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Mother's Finest

Live At Villa Berg

Right Here, Right Now
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Live At Villa Berg - Right Here, Right Now
Live At Villa Berg - Right Here, Right Now, MTM Music/SPV, 2006
Joyce "Baby Jean" Kennedy Vocals
Glenn "Doc" Murdock Vocals
Gary "Moses Mo" Moore Guitars
John Hayes Guitars
Jerry "Wyzard" Seay Bass
Dion Derek Drums
Medium: Do-CD
CD 1:
1. Do Me Right (Studio Bonus Track)9. Hard Rock Lover
2. Obey, Obey, Obey (Studio Bonus Track)10. Niggizz Groove
3. Take Your Time (Studio Bonus Track)11. Power
4. Crime Of Nature (Studio Bonus Track)12. Flat On My Back
5. Funk A While13. I Believe
6. Bring It14. Mandela Song
7. Truth'll Set You Free15. Mickey's Monkey
8. I Don't Wanna Come Back16. Mo's Guitar Solo
CD 2:
1. Baby Love4. Give It Up
2. Wyz Bass Solo5. Satisfaction/Born To Be Wild
3. Piece Of The Rock6. Can't Fight The Feeling

Das Problem einer Band wie MOTHER'S FINEST ist: Jeder neue Song wird gemessen an alten Heldentaten und (fast) jeder neue Song - verliert.
Damit stehen M.F. nicht alleine, aber bei einer solchen Band schmerzt es doppelt, wenn aus dem früheren Funk'n'Metal-Hochofen nur noch lauwarme Soul-Schnittchen fließen. Um so bedauerlicher, dass gleich 4 im Studio aufgenommene Bonus Tracks auf dieser neuen Live-Doppel-CD an den Anfang gesetzt wurden. Zwei davon sind schlicht langweiliger R&B-Aufguss ohne Biss und Power. Irgendwie passt es, dass auch der Einstieg ins eigentliche Konzert mit erstaunlich lahmen Versionen der beiden besten Nummern der 2003er "Meta-Funk'n-Physical", Funk A While und Bring It, eher enttäuscht.

"Live At Villa Berg" heißt die CD und ist im Grunde identisch mit dem von uns besuchten Konzert im Dezember 2004 in München, nur war der Funke in München sofort übergesprungen, in Stuttgart hat es einige Tage vorher doch ein ganzes Weilchen gebraucht, bis Baby Jean und die anderen die Bude angesteckt hatten.
Noch mal zurück zum Anfang. Vor 30 Jahren hatte keine Band den Dreh so raus wie MOTHER'S FINEST, nämlich harten Rock & Roll mit Funk so zu verbinden, dass eine megaheiße Crossover-Kombination entstand, die nahezu jeden - ob Rocker oder Discofritze - zum abhotten brachte. Diese Fähigkeit blieb irgendwann auf der Strecke, heute wird entweder hart gerockt oder seicht gesoult, die unverwechselbare Mischung ist wenigstens bei den neueren Songs nicht mehr erkennbar. Da muss schon ein Oldie wie Hard Rock Lover von 1977 ran, damit Band und Volk abgeht. Den pfeffert auch Glenn Murdock ins Publikum und zieht die Verantwortung von der beinahe über das gesamte Konzert verblüffend zurückhaltenden Joyce Kennedy ab. Erst bei Power lässt sie ein bisschen das schreiende Urtier raus und macht Sex mit den devoten Anhängern.
Noch etwas fällt auf: Die Gitarrenfront Moses Mo und John Hayes ist mächtig, aber etwa so flexibel wie der Watzmann. Es fehlt der frühere Variantenreichtum, die ansteckende Fröhlichkeit. Hayes brilliert ein ums andere Mal, bleibt dabei aber irgendwie unpersönlich, und Moses Mo steht im Hintergrund. Wo ist der dreckige Powerrock geblieben? Sollte tatsächlich die Anwesenheit der aufzeichnenden SWR-Menschen die Band gehemmt haben? Kaum vorstellbar.

Zum Glück hat jedes Spiel eine zweite Halbzeit, in der Villa Berg begann sie mit dem Mitsing-Boogie Mandela Song, Doc Murdock als Vorsänger und Moses als Gitarrenschwein, und einer hitzigen Fassung von Mickey's Monkey. Geht doch. Da passt auch die Verbindung zwischen dem gewohnten Monsterbass von Wyzard und dem Guitar-Vocals Feuerwerk. Mickeys Affen zerreißt es schier vor Rock'n'Roll-Geilheit.
Über die Nachspielzeit mit u.a. Baby Love, Piece Of The Rock, Give It Up und einem Medley aus Satisfaction und Born To Be Wild können wir noch nichts verlauten lassen, auf der Vorab-Kopie der Plattenfirma waren die Songs nicht enthalten. So bleibt leider nur ein etwas schaler Eindruck einer der ehemals heißesten Bands des Planeten. Ist's das Alter, ist's einfach nur dieses eine Konzert gewesen? Wir wissen es nicht.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.04.2006

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