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Pinkeye d'Gekko

Dry Clothing For The Drowning

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Dry Clothing For The Drowning, Force MP, 2005
Steve Richards Mahoney Vocals, Bass, Piano
Tim Mauldin Guitars, Vocals
Dave Grelle Hammond, Piano, Clavinet, Wurlitzer, Vocals
Dwayne Mitchell Guitars, Vocals
Jahmal Nichols Bass, Vocals
Stephen von der Heyde Drums
Michele Isam, Bob Dill, Kurt Silver Horn Section
Lisa Campbell, Toni Stubblefield, Scott Niehaus, Isis Jones, Mo Shay, Mahalia Cabb Backing Vocals
Produziert von: Pinkeye d'Gekko Länge: 42 Min 43 Sek Medium: CD
1. River Boat Queen 7. See You Again
2. God Bless You Baby8. Listen In Love
3. Girls Of Arkansas9. Slow Down
4. Queen Of Fire 10. Have U Seen The Genie
5. Call Me Adolf During Wartime11. The Velvet Fizz
6. The Poet12. Missing

"If you missed us out on the road with LYNYRD SKYNYRD this summer, we have great news for you! The Tour kicked off again in Vegas December 2nd-4th, and will continue well into 2006."
PINKEYE D'GEKKO sind die Opener für die Southern Rock Haudegen. Das klingt interessant und keinesfalls nach Southern-Rock-Amateur-Band. "Dry Clothes For The Drowning" ist ihre zweite Studio-CD nach dem im Jahre 2002 erschienenen "Rhythm And Western".
Der Bandname würde sicherlich auch Heinz Sielmann gefallen. Mal etwas anderes als The Boogiewoogie Boys oder RocketsPockets oder so ähnlich.

Auffällig ist zunächst das aufwendige Digpack der neuen CD. Und die Band hat dazu den Schalck im Nacken. Auf einem weissen Sticker steht u.a. "Includes the hit singles Girls of Arkansas and Riverboat Queen". Irgend etwas muss ich in den letzten Monaten verpasst haben. Schaut der geneigte Musikfan in die Billboard Charts, wird dort meistens Grütze und nicht Musik GROSSGESCHRIEBEN.
Also werde ich mir zuerst die Hitsingles anhören, bevor ich den Rest des Albums seziere.
Riverboat Queen ist auch gleich der Opener auf der CD. Kantiger, messerscharfer Rock der einen sehr gelungene Mix aus GEORGIA SATELLITES und etwas BLACKFOOT darstellt. Die Melange aus reichlich Gitarren und fetzigen Bläsern geht voll auf. Eine wirklich geile Nummer.
Girls of Arkansas überzeugt ebenfalls als Rocknummer par Excellence. Die Girls klingen wie ein Treffen zwischen Chuck Berry und den BEAT FARMERS. Da qualmen einem regelrecht die Socken beim Mitwippen. Der Song treibt mir Freudentränen in die Augen. Einer der besten Kracher seit Monaten.
Das waren also die Hitsingles des pinkäugigen Gekko. Solche Chartmusik würde ich mir wirklich wünschen. Nun aber zu den sogenannten B-Sides.

Queen of Fire lässt die Dezibelanzeige weiter im rotem Bereich flackern. Lupenreiniger Prärierock mit einem gewissen MALLARD Feeling. Der Satzgesang hat STONES-Qualität. Die Königin des Feuers geht ebenfalls mächtig in die Beine. Weiter so.
God Bless You Baby, Listen In Love, Slow Down machen auch tatsächlich weiter so. Es rockt und rollt ohne Ende. Die Mischung aus good old Rock'n Roll aus vier Jahrzehnten Rockeinflüssen, gewürzt mit einer Prise Southern, reichlich Boogie und etwas Blues stimmt. Das raue Organ des Leadsängers verpasst den Songs den nötigen dreckigen Charme.
Have U Seen The Genie ist dagegen ein schneller Rootsrocker mit einem Schuss Country. Vorangetrieben wird der schöne Song durch eine feine Hammond im Hintergrund. Das erinnert mich stark an die VIGILANTES OF LOVE (sh. HoR). [Wo? Red.]
Back to the Seventies. So in etwa kann man das nachfolgende The Velvet Fizz beschreiben. Erstaunlich, welche Stilvielfalt PINKEYE D'GEKKO auf der Pfanne haben. Hier klingen sie verdächtig nach einer Mixtur aus 10 CC und VOYAGER.
Bedächtig wird die Band nur auf zwei Tracks. Die Ballade Missing ist wohl nix für die gestandenen Hardrocker unter uns. Trotzdem überzeugt der Song durch seine MOODY BLUES Theatralik. Ein bisschen viel Geigen, aber ansonsten nicht von schlechten Eltern.
The Poet ist genauso poetisch wie der Name vermuten lässt. Durch die weiblichen Vocals klingt es ein bisschen nach den CRANBERRIES.
Arg aus dem rockigen Rahmen fällt allerdings Call Me Adolf During Wartime. Dieses Gebräu aus Sprechgesang und allerlei Verfremdetem ist wirklich arg gewöhnungsbedürftig. Das klaustrophobale Arrangement passt sich den ziemlich düsteren politischen Texten an. Ein Song zum Mitdenken, aber sehr schwierig zum Mithören.

"Dry Clothes For The Drowning" ist eine überwiegend temporeiche Rockscheibe mit viel Rock'n Roll, Boogie und etwas Southern-Flair geworden. Ein gefundenes Fressen für Fans solcher Bands wie den BEAT FARMERS, GEORGIA SATELLITES oder gar ROCKPILE.

Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 31.12.2005

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