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Homewreckers & Heartbreakers

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Homewreckers & Heartbreakers
Homewreckers & Heartbreakers, Hecktick Records/Jerkin' Crocus Promotions Ltd., 2008
Spike Vocals
Guy Griffin Guitars, Backing Vocals
Paul Guerin Guitars, Slide Guitar
Keith Weir Keyboards
Jimi Crutchley Bass
Pip Mailing Drums
Gäste:
Garry Atkins & Ian Bufton Brass
Mark Joley Fiddle
Rob Bond Pedal Steel
Ben Haswell Mandolin
Cherry Lee Mewis Backing Vocals
Nick Mailing Additional Bass
Simon Law Mellotron
Produziert von: Nick Mailing & Guy Griffin Länge: 51 Min 20 Sek Medium: CD
1. I Love This Dirty Town7. Late Nite Saturday Call
2. Mona Lisa Smiled8. Hall Of Shame
3. Louder9. Take A Look At Yourself
4. Fear Within The Lie10. Hello
5. Blackwater11. Josephine
6. One For The Road12. Louder (Reprise)

Die schlechte Nachricht ist: Nigel Moog spielt nicht mehr Bass bei den QUIREBOYS. Die grundsätzlich gute Nachricht wäre: An der Musik der Engländer hat das eigentlich nicht viel geändert. Die zweite schlechte Nachricht wäre dann noch: So richtig zünden will das neueste Werk der Trunkenbolde nicht. Da läuft eine Platte, ist dann zu Ende, läuft wieder, rauscht durch, ist aus, läuft noch mal, geht vorbei, und irgendwann nimmt man es nicht mehr zur Kenntnis, dass schon 25 Minuten Stille im ansonsten gut beschallten Raum herrscht. Ein schlechtes Zeichen.

Ein Grund für das relative Desinteresse an "Homewreckers & Heartbreakers" mag wohl sein, dass bereits im zweiten Song eine Band aus dem Grab lugt, die man zwar mögen darf, die aber gemeinhin des zünftigen Rock & Roll nie verdächtig war: SMOKIE. Mona Lisa Smiled ist zweifellos ein hübscher Song, aber wie will man sich denn bitteschön mit einer Ballade als zweite Nummer in aller Gemütlichkeit warmschütteln und -trinken? Man kann einwenden, dass auch die ganz großen Rock'n'Roller wie beispielsweise die FACES von ihren Balladen lebten und der Kritiker ein Defätist ist, aber diesmal hat Spike es mit den pathetischen Tönen übertrieben. Ein böse groovender Song wie Blackwater geht da beinahe unter, dabei ist hier von Orgel bis Harp und tollem Mädelsgesang alles vertreten. Man muss sich die Perlen dieser CD wirklich suchen.
Der Opener I Love This Dirty Town mit seinen im Kreis schwirrenden Gitarren ist so eine Perle, Josephine nach dem arg banalen Anfang auch, doch in schöner Abwechslung schleichen sich von mal zu mal langweiligere Schieber ein und sogar der an sich flotte und von Paul Guerins Slide getragene Rocker Louder mag sich nicht richtig im Ohr festsetzen. Da kann Spike krächzen wie er will, diesmal hat er nicht die Song-Highlights am Start. Diesmal? Wenn man die Sache objektiv sieht, haben die QUIREBOYS schon seit vielen Jahren ein Kreativitätsproblem, wenn man von ein paar erfreulichen Ausnahmen absieht (zum Beispiel auf "Well Oiled" von 2004). Diesmal bleibt ein One For The Road trotz Fiddle und Fingerzeig auf Ronnie Lane einfach in den Startlöchern hängen.
Hall Of Shame würde man beim ollen Stewart bejubeln, für die QUIREBOYS ist es ein guter und trotzdem zu flacher Song. Das ist brav, sehr brav, schlimme Jungs hauen so eine Nummer ganz anders raus. Guy Bailey fehlt als Songwriter, diese Meinung hat sich über die Jahre manifestiert und wird auf "Homewreckers & Heartbreakers" latent auffällig. So hat die Ballade Take A Look At Yourself wohl einen souligen Anspruch, versandet aber völlig im Einheits-R&B-Tralala. Schade drum.
Wenigstens zum Schluss gibt's mit der schon erwähnten Josephine noch einen derben Klopfer, der zwar schamlos die eigene Vergangenheit bemüht, aber halt doch Rock & Roll wie aus dem Bilderbuch ist.

"Homewreckers & Heartbreakers" ist eine vergebene Chance, sich zurück auf den Thron zu hieven. Vielleicht ist es aber auch die Ankündigung einer bevorstehenden Demission, denn ein weiteres solches Album dürfte weder der Band noch den Fans Spaß machen. Und irgendwann ist auch live der Ruhm der Jahre 1990 bis '93 aufgebraucht.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.10.2008

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