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| Lifeline, Radiant Records/InsideOut Music, 2008 |
| Neal Morse |
Vocals, Guitars, Keyboards |
| Randy George |
Bass |
| Mike Portnoy |
Drums |
| Gäste: |
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| Paul Bielatowicz |
Second Guitar Solo (Fly High & Lemons Never Forget) |
| Carl Groves |
Backing Vocals (Lifeline, The Way Home, Children Of The Chosen & So Many Roads) |
| Jonathan Wills |
Strings (The Way Home, Eyes Of The Savior & Fly High) |
| Jim Hoke |
Saxophon (Levithian, So Many Roads & The Letter) |
| Ivory Leonard & Danielle Spencer |
Backing Vocals (Levithian, So Many Roads & The Letter) |
| Paul Gilbert |
Guitars (Crazy Horses) |
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Länge: 111 Min 25 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Lifeline | - b) Star For A Day |
| 2. The Way Home | - c) The Hundrum Life |
| 3. Leviathan | - d) All The Way To The Grave |
| 4. God's Love | - e) The Eyes Of The Savior |
| 5. Children Of The Chosen | - f) So Many Roads Reprise |
| 6. So Many Roads | 7. Fly High |
| - a) So Many Roads | |
| CD 2: | |
| 1. Crazy Horses | 5. Sometimes He Waits |
| 2. Lemons Never Forget | 6. Set The Kingdom |
| 3. The Letter | 7. I'm A Heavy Metal Long-Haired Blue Beard Tattooed Jew |
| 4. (What's So Funny 'bout) Peace, Love And Understanding | |
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Bei einer neuen Veröffentlichung von Neal Morse schreit man entweder "nicht schon wieder" oder aber man freut sich. Ich gehöre zu denen, die sich zu letzterem hinreißen lassen, denn ich kann von diesem Mann und seiner Musik einfach nicht genug bekommen. Manche stöhnen über die Taktung seiner Veröffentlichungen, immerhin brachte er mit SPOCK'S BEARD innerhalb von 7 Jahren (von 1995-2002) insgesamt 17 Studioalben, Livemitschnitte und sehr gute Bootlegs, mit TRANSATLANTIC von 2000-2003 genau zwei Studioalben und genauso viele Livealben, und seit 1999 als Solokünstler bereits 15 Rundlinge + 2 Konzertmitschnitte auf den Markt. Wieder andere schreien bei seinen Lyrics auf, die sich seit seiner Solozeit sehr intensiv mit dem großen Gott der Christen auseinandersetzt. Aber mal ganz ehrlich: Nicht nur, dass ich selbst an genau den gleichen Gott glaube, warum schreit das rockende Volk auf, wenn sich jemand textlich mit Gott auseinandersetzt, anstatt über froschtötende Busalemi-Indianer [Die gibt es nur im Ruhrpott; Jogi] auf dem Planeten Krummelbohm, die gegen die allgegenwärtige Ausrottung durch die alles vernichtende Killerratte kämpfen, um am Ende zu beweisen, dass das Gute sowieso siegt? Solange man über so einen Quatsch, oder auch über "Brothers In Steel" oder andere Fantasy-Storys singt, ist alles in Butter. Bei christlicher Lyrik geht man sofort an die Decke, aus Angst, man könnte damit in eine innere Auseinandersetzung geraten? Sorry, aber da kann ich nicht mit.
Mit "Lifeline" veröffentlicht der "Mr. Mindestens-2-CDs-pro-Jahr" Morse seinen aktuellsten Studiorundling. Waren die letzten Alben eindeutige Konzeptalben, geht es bei dem neuen Silberling nicht zwingend um ein solches. Sicherlich steht die christliche Ausrichtung des Herrn Morse über allem, aber einen roten Faden wird man in Form eines Konzeptes nicht finden. Neal macht vom ersten bis zum letzten Song klar, worum es ihm geht: Endlich wieder "back to the roots". So finden sich gleich in Song Nr. 1, Lifelines, typische SPOCK'S BEARD-Anleihen, die auch locker aus der V-Phase hätten stammen können. 13 Minuten, die einfach nur gespannt werden lassen auf das, was noch folgen wird.
