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Popa Chubby

Peace, Love & Respect

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Peace, Love & Respect
Peace, Love & Respect, DixieFrog Records, 2004
Popa Chubby Vocals, Guitar, Electric Sitar, Percussion
Steve Holley Drums & Percussion
Nicholas D'Amato Basses
Mike Lattrell Hammond Organ, Piano, Keyboards
Steve Logan Bass (Top Ten Reasons...)
Produziert von: Popa Chubby Länge: 60 Min 12 Sek Medium: CD
1. Un-American Blues7. Midnight Ride/Peace
2. The Man On The News8. Like The Buddah Do
3. Top Ten Reasons Why I Can't Sleep At Night9. The Devil Gonna Drag You Down
4. I'm Not Afraid10. Sweet Release
5. Keep On The Sunny Side Of Life11. Life Is A Beat Down
6. Young Men12. See You In Sete

Fleißig ist er, der mächtige Mann aus der Bronx. Haut regelmäßig seine Alben raus, ist ständig auf Tour und schafft es trotzdem, sich seine Eigenständigkeit zu erhalten.
Spricht man mit ihm, erkennt man zwar schon eine gewisse Ausgebranntheit, aber auf der Bühne und im Studio ist Popa nach wie vor springlebendig.

Man hört im Moment von einer Menge "neuer" Musik. New Southern Rock, NuMetal (trotzdem nicht rostfrei), wenn man will, dann ist Popa Chubby New Blues Rock. Er selbst nennt es New (sic) York City Blues, logisch, und das trifft es wohl ganz gut. Wie auf den meisten seiner bisherigen Platten kriegt man einen leicht mutierten, ziemlich schmutzigen und räudigen Bluesrockbastard um die Ohren gehauen. Aber Achtung! Er und seine Band können durchaus traditionell agieren. Hört man beispielsweise The Devil Gonna Drag You Down, meint man einen wiedererstarkten Johnny Winter in der 80ies-Bluesphase zu hören. Allerdings ledert Popa im Text dermaßen ab, dass es Herrn Bush in den Ohren klingeln sollte. Überhaupt, Bush. Popas Lieblingsthema. Er muss ihn wirklich hassen. Für den Opener Un-American Blues steht ihm die Tapferkeitsmedaille für Zivilcourage zu. Er stellt Bush exakt auf die gleiche Stufe wie Osama und andere Teufel (siehe bitte ebenfalls das Interview) und er hat verdammt Recht damit (die Bezeichnung "gottverdammt" verbietet sich in diesem Zusammenhang).

Ted Horowitz ist ein unbequemer Mann und er kämpft wohl mit einigen Dämonen. Aber er hat glücklicherweise auch einen Hang zum Schönklang und den lebt er auf "Peace, Love & Respect" diverse Male aus. Beispielsweise der Schlusssong See You In Sete würde den inzwischen (leider?) dämonenfreien Kollegen von LITTLE FEAT gut zu Gesicht stehen und hat dazu noch einen wunderbaren Latin-Touch.
Oder der Reggae The Man On The News. Angesichts der Herkunft und Message natürlich kein Sunshine-Reggae, sondern eher die obdachlose Central Station Version. Fast ein wenig beängstigend.
Und so geht das dahin, gerne auch mal heftig rockend (Top Ten Reasons Why I Can't Sleep At Night, Like The Buddah Do - mit überragender catchy Hookline), immer auf Top-Niveau und immer mit einer klaren Ansage. "I'm not afraid of dying" singt er und die Band steigert sich in einen manischen Rocker mit Sitar-Untermalung. Das hat Klasse. Auch hier wieder ein paar flüssige Johnny Winter-Soli.
Punk-Attitude auf Keep On The Sunny Side Of Life, die wirklich sonnige Abteilung allerdings, ergo ein fetter Rocker. Das einzige Cover übrigens, im Original von der CARTER FAMILY (die 1926 gegründete ur-amerikanische Volksmusikkapelle, die auch von Johnny Cash verehrt wurde).

Insgesamt ist "Peace, Love & Respect" für mich das bisher beste P.C.-Album. Runde Sache, Worte die ich zu 100% unterschreibe und der Mut zum Kampf. Friede, Liebe und Respekt ist nicht gleichzusetzen mit Friede, Freude, Eierkuchen. Die Wirklichkeit tut weh und man muss sie manchmal mit Gewalt und ausgestrecktem Mittelfinger in die Köpfe hämmern.
Peace, brother! Love, sisters & brothers! Respect, you all!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 06.02.2004

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