leicht anderer Form und zur Befriedigung allerniedrigster Bedürfnisse der Münchner Mega-Gitarrist Charly Braun schon vor 25 Jahren gespielt. Will sagen: Mit so einem Brecher wird man auch in 100 Jahren noch das Volk auf die Beine bringen. Man muss dieses Volk nur zum Propheten tragen, denn das hier ist hard rockin' Boogie aus dem Rock'n'Roll-Handelsvertreter-Musterkoffer. Gitarrist Mark Elliott (hab ich den nicht irgendwann mal im Vorprogramm einer geilen Band, möglicherweise Gallagher, gesehen?) packt alles aus, was ein Gitarrist dieser Provenienz auspacken kann - und zwar ohne entnervendes Vaughan-Fendergetöse.
Aber das ist nur der Anfang. In der Folge ergehen sich die drei Basisrocker in heftigstem Blueslärm, Kollege Ipach sagt etwas von "vorhersehbar", was zweifelsohne stimmt, aber aufgrund seiner Frische und Intensität in dieser Form ein Highlight darstellt. Da treten Ähnlichkeiten zu genanntem Pat Travers auf, Rick Derringer und Johnny Winter dürfen nicht unerwähnt bleiben, allerdings auch so manche Kapelle mit Hardrock-Wurzeln erscheint auf dem Schirm. Der Unterschied ist einfach, dass THE FORCE diesen an sich altbackenen Stoff fröhlich, unbekümmert und wie soeben erfunden an den Mann bringen. Keine Materialschlachten, nur ein fettes Trio im Spielwahn.
Elliott hat die Befähigung, ganz alleine wie zwei Gitarristen zu klingen. Dabei kommen in Verbindung mit seiner Stimme zwangsläufig Gedanken an THIN LIZZY auf. Siehe z.B. Ain't Talking About Love, ein gewaltiges Riffmonster. Dazwischen immer wieder ein Boogie wie When The Night Comes Down, gnadenloses Solo übrigens, ein paar Southern-Exzesse (für die Unwissenden: das ist immer dann, wenn eine Band im Gleichschritt nach vorne marschiert und etwaiges Unkraut niederstampft), dann doch zwei SRV-Klone mit Boogie On Down und Double Trouble, und wieder Blues'n'Boogie.
"The Force" ist ein Klopfer erster Güte. Rock & Roll, gespickt mit allen Klischees der letzten Jahrzehnte, einer sensationell simplen Message, das aber aktuellst und sympathisch rübergebracht und deswegen so geil. Außerdem ist die CD hervorragend produziert.
Der allergrößte Blödsinn zum Schluss: Diese CD ist, als wäre die Zeit stehen geblieben und alles noch so wie früher [so weit, so gut]. Im Cover steht "Remember the days when sex was safe and music was dangerous". Wenn Rock & Roll sicher und Sex nicht mehr gefährlich ist, können wir uns erschießen. Oder steht hier wer auf Marc Terenzi und Sarah Connor?
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