The Way Home hätte durchaus auch auf einer der beiden TRANSATLANTIC-Scheiben seinen Platz finden können. Auch wenn es relativ poppig um die Ecke kommt, entfaltet die Nummer im Laufe der knapp viereinhalb Minuten seine ganze Größe.
So harmlos wie Leviathan anfängt bleibt es nicht. Meiner Meinung nach ist Song Nr. 3 einer der härtesten und witzigsten Tracks, die ich bisher von Neal Morse gehört habe. Hier geben sich Synthie-Klänge der 80er Jahre mit hart treibenden Grooves die Klinke in die Hand, um im entscheidenden Moment ungeheuerlich weggeniest zu werden [Ruhrpott-Deutsch; Jogi]. Das kann man alles nicht erklären, das muss man gehört haben [It's Friedemann-Special; Red.]. So hätten GENESIS wahrscheinlich geklungen, wenn sie den Weg zur treibenden E-Gitarre gefunden hätten. Danach schalten Neal Morse, Mike Portnoy und Randy George ein paar Gänge nach unten, um in God's Love dem Hörer die Möglichkeit zum Durchatmen zu geben.
Children Of The Chosen kann, trotz seiner ruhigen Phasen, durch die spanischen Gitarrenläufe im Hintergrund und die wunderbaren Harmoniegesänge punkten. Und obwohl es so ruhig daherkommt, stampft es richtiggehend an die 5-Minuten-Grenze.
Dann kommt endlich der lang erwartete Longtrack: So Many Roads nimmt den Hörer mit auf die Reise durch Neals' Leben und lässt in knapp 30 Minuten das Herz des Proggies höher schlagen. Majestätisch und erhaben enthält es alles, was Neal Morse jemals mit SPOCK'S BEARD, TRANSATLANTIC und seinen Solowerken gemacht hat. Auffallend, wie angenehm zurückhaltend Drumtopus [??; Jogi]** Portnoy hier agiert. Kein Gebolze und Geballer, dass der Rest des Liedes scheinbar weggeknallt wird. Sehr abwechslungsreich - genau wie das Leben des Künstlers selbst.
Mit Fly High wird "Lifeline" wunderbar ruhig und harmonisch abgeschlossen. Richtige Durchhänger gibt es auf diesem neuesten Output meiner Meinung nach nicht und nach mehrmaligem Hören stelle ich fest, wie eingängig dieses Werk trotz komplexer Ansätze geworden ist.
Die Bonus-CD, die dieser Special Edition beiliegt, zeigt, was passiert, wenn man die Herren Portnoy, George und Morse einfach machen lässt. Was die mit Songs von THE OSMONDS, BEE GEES u. a. veranstalten hat schon was. Und irgendwie klingt die Bonus-Scheibe so als wenn die Herren mit der eigentlichen Arbeit fertig sind. Zusätzlich sind noch zwei weitere Songs zu finden, die es nicht mehr auf das "Lifeline"-Album geschafft haben, die aber auch etwas abfallen. Allerdings liegt das nicht daran, dass man sich hier mit den Musikern der europäischen Neal Morse Band zusammengetan hat. Den Abschluss bildet ein Song mit auffallendem Titel, den man bis zum Ende hören sollte. Sehr interessant.
Fazit: Für mich die beste Scheibe, die Neal Morse während seiner Solokarriere herausgebracht hat, und wenn er weiterhin diese Qualität an den Tag legt, dürften wir uns noch auf einiges gefasst machen. Beide Daumen nach oben!
**: "Der Ausdruck Topus ist Bestandteil der Oeconomischen Encyclopädie (1773-1858) von J. G. Krünitz. Eine Art von Keulen, welche die Türkischen und Arabischen Reiter ehemals als Waffe führten; die Letzteren zum Theil noch gegenwärtig."
Quelle: www.kruenitz1.uni-trier.de.
Sachen gibbet, da fällt der Rocker vom Stuhl. Immerhin wissen wir jetzt, dass man seinerzeit Teil noch mit h schrieb und dass Mike Portnoy offensichtlich kriegerische Vorfahren hat.
F. S. (bayrisch-pazifistischer Topus)
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