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Prymary

The Tragedy Of Innocence

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The Tragedy Of Innocence
The Tragedy Of Innocence, ProgRock Records, 2006
Mike Di Sarro Vocals
Sean Entrikin Guitar & Backing Vocals
James Sherwood Bass & Backing Vocals
Smiley Sean Keyboards & Backing Vocals
Chris Quirarte Drums & Backing Vocals
Produziert von: Prymary Länge: 72 Min 46 Sek Medium: CD
1. Dirty Room Part 17. Only Love
2. In My Shell8. What Little Girls Are For
3. Soul Deceiver9. Running Away
4. Oceans Of Insolence10. Dirty Room Part 2
5. Miracle11. Ask The Angels
6. Born Again12. Choice

Mit ihrem zweiten Album "The Tragedy Of Innocence" tischen die kalifornischen Progmetaller von PRYMARY reichlich schwere Kost auf, geht es doch bei dem Konzeptalbum um den sexuellen Missbrauch eines jungen Mädchens und die daraus entstehenden Probleme beim Erwachsenwerden. Umso heftiger (dadurch aber sicherlich glaubwürdiger und textlich größtenteils gelungen), da das Ganze einen realen Hintergrund hat, nachdem die Frau des Drummers Chris Quirarte derart leidvolle Erfahrungen gemacht hat. Ganz schön mutig, eine derartige Form von Vergangenheitsbewältigung.

Folglich ist musikalisch nicht gerade sonniges Material zu vernehmen: düster und hart geht es zur Sache (exemplarisch sind Soul Deceiver oder Running Away), wobei man trotzdem um gelegentliche versöhnliche Melodik bemüht ist. Immerhin gelingt es der Band, allzu seichte Gewässer zu umschiffen und allzu abgedroschene Klischees zu vermeiden, wenngleich dem Genrefreund natürlich vieles nicht gerade fremd vorkommen wird. Erfreulich ist in jedem Falle, dass sinnentleerte Frickeleien auf ein Minimum zurückgefahren werden und die früheren Vorbilder von DREAM THEATER nicht mehr offensichtlich durchschimmern.

Klar ist, dass bei der angeschnittenen Thematik das Hauptaugenmerk auf die Vertonung der vielschichtigen Emotionen (zumeist aus der Sicht des Missbrauchsopfers) gelegt wird, was eine oftmals bei Progmetal vorherrschende perfektionistische Kälte verhindert. Deutliche Pluspunkte sind die Rhythmusabteilung um Quirarte und Bassist Jim Sherwood und der vorzügliche Gesang, auch und gerade in den mehrstimmigen Passagen. Wenn es PRYMARY zukünftig gelingt, auch musikalisch noch weiter an der Eingeständigkeit zu feilen, kann man von den Südkaliforniern sicherlich noch einiges erwarten. Freunde von PAIN OF SALVATION oder THRESHOLD sollten PRYMARY auf jeden Fall einmal eine Chance geben.

Ralf Stierlen, (Impressum, Artikelliste), 18.12.2006

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