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| In The Dark & Built To Last, Rhino Records, 2006 (1987 & 1989) |
| Jerry Garcia |
Guitars, Vocals |
| Bob Weir |
Guitars, Vocals |
| Phil Lesh |
Bass, Vocals |
| Bill Kreuzman |
Drums, Percussion |
| Mickey Hart |
Drums, Percussions |
| Brent Mydland |
Keyboards, Vocals |
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| "In The Dark": | |
| 1. Touch Of Grey | Bonus Tracks: |
| 2. Hell In A Bucket | 8. My Brother Esau (Single B-Side) |
| 3. When Push Comes To Shove | 9. West L.A. Fadeaway (Alternate Version, 1984) |
| 4. West L.A. Fadeaway | 10. Black Muddy River (Studio Rehearsal) |
| 5. Tons Of Steel | 11. When Push Comes To Shove (Studio Rehearsal) |
| 6. Throwing Stones | 12. Touch Of Grey (Studio Rehearsal) |
| 7. Black Muddy River | 13. Throwing Stones (Live) |
| Produziert von: Jerry Garcia & John Cutler |
Länge: 78 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| "Built To Last": | |
| 1. Foolish Heart | 8. Picasso Moon |
| 2. Just A Little Light | 9. I Will Take You Home |
| 3. Built To Last | Bonus Tracks: |
| 4. Blow Away | 10. Foolish Heart (Live) |
| 5. Victim Of The Crime | 11. Blow Away (Live) |
| 6. We Can Run | 12. California Earthquake (Whole Lotta Shakin' Goin' On) (Live) |
| 7. Standing On The Moon | |
| Produziert von: Jerry Garcia & John Cutler |
Länge: 79 Min 59 Sek |
Medium: CD |
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Als GRATEFUL DEAD im Juni 1987 nach sieben Jahren eine neue Studio-LP auf den Markt brachten, war bis auf die Bandbesetzung nichts mehr wie früher. Vorhergehende, zaghafte Versuche im Studio scheiterten immer wieder, ganz generell hatte sich ein neuer Zeitgeist mitsamt gewandelter Musik durch die Achtziger geschlichen, MTV war zum Trendsetter und Hitmacher geworden, G.D. hatten ihren zwanzigsten Geburtstag hinter sich und waren damit endgültig aus dem Rennen um den Jugendlichkeitspreis ausgeschieden, hatten sich dafür aber als gigantischer Live-Act etabliert und brachen Ticketverkaufsrekorde en masse. Und dann war natürlich noch Jerry Garcias Koma 1986, das ihm nicht nur beinahe das Leben gekostet hätte, sondern ihn während der Reha auch zum neuerlichen Erlernen seiner Spieltechnik zwang.
Man könnte meinen, all die äußeren Einflüsse hätten "In The Dark" geprägt, aber dem war keinen Moment so. Nicht nur, dass bis auf zwei Songs das gesamte Material bereits bis zu fünf Jahre alt war und längst im Bühnenrepertoire seinen Platz hatte, "In The Dark" erwies sich als erzkonservatives Album, völlig unberührt von modernistischen Klängen (bis auf die neuartige Dolby-Technologie und das Quasi-Liveaufnahmeverfahren), viel tiefer in der eigenen und Roots-musikalischen Tradition als die Vorgängeralben. Absurd unmodisch also. Das Ergebnis war mit über 2 Millionen verkauften Einheiten ein Platz 6 in den Billboard Charts, mit Touch Of Grey ein #1 Single-Hit in der Mainstream Hitparade (!) und das zugehörige Video bei MTV in der Heavy-Rotation. Klassisches antizyklisches Denken und Handeln also.
Dem Nicht-Dead-Fan kam die Platte seinerzeit mindestens anachronistisch vor, dem geistig noch aufnahmefähigen Betrauerer vergangener Zeiten muss "In The Dark" hingegen wie ein Geschenk einer totgeglaubten Roots-Rock Gottheit erschienen sein. Neben Petty, Dylan und Springsteen gab es endlich wieder traditionelles Futter ohne genmanipulierte Hightech Beimischung und dennoch massenkompatibel und nicht irgendwo im Underground beheimatet. Und in der Tat fanden sich auf der Scheibe fast ausschließlich potentielle Groove-Klassiker. Bis auf Mydlands sehr offensichtlich Pop-orientiertes Tons Of Steel vielleicht. Die alternden GRATEFUL DEAD hatten es tatsächlich geschafft, Musik für Millionen zu kreieren, ohne sich fremden Zielgruppen anzubiedern und ohne wirklich originell sein zu müssen. Die Formel "Groove + Melodie + altbekannte Trademarks - Experimente = Volltreffer" ging auf. "In The Dark" war eine schöne Platte geworden.
