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Magneta Lane

The Constant Lover

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Unser Disclaimer
The Constant Lover
The Constant Lover, Paper Bag Records, 2005
Lexi Guitar & Voice
Nadia Drums
French Guitar & Bass
Gast:
Jon Tambourine
Produziert von: Jon Drew Länge: 20 Min 45 Sek Medium: EP
1. The Constant Lover4. Their Party Days
2. Kissing Is Easy5. Mare Of The Night
3. Medusa6. Ugly Socialite

Debut-EP einer Frauenband. Toll. Als ob wir das nicht bereits zur Genüge gehabt hätten. Vermutlich von cleveren Managern gecastet und via Hübschigkeitsfaktor zusammengestellt. Schnell von ein paar ausgekochten Fabrik-Songwritern die passenden Popnummern schreiben lassen und dann mit viel Körpereinsatz in die Medien.
Mensch, Du oller Miesepeter, lass doch mal das Unken und hör erst hin, bevor Du blöd daher redest. MAGNETA LANE aus Kanada haben nämlich ihre Songs selbst geschrieben und von Körpereinsatz ist auf der CD rein gar nichts zu sehen. Nicht mal Porträts der drei Damen sind abgedruckt, was die Sache richtiggehend spannend macht. Und wer sollte solche Musik casten?

Im Info stehen die angeblichen Einflüsse der vor zwei Jahren gegründeten Band. Die KINKS werden genannt, SONIC YOUTH und VELVET UNDERGROUND auch, und Nancy Sinatra. Na gut, mag sein. Letztere ist eben eine unglaublich coole Lady gewesen.
Ob absichtlich oder nicht, der augenfälligste aller Querverweise ist nicht erwähnt. MAGNETA LANE verursachen bei mir ein Kribbeln, wie es vor vielen Jahren eine gewisse Deborah Harry getan hat. In erster Linie liegt das an der Stimme von Sängerin Lexi, die ganz genau die selbe leicht unterkühlte Lässigkeit und Arroganz transportiert, wie seinerzeit die der Frau von BLONDIE. Aber auch die Musik passt in dieses Raster. Unbeschwert, in gewisser Weise naiv, eingängig, einfach, und dennoch radikal. Vielleicht ist das die Erfolgsformel für perfekten Pop?

MAGNETA LANE sind ein Trio und das könnte momentan ihr einziges Handicap sein. Nur Gitarre, Bass, Schlagzeug und Stimme limitieren die Ausdrucksmöglichkeiten einer Punk-Pop-Rock Band, speziell wenn sie keinerlei Wert auf plakatives Zurschaustellen technischer Fähigkeiten legt. Vom wunderbaren Gesang natürlich abgesehen. Als Folge erscheinen die sechs Songs bei oberflächlichem Hören zuerst relativ ähnlich und austauschbar. Lässt man sich aber auf die einzelnen Nummern ein, wird man zwangsläufig von den Hooks gefangen und schwelgt abwechselnd in den Harmonien oder vereinzelten eruptiven Ausbrüchen an Bass oder Schlagzeug.
Glücklicherweise hat Produzent Jon Drew nichts glattgebügelt, keine Ecken weggeschliffen und der Band ihre genuine Spontanität gelassen. Da wird getrommelt und gewummert, dass man auf manchen männlichen Instrumentalakrobaten gerne verzichtet, weil er einem peinlich wie ein aufgeblasener Gockel vorkommt.
Vorsicht! Ich bin kein Frauenversteher und goutiere durchaus gepflegtes Macho-Gepose im Rock & Roll. Aber hier hat das nichts zu suchen, hier haben drei Frauen ihre musikalische Form gefunden und verwirklichen sie unaffektiert, ästhetisch und gerade dadurch höchst sexy.

Klasse Erstling! Im nächsten Februar kommt die vollständige CD und vielleicht dürfen wir die Kapelle bald live erleben. Mein persönlicher Wunsch hierfür wäre: Bitte keine Röcke auf der Bühne. MAGNETA LANE haben nämlich die Hosen an.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.10.2005

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