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Eye Witness

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Eye Witness
Eye Witness, Frontiers Records, 2003
Andre AndersenKeyboards
John WestVocals
Sten MogensenBass
Jacob KjaerGuitars
Gäste:
Alan TschicajaDrums
Soma AllpasCello
Steve DanielsDrums
Kenny Lubcke, Maria McTurk, Laura FaurschouBacking voclas
Länge: 50 Min 28 Sek Medium: CD
1. Hunted6. Wicked Lounge
2. Can't Let Go7. 5th Element
3. The Prayer8. Help Us God
4. Edge Of The World9. Game Of Fear
5. Burning The Sun10. Eye Witness

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Begegnung mit ROYAL HUNT in Form eines Tapes ihres Albums "1996" bei einem gemütlichen Grillnachmittag. Auf Anhieb war ich vom Sound der Band fasziniert. Bombastischer, ja geradezu monumentaler, keyboardlastiger Heavy Rock mit umwerfenden Melodien und dezent klassisch anmutenden Anleihen. Das hatte dieses gewisse Etwas und klang damals für mich unheimlich frisch und unverbraucht.
Um so erstaunlicher, dass - obwohl in der Folgezeit einige Alben der Band in meiner Sammlung landeten - ROYAL HUNT es nie wirklich schafften in die Phalanx meiner absoluten Favoriten durchzubrechen.

Mit "Eye Witness" hat die überwiegend dänische Band ein starkes Album vorgelegt, das mich zu meiner eigenen Verblüffung immer wieder an DEEP PURPLE denken lässt. Allerdings DEEP PURPLE, wie sie eigentlich nie klangen, aber klingen sollten, wenn sie es denn je geschafft hätten, in der Gegenwart anzukommen. ROYAL HUNT bieten traditionellen Heavy Rock, der gleichermaßen von John Wests ausdrucksstakem Gesang, Andre Andersens dominanten Keyboards und Jacob Kjaers tapfer dagegenhaltender Gitarre lebt.

Die Zielgruppe lässt sich klar definieren. Wer RAINBOW, DIO oder Axel Rudi Pell zu seinen Lieblingen auserkoren hat und eine hochklassige Alternative dazu sucht, ist bei ROYAL HUNT an der richtigen Adresse, ja vielleicht sogar noch etwas besser aufgehoben, weil ihm abwechslungsreichere Kost kredenzt wird.
"Eye Witness" bietet alles was das traditionell im Spätachtziger-Rhythmus schlagende Heavy Rock-Herz begehrt, in ein ansprechend zeitgemäßes Gewand gekleidet. Atmosphärische, epische Midtempo-Songs treffen auf furiose, melodische Nackenbrecher, energische Riff-Rocker und auch erhabene baladeske Momente kommen nicht zu kurz.
Das Las Vegas-Casino-Flair verströmende Wicked lounge hätte nun nicht unbedingt sein müssen, aber ändert an der Empfehlung, dass man "Eye Witness" zumindest einmal gehört haben sollte, nichts.

Martin Schneider, (Artikelliste), 09.01.2005


 
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