Die Bonus Tracks geben einen Einblick in den Sound der einzelnen Songs zum Zeitpunkt ihres Entstehens (West L.A. Fadeaway 1984, Touch Of Grey 1982) bzw. bei Throwing Stones den Bühnentauglichkeitsbeweis. Die endgültigen Fassungen unterstreichen den bewussten Schritt zurück übrigens nochmals deutlich, vor allem West L.A. Fadeaway war ursprünglich deutlich zeitgeistiger aufgenommen worden.
"Neu" ist nur Bob Weirs My Brother Esau, das aus Platzgründen nur als Single B-Seite bzw. auf der Kassettenversion des Albums erschien. Offenbar trauten DEAD (oder die Plattenfirma Arista) dem 1987 eigentlich längst etablierten Medium CD noch nicht. Möglicherweise sogar zurecht, denn die 1990 veröffentlichte CD klingt im Vergleich zu dieser famosen HDCD-Bearbeitung wie ein Pappkarton und hat auch gegen das originale Vinyl nicht den Hauch einer Chance.
Gesättigt aber nicht unbedingt beschwingt vom Erfolg der letzten Platte und den gewaltigen Live-Erfolgen, versuchte man im Sommer 1989 das nächste Album auf die Beine zu stellen. Das geplante Aufnahmeverfahren (analog zu "In The Dark", live in einem Theater ohne Publikum eingespielte Basic Tracks) funktionierte nicht und so geriet "Built To Last" zum ersten (und natürlich auch letzten) Album, bei dem die Band nie zusammen im Studio war und jeder seinen Part alleine erarbeitete. Technisch gelang das Experiment vollkommen, die vorangeschrittene Studiotechnik und das üppige Budget erlaubten solche Extravaganzen inzwischen. Das Problem lag einmal mehr beim Songmaterial.
Wo "In The Dark" betulich aber wunderschön ins Ohr floss, nervten auf "Built To Last" ausgelutschte Klischees. Keyboarder Brent Mydland war daran mit vier Songs beteiligt und bewies seine Durchschnittlichkeit als Songwriter mit süßlichen Westcoast-Manierismen und Pop-Balladen, die ohne Änderung auch von SMOKIE stammen könnten - auch wenn sich Just A Little Light halb autobiographisch mit seiner letztendlich tödlichen Drogensucht befasste. Aber auch Garcia und Weir waren nicht in Form und Mickey Harts Effekte-Overkill gab dem Album den Rest. Einzig Picasso Moon von Weir nahm Fahrt auf und rettete die CD (es war die erste zeitgleiche CD/LP Veröffentlichung) vor der völligen Beliebigkeit.
Wie lebendig die schwachen Songs live klingen konnten, zeigen die langen Aufnahmen von Foolish Heart und Blow Away aus dem gleichen Jahr. Mydland bevorzugte zwar auch hier reichlich scheußliche Synthetikklänge, aber Garcia, Weir und die Rhythmusabteilung konnten sich ausgiebig delektieren. Ein kleines Schmankerl ist das abschließende California Earthquake (Whole Lotta Shakin' Goin' On) von Rodney Crowell.
Diese letzte Studioplatte von GRATEFUL DEAD schließt vorläufig die umfassende Archivarbeit von Rhino Records in HDCD-Qualität ab. Nicht alle Platten der Band hatten wiederveröffentlichungswerte Güte, durch die technische und optische Aufwertung plus die Bonus Tracks ist diese Serie jedoch beinahe Pflicht für Fans klassischer Rockmusik und für Deadheads insbesondere. Außer sie sind bereits Besitzer der alles erschlagenden 12-CD-Box "Beyond Description" aus dem Jahr 2004.
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