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Hypostatic Union

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Hypostatic Union
Hypostatic Union, ProgRock Records, 2011
Derek Barber Vocals, Keyboards, Rhythm Guitar
Esther Barber Vocals
Davis Friesen Bass
Tyler Friesen Drums
Richard Shukin Lead and Rhythm Guitar
Gäste:
Michael De Boer, Rebecca De Boer Backing Vocals
Jason Hywel Martin Guitars, Backing Vocals
Produziert von: Derek Barber, Jason Hywel Martin Länge: 67 Min 56 Sek Medium: CD
1. Memory Remains5. Already, Not Yet
2. Achromatize6. Buried In Time
3. Terminal7. Hypostatic Union
4. Pale Blue Dot8. Signals

"Können ja nächstes Mal vielleicht die eine oder andere aufrüttelnde Stelle einbauen. Aber ansonsten wirklich großartige Musik und das obwohl die keinen Drummer haben. Komisch, bin ja sonst so drum-fixiert, aber das passt hier trotzdem. Alles ein bisschen wie aus einer Traumwelt." - so schloss Kollege Jürgen Gallitz-Duckar seine Review zum Vorgänger-Album von GREYLEVEL. Zum Ehepaar Barber und dem Gitarristen Shukin hat sich noch das Brüderduo Friesen an die Rhythmusfraktion gesellt, die somit den neuen Stamm von GREYLEVEL bilden. Dazu noch die Schwestern DeBoer an die Backing Vocals und den Produzenten an die zusätzlichen Gitarren und los geht's mit "Hypostatic Union". Memory Remains startet sehr cineastisch und orchestral, baut sich langsam Stück für Stück auf, bekommt mit Einsatz des Gesangs eine Melodie, die sich ins Hirn frisst. Es dauert ganze zweieinhalb Minuten, bis sich das Schlagzeug blicken lässt und der Song ein wenig an Fahrt aufnimmt. Schwerfällig wie eine Dampflok im Herbst bahnt sich der Song, behäbig das Grundthema bis zum Ende hindurch schleppend, seinen Weg durch die neuneinhalb Minuten. Mit Achromatize reißt man im zweiten Song schon die 10-Minuten-Marke, übergangslos wechselnd. Die Gitarren dominieren das Geschehen, der Drummer klopft das Fundament fest, auf dem der Rest der Band sich ausbreitet. PINK FLOYD dürfen hier gerne als Indikator genannt werden. Was die Kanadier hier aufbauen ist ganz großes Kino für die Ohren, am besten unter Kopfhörern zu genießen. Kleine, kurze eruptive Änderungen im Aufbau, lassen aufhorchen: wie war der Wunsch des Kollegen damals? Voilá, hier sind sie, die ein oder anderen aufrüttelnden Stellen. Terminal geht noch was flotter von der Hand - sind das die Momente, die der Kollege auf dem Vorgänger "Opus One" vermisst hatte? Hatte ich beim ersten Hören von "Hypostatic Union" noch den Eindruck, dass die kanadischen Progger sich an MARILLION orientieren, kann ich das mit jedem Hördurchgang verneinen. Oder vielleicht - nein! Nicht verneinen. Aber definitiv klingen sie nicht wie die aktuellen MARILLION, sondern eher wie die, die man zu "Brave"-Zeiten kennt, als noch etwas Pepp in der Melancholie durchklang. Andere werden das Zweitwerk hier mit den frühen PORCUPINE TREE vergleichen, was sicherlich auch nicht verkehrt ist. Meiner Meinung besonders deutlich in Terminal zu erkennen. So könnte ich mit der Beschreibung jetzt durchweg weitermachen, würde aber nichts bringen, denn - und das ist tatsächlich ein kleines Manko - vom Grundthema her sind die Songs identisch. Das liegt zum einen am Aufbau, zum andern an der betörenden und manchmal leider auch leicht einlullenden Stimme von Derek Barber. Was sich wie ein Kritikpunkt anhört, ist aber in gewisser Weise keiner, denn wäre es nicht so, das Album würde seinen kompletten Charakter verlieren.

GREYLEVEL ist kein Album für mal eben nebenbei Hören gelungen, sondern eins, das wachsen muss, dass seine Vielfalt am besten unter den Kopfhörern entfalten kann und das wunderbar zum Abschalten und Träumen einlädt. Großartige Musik, wie mein Kollege Gallitz-Duckar schrieb, ist es geblieben - jetzt aber mit Drummer.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 02.10.2011

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