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Secondhand Jive
Secondhand Jive, Square Park Entertainment, 2004
Justin Johnson Lead Vocals, Guitars
David Yoke Lead Guitars
Stacy Morris Bass
Billy Gant Drums, Harp, Vocals
Zack Litchfield Drums, Percussion
Tommy Jones Keyboards
Dave Hampton Percussion
Produziert von: Secondhand Jive & Jacob Thompsonn Länge: 50 Min 57 Sek Medium: CD
1. Mama6. Juline
2. Lemonade7. San Francisco
3. Fever8. Neptune
4. Birds, Dirt And Water9. Spacebrain
5. Everything10. Hamptonite

Daß Second Hand manches Mal die erste Wahl ist, beweist uns diese weltbekannte Band aus Alabama. Gemeint sind natürlich SECONDHAND JIVE, wer kennt sie nicht?
Nun aber ernsthaft. Die 7-köpfige Band legt mit ihrem Debütalbum gleich eine äußerst beeindruckende Scheibe vor. Ihre Musik ist ein Mix aus Rock, Country, Funk und vor allem Southern Jam.

Der Song Lemonade geht runter wie solche. Eine tolle Nummer. Hier klingt die Band wie LITTLE FEAT zu ihren besten Zeiten. Die beiden Drummer legen einen wunderbaren Rhythmus vor. Den Rest besorgen das prächtige Piano, saubere Gitarren und die perfekt gespielte Mundharmonika. Vielleicht kann man auch sagen: Huey Lewis meets LITTLE FEAT.
Letztlich adelt Justin Johnson das Ganze mit seiner ausdrucksstarken Stimme. Ein Klassesänger und Songwriter. Fast sämtliche Tracks hat er nämlich mit Drummer Billy Gant verfasst.
Jamrock Fans wiederrum dürften bei dem 7-minütigen Fever und dem darauf folgenden Birds, Dirt and Water voll des Lobes sein. Die Songs haben einen exzellenten Groove. Ihre besondere Würze aber erfahren sie durch die leichten Funkrhythmen. Die druckvolle Percussion erreicht fast schon ALLMAN BROTHERS Qualitäten. Zudem besonders erwähnenswert, der volle Hammond- und Pianosound. Die Gitarren sind für das Funk-Feeling verantwortlich.

Die Vielseitigkeit der Band unterstreicht Everything, das gekonnt den Spagat zwischen Westcoast, Soul und Reggae wagt. Eine Nummer, bei der die müden Knochen ganz schön zu zucken beginnen.
San Francisco ist dagegen perfekter New Orleans Rock a la RADIATORS. Allein der druckvolle Piano Einstieg ist sein Geld wert. Der Refrain des Songs geht mir seit Tagen nicht aus den Ohren. Die Harmonika klingt klasse. Ich schaue vorsichtshalber ob Toots Tielemann in den Credits steht. Billy Gant ist ein Meister an der Harp.

Was gibt es noch zu hören? Ach ja. Das NITTY GRITTY angehauchte Neptune mit wunderschöner Mandoline. Und dann wäre da noch Spacebrain, das mit STEELY DAN Gusto aufwartet und auch noch ein bisschen Psychedelic einbringt. Im Mittelpunkt hier das jazzig angehauchte Piano und ein perlendes Gitarrensolo von Dave Yoke.

SECONDHAND JIVE. Das ist perfekter Mix aus Jamrock, Southern Westcoast, Country und Funk.
Trotz der vielen musikalischen Zutaten verliert die Band nie das Wichtigste aus den Ohren: Sinn für feine Harmonien und starke instrumentale Leistungen.
Unbegreiflich, daß Musiker solchen Kalibers noch völlig unbekannt sind. Bis jetzt...

Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 13.03.2005

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