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| Coming Up For Air, Intersound, 1996 |
| Michael Stanley |
Synthesizer, Acoustic-, Electric-, 12 String Guitar, Bass, Percussion, Vocals |
| Joe Vitale |
Percussion |
| Bob Pelander |
Organ, Synthesizer, Bass, Piano, Gong |
| Marc Lee Shannon, Neil Zaza & Danny Powers |
Guitars |
| Kenny Anderson |
Sax |
| Tommy Dobeck |
Drums |
| Michael Gismondi |
Bass |
| Buzz Goodwin, Jennifer Lee, Terry Kellman, Bob Pelander & Rodney Psyka |
Background Vocals |
| Bill Szymczyk |
Cowbell |
| Produziert von: Michael Stanley & Bob Pelander |
Länge: 64 Min 37 Sek |
Medium: CD |
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| 1. After Hollywood | 8. Yesterday's Eyes |
| 2. Coming Up For Air | 9. Complicated |
| 3. Poison Pen | 10. Just Between Friends |
| 4. Talking In Tongues | 11. Horizontal Mambo |
| 5. Sendaway Underwear | 12. Sha-La-La-La |
| 6. Everybody | 13. Terms Of Surrender |
| 7. Wherever You Go | |
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1973 erschien Michael Stanleys erstes Soloalbum "Rosewood Bitters", im selben Jahr sein zweites "Friends & Legends" (mit Joe Walsh an der Gitarre). Beide kamen mir schon bald in die Hände und stehen auch heute noch im Regal, um ab und zu auf dem Drehteller zu landen.
Nach zehn Alben mit seiner MICHAEL STANLEY BAND kehrte er mit "Coming Up For Air" 1996 als Solokünstler zurück. Mit einem (kleinen) Meisterwerk.
Aus MSB-Tagen sind dabei Bob Pelander (Keyboards/Co-Produzent), Danny Powers (Gitarre), Tommy Dobeck (Drums, von Anfang an bei der MSB dabei, 1975 - "You Break It...You Bought It") und Michael Gismondi (Bass).
Es ist kaum zu glauben, dass jemand über dreiundzwanzig Jahre als Songschreiber so zu überzeugen weiß wie Michael Stanley. Wer seine Karriere verfolgt hat, wird Misery Loves Company, Highlife, My Town, Fire In The Hole (letztere zusammen mit Bob Pelander), um nur ein paar Ohrwürmer zu nennen, nie mehr vergessen. Andererseits sind dies auch Hypotheken, die Michael mit jedem neuen Album einlösen muss. Auf "Coming Up For Air" tut er dies mit Bravour und besteht mit Bestnote.
Ich bin niemandem böse, der bei Michael Stanley von "süßen Schnulzen" oder so spricht, auch wenn die Wortwahl so etwas drastisch wäre. Aber wenn ein Künstler eine solch gute, wohlklingende, auch "süße" Stimme hat, wie sollte er anders singen? Er muss halt das Material seiner Stimme anpassen. Und da hat er keine Probleme.
Von den dreizehn Songs sind After Hollywood, Sendaway Underware, Everybody, Just Between Friends, Horizontal Mambo und Sha-la-la-la von der schnelleren, die restlichen sieben von der (etwas) langsameren Art.
Das Highlight ist der Titelsong Coming Up For Air. In Stimmung und Rhythmus erinnert er an Phil Collins' In The Air Tonight, ohne ihn zu kopieren. Sechseinhalb Minuten sind nicht gerade wenig, aber für mich könnte er auch doppelt so lang sein. Nicht zum Satthören mit seinen hypnotischen Keyboard- und Percussionklängen, ist er überragend gut arrangiert. Wie so oft bei den besten Songs die es überhaupt gibt, liegt ihm ein persönliches Erlebnis zu Grunde. Der Song entstand, nachdem Michael einen Herzanfall erlitten hatte ("in a heartbeat everything changes, in a heartbeat no one is there, in a heartbeat all You can do is try, coming up for air"), den er hier musikalisch verarbeitet hat (wie in Michael Stanleys Bio auf seiner Homepage nachzulesen ist), wobei die Percussion gut als Herzschläge nachzufühlen ist. Mit Herzklopfen klingt er aus und geht in Poison pen über.
Die Texte sind des Lesens wert, was eigentlich angesichts des überaus deutlichen Gesangs fast überflüßig wird, soziale Probleme, Kritik an der Musikindustrie sind u. a. die Themen. Unterstrichen wird ihre Bedeutung durch das aufwendige, zwölfseitige Faltcover, das die Texte und die jeweiligen Musiker gut lesbar präsentiert.
Ein weiterer meiner Lieblinge ist Wherever You Go. Der nach Dudelsack klingende Synthesizer, der mal mehr, mal weniger präsent den Song durchzieht, begeistert mich genauso, wie die wunderbaren Stimmen von Michael und Jennifer Lee. Zumindest das mit den Stimmen gilt auch für Yesterday's Eyes, einem Song über vergangene Liebe. Wie transparent sie nebeneinander liegen, dies ist allererste Sahne.
Bill Szymczyk ist auf fast allen Alben von Michael Stanley dabei, meistens als Produzent. Auf "Coming Up For Air" sorgt sein Können als Abmischer dafür, dass die Songs mit einem exzellenten Klang aus den Boxen kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch besser klingen könnte.
Jeder der 13 Songs verdiente es erwähnt zu werden, sei es wegen dem Saxophon bei Poison Pen und dem genialen Songaufbau und Arrangement (so etwas Gutes hört man ganz selten) oder den Gitarrensoli bei Horizontal Mambo. Aber wer es jetzt noch nicht kapiert hat, dem würde es auch nicht helfen, wenn ich ewig weiter schriebe. Michael Stanley hat einen Platz ganz ganz weit oben in der Hierarchie des Mainstreams verdient, der ihm leider nie vergönnt war.
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