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CD-Review:
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Als der Herr dann am fünften Tage sprach "Let there be light", schaute Herrmann der Elektriker kurz auf die Uhr (viertel nach 5 und Freitags ist normalerweise um 3 Schluss), prüfte noch mal die Leitungen, schloss die Verteilerschranktür und drehte am Hauptschalter. Und siehe da: There was sound! Mit einem Riesenkrach flogen sämtliche Sicherungen aus der Wand und die Glühbirnen verzischten in einer satten Feedback-Orgie. RIFF RAFF sind eine AC/DC-Coverband aus Berlin. AC/DC-Coverbands gibt es wie Sand am Meer und ich habe mich bisher bis auf eine Ausnahme geweigert, AC/DC-Coverbands auch nur ansatzweise zur Kenntnis zu nehmen. Erstens weil ich AC/DC viel zu sehr liebe, als dass ich mir ihre Songs von irgendwelchen Möchtegerns versauen lasse und zweitens weil ich ein grundsätzliches Problem mit Coverbands habe. Die nehmen den Nicht-Coverbands nämlich Auftrittsmöglichkeiten, Publikum und Überlebensmöglichkeiten weg. So schaut's aus. Herrmann der Elektriker sagte can I sit next to you zu seinem Nachbarn nachdem er die Wartenummer beim Arbeitsamt gezogen hatte. "Klar, Jack", meinte der Nachbar. Irgendwas 5 Jahre spielen RIFF RAFF sich schon durch die Gegend und sie kopieren wirklich alles von ihren Vorbildern. Der Sänger ließ sich offensichtlich sogar gesichtstechnisch verändern und eine Kappe aufoperieren. Ich frag mich, was macht der Mann, wenn die Kappe mal alt und faltig wird? Das ist wie mit Tattoos, da machen sich die Kinder auch keine Gedanken drum, solang sie noch frisch und knackig sind. Money talks und bullshit walks, dachte sich Herrmann. Einen neuen Job als Elektriker kriegte er nie mehr, nach dem Desaster mit der Beleuchtung in der Neubausiedlung. Die Show hätte er auch gleich mit ein paar Kilo T.N.T. machen können. Lübbenau is a bad place to be, da haben nicht mal die Girls Rhythm, wenn einer pleite ist. Der Berufsberater war längst reif für einen kick in the teeth, faselte ständig vom Highway nach irgendwo und dass dort Arbeit wäre. 13 Songs haben RIFF RAFF gemacht und es sind eigenhändig geklaute selbstgeschriebene Coversongs. Und soll ich Euch was verraten? Das Ding läuft heute schon den ganzen Tag und es macht viehisch Spaß! Die Jungs sind arschcool und lassen den Boogie rocken wie die Pest. Sänger Steve kreischt, brummelt und röhrt wie besessen, Ricky an der Lead- und Zoltan an der Rhythmus-Gitarre bieten 100% high voltage und die Ballermänner an Bass und Schlagzeug lassen auch nix anbrennen. Der bandeigene Angus ist übrigens auch bei der Band KOPFSCHUSS tätig. Herrmann hatte derweil einen Job in Sin City gefunden. Nur paar Kilometer entfernt von Lübbenau. Da trieben sich zwar fast nur Rocker rum und diese bad Boys standen auf Boogie, aber Herrman hatte Fun und er wartete eh schon lange nicht mehr drauf Millionär zu werden. Irgendwann fragte ihn eine Schöne "what do you do for money honey?" und er, der love hungry man, sagte hard as a rock, dass er gern seine Liebe in sie stecken würde. Schluss mit beating around the bush. Sie heirateten in Schwarz, die Kumpels waren alle da zum salutieren, Herrmann ist jetzt Rock'n'Roll Singer und sie leben glücklich und zufrieden bis an ihr Ende. Let there be rock!
So, und wer uns jetzt die exakte Anzahl und die korrekte Schreibweise der in dieser Besprechung zitierten AC/DC-Songs mitteilt, bekommt ein Exemplar von "Eat The Beat" direkt von der Band!
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 08.05.2004
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