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CD-Review:
Mary Chapin CarpenterTime* Sex* Love* |
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Vor vielen Jahren wurde von einem RWE-Fan im Essener Georg-Melches-Stadion ein Plakat aufgehangen, auf dem stand: "Drei Dinge braucht der Mann: Sex, BAP und RWE!". Es war die Zeit, als noch ein Jürgen Röber die Richtung nach oben vorgab, als ein Ollie Grein mit seinen Haken dafür sorgte, dass den Schalker Spielern die Beine, nicht wie heute, vom Feiern wackelten, und sie statt nach Berlin zum Auskurieren ihres (Muskel-) Katers aufs Trainingsgelände zum Strafexerzieren befördert wurden, was wiederum einem Rot-Weiss-Essen-Nahestehenden eine höchstmögliche Ausschüttung von Glückshormonen bescherte. Was hat dies alles mit Mary Chapin Carpenter zu tun, fragt sich da natürlich der geläuterte Country-Musik-Fan. Im Prinzip nichts, außer dass die Lady ihr neues Werk auch mit drei Schlagworten ins Rennen wirft und schon wieder dieses merkwürdige Wort mit den drei Buchstaben auftaucht. Meine erste Begegnung mit Mary Chapin Carpenter kam durch ihr Stück Shut up and kiss me zustande, eine Honky-Tonk-Nummer, die ich im Radio hörte und die mir durch Mark und Bein ging, und noch heute zu meinen Lieblings-New-Countrystücken zählt. Kurze Zeit später lag die zugehörige CD "Stones In The Road" bei mir im Player. Das Gesamtergebnis war jedoch relativ ernüchternd. Zwei, drei ganz nette Stücke inclusive des oben angeführten Liedes, der Rest eher langweiliges Geheule. Zwischenzeitliche Videos in der TV-Sendung "Country Roads" hauten mich auch nicht sonderlich vom Hocker, so dass erst mal eine längere Funkstille herrschte. Nun also das neue Album von Mary. Ja, liebe Mary, "time is a great gift, sex is a great equalizer, love is a great mystery", hört sich alles sehr schön an und mag auch hier und da mal stimmen, viele deiner Songs sind aber "great tranquilizers". Ob ihr Lachanfall im recht diffusen elfminütigen Abschlussstück ein Indiz dafür war, dass einige ihrer Musiker kurz eingenickt waren? Ach übrigens, vielleicht bleibt noch zu klären, was aus dem anfangs erwähnten RWE-Fan geworden ist. Man soll ihn zuletzt in einer Dortmunder Apotheke gesehen haben... Daniel Daus, (Artikelliste), 15.06.2001
Ich bin im Home of Rock (und anderswo) nicht bekannt als großer Fan, Liebhaber oder Kenner von ruhiger, country- und/oder folklastiger Singer-/Songwriter-Musik. Und mir steht, rein fußballerisch gesehen, Unterhaching näher als RWE. Die sind zwar abgestiegen, aber das mit Anstand und Würde. Und im übrigen bin ich sowieso FCB-Freund. Die spielen, wie jeder weiß, in einer ganz anderen Liga. Nun, "Time* Sex* Love*" ist sicher nicht eines meiner All-Time-Faves-Alben, aber ich mag diese CD. Es ist ein ruhiges, sehr privates, introvertiertes, möglicherweise autobiographisches und vor allem angenehmes Werk geworden. Einziger Nachteil: Mit fast 74 Minuten Laufzeit ist die Platte zu lang. Durch die gehäufte Ansammlung von ruhigen Stücken eignet sie sich ganz sicher nicht als Partyscheibe. Ich würde mir (natürlich) schon einige knackige Nummern wünschen. Diese Platte fordert Konzentration und Langmut. Ohne jeden Widerspruch erkenne ich an, dass die Platte nicht jedem gefallen kann (ich bin ja von mir selbst überrascht). Aber eines ist sicher: In ihrem Genre ist Mary Chapin Carpenter eine herausragende Persönlichkeit. Wenn nun ab und an noch eine Gitarre ordentlich heulen würde... Noch eine Anmerkung zum Thema "Fremdkomponisten". Eine zweite solche Platte sollte sie nicht machen. Das wäre zuviel des Guten. Aber für diese CD wären aussenstehende Songwriter nicht gut gewesen. Dazu ist sie zu persönlich. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.06.2001
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