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Popa Chubby with Galea

Vicious Country

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Vicious Country
Vicious Country, DixieFrog Records, 2008
Popa Chubby Guitars, Vocals
Galea Bass, Vocals
Steve Holley Drums
Claude Langlois Steel Guitar
Doug Moody Fiddle
Dave Keyes Piano, Organ
Produziert von: Popa Chubby Länge: 59 Min 08 Sek Medium: CD
1. Race With The Devil9. Sleepwalk
2. Six Days On The Road10. Start All Over Again
3. Baby You Don't Care11. Sam Lay's Pistol
4. Satan Is Real/Straight To Hell12. Harper Valley P.T.A.
5. Tonight The Bottle Let Me Down13. Act Naturally
6. I'll Fly Away/I Shall Not Be MovedBonus Videos:
7. Mona Lisa TattooRace With The Devil
8. Break Me DownSatan Is Real/Straight To Hell

Was sag ich jetzt noch über diesen Mann, über den schon alles Mögliche und Unmögliche geschrieben wurde? Der im Big Apple unter die Räder gekommen wäre, wenn er nicht die Musik für sich entdeckt hätte? Der fleißig ist? Der ständig auf Tour ist und dennoch seine Eigenständigkeit bewahrt? Alles gesagt, alles geschrieben. Wenn sich schon drei, vier Schreiber über einen Musiker hergemacht haben, dann gibt's wenig Neues zu entdecken. Dass Popa Chubby eigentlich Theodore Joseph Horowitz heißt und in einem Umfeld voller musikalischer Reize aufgewachsen ist, dürfte auch nichts Neues sein. Vielleicht dass er angeblich schon auf der Hochzeit seiner Eltern aufgetreten ist? Oder dass sich Chubbys Vater, der in einem kleinen Süßwarenladen in der Bronx arbeitet, sich von seinem sechsjährigen Sohn auf ein Konzert von Chuck Berry begleiten lässt. Und dass darauf hin Chubby beginnt, Gitarre zu spielen? Oder dass Chubby in den späten achtziger Jahren in "Manny's Carwash" mit verschiedenen durchreisenden Bluesmusikern spielt und so seine Musik verfeinert? Und dass er später mit Bluesgrößen wie Earl King, Albert King und James Cotton auf Tournee geht? Nix? Alles bekannt? Gut, dann halte ich mich jetzt an die CD!
Die CD ist nämlich auch nicht ganz normal. Am Anfang drauf sind nämlich zwei Videos. Deshalb kann ich sie nicht normal im Computer abspielen, obwohl ich da dran eine ganz anständige Anlage habe. Ich muss also meinen Walkman anschließen, bevor ich die CD ganz normal hören kann.

Gleich das erste Stück - Race With The Devil - das ist doch von Gene Vincent - kenn ich doch. Aber Six Days On The Road - von wem ist das denn? Earl Green? Kenn ich nicht. Ich kenn nur seinen Schwager, Earl Grey. Aber macht der auch Musik?
Am Anfang klingt alles ziemlich nach fünfziger Jahre Rockmusik, erst bei Satan Is Real und Straight To Hell geht's mehr in Richtung Country ab. "Tonight the bottle let me down" wird von Chubby und Galea gesungen. Das geht bei I'll Fly Away und I Shall Not Be Moved so weiter und ich find's ziemlich nervig. Dabei hab ich mich schon gewundert, was der Fiddle-Spieler im Line up sollte.
Das ging beim Mona Lisa Tattoo aus der Feder von Galea schon ganz anders zur Sache. Und ich stelle fest, dass man die Geige auch als Soloinstrument einsetzen kann, wenn's kein Country ist.
Break Me Down von Theodore Horowitz aka Popa Chubby ist dann ein richtiger Heavyblues. "The look in your eyes is such a wicked cool inflection; it melts me down till I'm in need of your correction. So please baby break me down, I'm aching for a shakin' so please won't you break me down." Ist das etwa nix? Das ist doch ein typischer geiler Blues-Text.
Dann kommt wieder eine Nummer von dem Schwager von Earl Grey, dem Grünen Tee: Sleepwalk. Ein Instrumental mit dem Tempo eines langsamen Walzers. Mit Steelguitar und Fiddle. Warum macht Popa Chubby das? Hat er sich nicht genug Stücke ausgedacht? So was ist einfach langweilig.
Die nächste Nummer, Start All Over Again, ist zwar von Chubby selbst, aber auch im Stile der Rockmusik der fünfziger Jahre. Aber so richtig toll finde ich die Nummer auch nicht. Sam Lay's Pistol ist wieder eine Nummer von Galea, die auch Tom T. Halls Countrysong Harper Valley P.T.A. singt. Kommt noch Act Naturally von Van Morrison (gibt's noch jemanden, der den Song nicht kennt?). Chubby und Galea singen zusammen.

So, jetzt weiß ich auch, was "Vicious Country" heißt. Nur, ob Popa Chubby und Galea Horowitz sich mit ihrer Country-CD einen Gefallen getan haben, ist die Frage. Auch wenn sie meinen, sie hätten sich die besseren Country-Nummern rausgesucht. Allerdings hat Popa Chubby schon immer gemacht, wozu er Lust hatte, oder? Und warum soll er nun gerade jetzt damit aufhören, nicht?
Allerdings wird's auch Leute geben, denen die CD ausnehmend gut gefällt: Die Country-Fans. Sie werden Popa Chubby als neuen Country-Star entdecken und bei der nächsten CD dann vermutlich auf den Rücken fallen. Aber ein bisschen Überraschung hat noch niemandem geschadet - nicht mal mir.

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 15.11.2008

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