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Return To Zero

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Return To Zero
Return To Zero, InsideOut Music, 2010
Michael Amott Guitars, Mandolin, Guitar Effects
Apollo Papathanasio Vocals
Sharlee D'Angelo Bass
Per Wiberg Keyboards
Ludwig Witt Drums, Percussion
Produziert von: Michael Amott Länge: 56 Min 57 Sek Medium: CD
1. Return To Zero [Intro]8. Concrete Horizon
2. Lost In Yesterday9. A New Dawn Rising
3. Star Born10. Believe In Me
4. The Chaos Of Rebirth11. Dead Weight
5. We Are Free12. The Road Less Travelled
6. Spirit Of The WindBonus Track:
7. Coming Home13. Time To Live

16 Jahre Nebenprojekt sein ist auch eine Leistung. Aktuell liest sich die Bandbesetzung der SPIRITUAL BEGGARS wie folgt: ARCH ENEMY, CARCASS, OPETH, WITCHERY, FIREWIND, FIREBIRD.
Mal ehrlich, ist es nicht bizarr, wenn fünf Bandmitglieder neben dem aktuell zu bewerbenden Produkt noch in sechs anderen Kapellen tätig sind? Man stelle sich mal vor, die einstmals jungen Musiker von DEEP PURPLE hätten 1973 noch für beispielsweise GRAND FUNK, URIAH HEEP, MONTROSE, BLACK SABBATH, STATUS QUO und YES gespielt. Unmöglich? Sicher, aber heutzutage geht das offensichtlich problemlos. Erstens ist die Wichtigkeit der heutigen Bands nicht vergleichbar mit der der Superhelden aus der Steinzeit, zweitens macht die moderne Technik so gut wie alles möglich, drittens scheren sich Typen wie der Schwede Michael Amott nicht die Bohne um Stil-Klassifizierungen. Death, Thrash, Stoner, Classic, wen juckt das noch in der globalisierten Welt.
Man muss diese 'open minded' Typen bewundern, vor 35 Jahren wäre so viel Offenheit Grund für eine gepflegte Steinigung gewesen. Vermutlich lebt wegen dieser Liberalisierung der Sitten Ritchie Blackmore trotz seines unerträglichen Mittelalter-Schlagers noch.

"Return To Zero" ist das insgesamt siebte Album der multinationalen Schweden und das erste mit dem Sänger Apollo Papathanasio, welchen wir vor zweieinhalb Jahren mitsamt seiner griechischen Stammband FIREWIND gelobt hatten. Apollo singt deutlich anders als sein Vorgänger JB, er singt auch anders als bei den Power-Metallern FIREWIND, und bringt einen wesentlich größeren Anteil "Mainstream" in die Musik der BEGGARS, aber dieser Begriff ist heutzutage natürlich relativ. Papathanasio kann halt einfach nur besser den Coverdale als Janne "JB" Christofferson, und das ist grundsätzlich nicht negativ. Vor allem, wenn dabei so druckvolle Groove-Maschinen wie Believe In Me herauskommen. Hammond, Piano und eine sägende Leadgitarre machen eine zeitlich nicht zuordenbare Hard-Rock-Perle aus der Nummer. Nicht modern natürlich, aber zeitlos. Das gilt für die meisten anderen Songs des Albums auch, speziell aber für die einzige Coverversion, Time To Live von URIAH HEEPs 1971er "Salisbury-LP. Nahe am Original und für junge Rockfans sicherlich eine spannende Entdeckung. Den alten bereitet es ein nettes Déjà-vu. Beim Kauf auf die "Limited Edition" achten, nur da ist Time To Live drauf.
Den erfrischenden Hurra-Stil dieser beiden Songs kann "Return To Zero" nicht durchgehend halten, aber auch die doomigen Titel wie beispielsweise Lost In Yesterday haben ihren Reiz. Man stelle sich BLACK SABBATH mit Orgel und Coverdale und Hughes statt Dio vor.
Star Born kann man als überkritischer Hörer vielleicht für leicht oberflächlich halten und The Chaos Of Rebirth als zu bemüht mystisch-heavy bezeichnen, aber das ist Nörgelei über hohes Niveau. Die Band geht gut ab, die erstklassigen Soli Amotts bleiben stets im Rahmen und Apollo singt wie ein ju…, nein, diese Banalität mag man nicht lesen. Außerdem lebt der Grieche in Schweden.

We Are Free ist mit einem künstlichen Live-Feeling unterlegt, was einen neugierig auf die tatsächlichen Bühnenqualitäten macht. Die DVD "Live Fire" bekam hier im Home of Rock vor gut vier Jahren Lob, allerdings gibt es momentan keine Tour durch Deutschland. Um die Band aktuell persönlich zu testen, muss man nach Griechenland oder Japan reisen.
SPIRITUAL BEGGARS ist und bleibt eine Band für den toleranten Seventies-Rocker, denn mit Michael Amotts anderen Bands ARCH ENEMY und CARCASS hat dieses Projekt rein gar nichts zu tun. Aber es kommt verdammt gut, solchen "altmodischen" Hard Rock von einem echten Quereinsteiger zu hören. Es gibt wenig zu meckern an "Return To Zero".

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 10.08.2010


 
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