HoR Logo kl CD-Review:

Killer

Ladygriller (a.k.a. Ladykiller & Thriller)

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Killer > Ladygriller

Link Homepage, Anhören & Kaufen:
Offizielle Killer Homepage

Unser Disclaimer
Ladygriller
Ladygriller (a.k.a. Ladykiller & Thriller), Eigenproduktion, 2001, Erstveröffentlichung 1981 & '82
Mark Broman Lead Vocals
E. Crown Kocher Lead Guitar
Many Maurer Rhythm Guitar
Beat Kofmehl Bass
Ali Alleman Drums
Produziert von: Cory Knobel ("Ladykiller") Länge: 70 Min 56 Sek Medium: CD
Ladykiller:
1. Get Up, Get Down5. Crystal Butterfly
2. Come Along6. Ladykiller
3. Crazy Daisy7. Passport
4. Midnight Highway Rider8. Get Out Of My Life
Thriller:
9. Break My Chains13. Out On The Frontline
10. Stealin' My Mind Away14. Prisoner Of The Night
11. The Great Escape15. Take Me, Break Me...
12. Never Touch A Tiger16. Sell Your Soul

Sachen gibt's. Kommt doch kürzlich ein Mail von einem gewissen Crown in der Redaktion an.
Nachdem Crown nicht nach Spendenaktion für nordnorwegische Reisbauern klingt, wird das Mail angeschaut und siehe da, wer verbirgt sich hinter diesem Absender?
Niemand geringerer als der ehemalige Boss der Schweizer Hard Rocker KILLER!

Angestrengtes Überlegen beginnt. Wann war das noch mal? Da hab ich doch noch eine alte LP im Schrank? Die waren doch ganz gut?
Nach dem ersten Schock, immerhin ist das 20 (!!) Jahre her, hab ich also die LP gesucht, aufgelegt und festgestellt: Ich fahr immer noch auf solchen Sound ab! Man sieht es nur nicht mehr so ernst wie damals...

Paar Mails in die Schweizer Berge geschickt, die (cool gemachte) Homepage besucht und schon war eine CD im Briefkasten. "Ladygriller". Die beiden ersten Longplayer "Ladykiller" und "Thriller" von 1981 und 1982 vereint auf einer CD.

Und jetzt kommt's. 72 Minuten allerfeinster Hard Rock ballern Dir von dieser CD um die Ohren. Und zwar in einem, nicht für möglich gehaltenen, Powersound, dass es dem Nachbarn das Frühstücksei um die Löffel haut.

Die Schweiz ist schon ewig für geilen Rock bekannt. In den frühen 70ern waren es KAKTUS (da war Crown Kocher auch schon mit dabei), TEASE, dann KROKUS, die STEVE WHITNEY BAND, VIC VERGAT, später natürlich GOTTHARD, heute HANG LOOSE, SHAKRA und ein ganzer Sack anderer, haben immer feinen und kommerziell erfolgreichen (Hard) Rock gemacht. Deutschland ist dagegen irgendwie Entwicklungsland.
Interessant ist vor allem, all diese Bands sind tief im traditionellen Hard Rock verwurzelt.
Und KILLER waren das auch. Irgendwie die Schnittmenge aus AC/DC, KROKUS, der NWOBHM, den frühen ACCEPT und STATUS QUO (in heftigerer Form).

Leider kamen KILLER damals nie so hundertprozentig aus dem Knick.
Trotz einigen mittleren Hits (Midnight Highway Rider), etlichen Tourneen (u.a. mit MOTÖRHEAD) und einem astreinen Medienskandal (ausgelöst durch das Cover von "Ladykiller"- mein Gott, über was für Albernheiten die Leute sich damals noch aufgeregt haben...), war nach 2 Scheiben für die Originalbesetzung um Crown Kocher Schluss.
Das dritte Album, mit neuem Gitarristen und u.a. Danny Crivelli an den Drums und das nachgeschobene 4. Studiowerk floppten gnadenlos. Allerdings war die Zeit für solche Musik auch schon wieder abgelaufen.

"Ladykiller" war ein reines Good Time Album. Vergleichbar vielleicht mit den ersten 3 Platten von KROKUS. Was Wunder, immerhin war Many Maurer mit von der Partie.
Der Sänger Mark Broman, ein typischer "Schreihals" im Stil von Bon, Brian oder Marc, gab den Songs den nötigen Kick, die Gitarren sägen messerscharf und nicht überkompliziert ihren Heavy-Boogie und die Rhythmusabteilung wuchtet ein paar Tonnen Power aus den Boxen.
Das ganze schnell, laut, dreckig genug, trotzdem sauber produziert, mit dem nötigen Rock & Roll-Drive und nie pervers heavy.

Meine Favoriten: Track 1 bis 8. Party ohne Pause.
Mal von Crystal Butterfly abgesehen. Der Song hat damals (und heute) an eine klassische Halbballade der Scorpions erinnert. Damals haben die nämlich noch gute Songs gemacht.

Die zweite LP war "Thriller".
Wie auf der Homepage sehr witzig nachzulesen ist, wurde die Band damals von Michael Jackson um diesen Titel bestohlen und der hat die dicke Kohle damit eingesackt...

Ich weiß jetzt auch wieder, warum mir die LP damals nicht so gut gefallen hat wie "Ladykiller".
Der Good Time-Faktor war etwas zurückgeschraubt. Woran es lag? Vielleicht am Druck, die zweite Scheibe schnellstmöglich nachzuschieben? Vielleicht einfach an der Entwicklung der Musiker?
Im Abstand von beinahe 20 Jahren betrachtet, ist das einerlei. Denn auch diese Platte knallt. Etwas weniger Boogie, etwas mehr Heavy-Gitarren, vielleicht ein Schüsschen mehr Melodie (im Sinne von damaligem "Mainstream", siehe Prisoner Of The Night), aber ansonsten das gleiche in Grün.

Songs wie The Great Escape, Never Touch A Tiger oder Take Me, Break Me (Achtung! Headbang-Gefahr!) und Sell Your Soul waren und sind klassische Hard Rock Ohrwürmer.

Wer die Band damals mochte, oder wer 1980 zu jung war und trotzdem auf solche Musik steht, sollte via Homepage (im Linkblock links) zuschlagen.
Sehr fair ist dort übrigens vermerkt, dass es sich bei "Ladygriller" nicht um eine offizielle CD handelt, sondern um eine CDR. Die ist allerdings wirklich schick gemacht und lohnt den Kauf auf jeden Fall. Im nächsten Jahr sollen alle 4 LP's auch regulär wiederveröffentlicht werden.

Und ein Schmankerl zum Schluss: Im kommenden Frühjahr (also 2002) wird es eine (einmalige?) Reunion der Original KILLER geben. In der Solothurner Kneipe "Chutz" und zu einem noch mitzuteilenden Termin.
Ich würde mich freuen, wenn die Geschichte danach noch weiter geht...

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 05.10.2001

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > CD-Reviews > Killer > Ladygriller

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum