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Frozen In The Moment

Live In Atlanta
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Frozen In The Moment - Live In Atlanta
Frozen In The Moment - Live In Atlanta, InsideOut Music/SPV, 2009
Ray Alder Vocals
Nicolas van Dyk Guitars, Keyboards
Bernie Versailles Guitars
Sean Andrews Bass
Greg Hosharian Keyboards
Chris Quirarte Drums
Länge: 65 Min 25 Sek (CD) & ca. 85 Min (DVD) Medium: CD & DVD
1. Threads7. Fall On You
2. Bleed Me Dry8. Sapphire
3. Nocturnal9. The Death Of Faith And Reason
4. MemoryBonus Material (DVD):
5. The Suffocating SilenceBehind The Scenes, Tour-Video,
6. ReleasePhoto Tour Diary

Wenn der FC Bayern München gegen Bremen nur ein Unentschieden holt, hat das früher kein Schwein großartig interessiert. Konnte halt mal passieren, schlussendlich ist wichtig, wer am Ende oben steht, so die Aussagen der Führungsetage. Wenn der FC Bayern aber auf dem besten Wege ist, die UEFA-Cup-Plätze zu riskieren, dann kommt das schon einer großen Eruption gleich. Das bewegt die Fußballwelt, das sorgt für Gesprächsstoff zumindest in Europa.
Gleiches wollten REDEMPTION mit ihrer Live-CD/DVD-Packung auch erzielen, nämlich für Gesprächsstoff sorgen und ihre Live-Eruption auf Plastik bannen. Deshalb hat man sich kurzerhand dazu entschlossen, das bereits 2007 eingespielte Konzert nun auch endlich zu veröffentlichen.

Ich bin ein Freund der progmetallischen Töne und höre sehr gerne DREAM THEATER, SYMPHONY X, EVERGREY und andere Kollegen des Genres. Über diese Bands bin ich dann auch irgendwann an die 2005er Veröffentlichung "The Origins Of Ruin" dieser All-Star-Truppe geraten. Das hatte mich damals echt weggeblasen: diese Mischung aus ProgMetal, PowerMetal und hymnischen Melodien. Für mich schien der Thron meiner absoluten Heroen DREAM THEATER bedenklich zu wackeln, denn was diese Herren mit der Veröffentlichung aufs Notenblatt zauberten war schwer beeindruckend.
Weiterhin bin ich begeisterter Livemusikhörer und in meinem CD-Archiv gibt es einiges an Live-Veröffentlichungen. Da kamen mit diesem Package also gleich zwei Fliegen auf mich zugeflogen, die ich mit einer Klappe schlagen konnte.

Leider ist nicht immer alles Gold, was glänzt, und auch ein Ribery verstolpert mal einen Ball oder ein Luca Toni haut freistehend über die Latte. Ich wage es, einen weiteren Vergleich heranzuziehen. Wenn die Studioproduktion einer CD mit dem DFB-Pokal vergleichbar wäre und die Veröffentlichung einer Live-CD mit der Bundesliga, es würde bestens ins Bild passen. Denn während der FCB sich im DFB-Pokal scheinbar mühelos die Tore aus dem Fußgelenk schießt, hapert's in der Bundesliga merklich an überzeugenden Argumenten.
Genauso ergeht es mir mit "Frozen In The Moment". Während ich auf "The Origins Of Ruin" echt begeistert die Ohren gespitzt habe, bin ich von "Frozen…" doch merklich ernüchtert. Nichts ist mehr zu hören von den teilweise hymnenhaften Refrains, die Stimme von Mr. Alder ist weit entfernt von dem, was druckvoll, tonsicher und überzeugend ist und die Abmischung ist auch nicht der Brüller. Das Schlagzeug ist permanent zu hören, weil sehr stark in den Vordergrund gemischt, fabriziert allerdings nicht den Wumms der Studioproduktion. Das klingt pappig und nicht berauschend. Dass die Jungs an den Instrumenten Meister ihres Fachs sind, ist nicht von der Hand zu weisen, denn musikalisch geht echt die Post ab - da werden keine Elfer verschossen, kein Pass-Spiel ausgelassen, was den nächsten Instrumentalisten daran hindern könnte den gespielten Pass weiterzuspielen und so zu einer großen Nummer werden zu lassen. Das ist alles ordentlich, alles super. Aber sobald der Gesang einsetzt und sich in druckvollere Passagen begibt, bekommt REDEMPTION live einen faden Beigeschmack.
Von daher bin ich schon enttäuscht, denn hier zeigt sich scheinbar eine große Diskrepanz zwischen echt (= live) und gut produziert (= Studio). Da hilft auch das 11-minütige Instrumentalstück im Bonusbereich nicht, das man anlässlich eines DREAM THEATER-Song Contests geschrieben hat und mit dem man die Tourdokumentation unterlegt.

Kann man nur hoffen, dass es der eigentlich talentierten Band am Ende nicht so ergeht wie meiner geliebten Borussia aus Mönchengladbach: geliebt, geachtet, aber doch nur zweitklassig.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 10.04.2009

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