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Bad Bad Name
Bad Bad Name, MusicArtEmotions, 2003
Ricky Gee Lead Vocals
Tommy Bohn Lead Guitar
Mique Bone Electric & Acoustic Guitars, Backing Vocals
Ruudy Gähner Bass
Guido Littich Drums, Tambourine, Backing Vocals
Produziert von: Ricky Gee Länge: 44 Min 57 Sek Medium: CD
1. Bad bad name7. Tonight
2. Cool cool cutie8. Take me back to the country
3. Wings of love9. Let me in
4. Hold back the tears10. The reason why I'm living
5. Life is an open highway11. Got my eye on you
6. Sweet radio12. Stand up

Mann, Mann, Mann. Wo wird das noch hinführen? God's own country liegt woanders und, ehrlich gesagt, das ist vollkommen okay so, derweil können wir uns nämlich mit weit wichtigeren Dingen beschäftigen. Zum Beispiel mit der Musik, die ursprünglich aus diesem gelobten Land kommt und inzwischen bei uns in old Europe eine mindestens so treue Fan-Fraktion besitzt wie zuhause. Oder wie ist es anders zu erklären, dass im Land der nicht funktionierenden Trucker-Maut klasse Southern Rock Bands am laufenden Band aus den Startlöchern kommen und die amerikanischen Bands bei uns mehr Anerkennung bekommen als drüben? Und wir kriegen sie alle ins Home of Rock!

Aktuelles Beispiel: JUMP THE GUN aus Wuppertal (!!). Sänger Ricky Gee ist Brite (seit George Hatcher der erste mir bekannte Engländer im Southern Rock) und im klassischen Vocals-Guitar-Guitar-Bass-Drum-Outfit stürmen die fünf Cowboys durch ihre erste CD "Bad Bad Name".
Im Südstaatensound von JTG ist eine Menge Country drin und wo Country drin ist, muss nicht automatisch pfundweise Schmalz als Schmiermittel enthalten sein. Natürlich, so ein, zwei arge Heuler sind auf "Bad Bad Name" versteckt, aber darüber komme sogar ich hinweg, denn der Rest ist kernig, voll mit Gitarrenbreitseiten und vor allem gespickt mit mega-eingängigen Ohrwürmern, die bei aller Kraftmeierei oft beinahe popig wirken, so geschmeidig gehen sie einem rein und runter. Es ist aber keine Sekunde Pop, sondern purer Southern-Country-Rock'n'Roll für die nächste Party mit Bier, Mädels und jeder Menge Macho-Sprüchen. Aber Achtung! Das ist die letzte Stufe der Eingängigkeit! Mehr würde die Grenze zum Schubidu überschreiten!

Damit nichts falsch verstanden wird: JUMP THE GUN sind keine Southern Band in der Tradition der ALLMAN BROTHERS! Dafür klingt vieles zu europäisch - und das ist beileibe nicht negativ zu verstehen. Ich will es vorsichtig mit einer Mischung aus einer Prise Hank Jr., Travis Tritt und frühe LIZARD umschreiben. Jam-Teile fehlen, dafür wird im Schnitt 3 1/2 Minuten pro Song munter gerockt. Nicht zu anspruchsvoll-verschwurbelt, nicht zu heavy, ganz einfach so, dass man eine gute Zeit hat und beschwingt mit dem Fuß wippen kann. Es ist nunmal keine politische Aussage, wenn Ricky shuffelnd Stand up skandiert, sondern einfach eine Aufforderung zum Spaß haben.

"Bad Bad Name" ist eine der CDs, die man einmal hört, dann noch mal, und spätestens beim dritten Durchgang singt man mit. Beträchtlich zum Hörvergnügen trägt die kraftvolle Produktion und das größtenteils von rechts und links gleichzeitig zupackende Gitarrenspiel bei.

9 Volltreffer bei 12 Songs. That's my kind of southern Rock & Roll. Yeehah!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.09.2003

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