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Tits'N Ass

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Tits'N Ass
Tits'N Ass, Universal, 2012
Rinus Gerritsen Bass, Synth, Keyboards
George Kooymans Guitars, Vocals
Barry Hay Vocals, Guitar, Flute
Cesar Zujderwijk Drums, Percussion
Länge: 55 Min 48 Sek Medium: CD
1. Identical8. This Love
2. Time Bomb 9. Stratosphere
3. Cool As It Gets 10. Off the Cliff Into The Deep Deep Blue
4. Acrobats And Clowns11. Flowers In The Mud
5. What Do I Know About Love 12. Justin Time
6. Still Got the Keys To My First Cadillac13. Avenue Of Broken Dreams
7. Dope Runner14. Wanted by Women

So, die gibt es auch noch. Radar Love, Buddy Joe und der Drogentrip Eight Miles High von den Byrds gecovert und damit Rockgeschichte geschrieben - das war doch dann mal ein guter Anfang. Aber danach gerieten sie für die damals lebenden Musikfans irgendwie aus dem Blickfeld. Zwar veröffentlichten sie regelmäßig Platten, und "Cut" 1982 mit The Devil Made Me Do It und Twilight Zone brachte ihnen wieder etwas Aufmerksamkeit, aber damit war es dann auch bald wieder geschehen. Hinzu kam ein Auftritt im Rockpalast, und 2003 das letzte Album "Millbroock, USA". Ein Three-Hit Wonder, wenn man so will, weil die späteren Alben eher medioker waren.

An der Band lag das nicht. Sie haben mit Barry Hay einen stil- und tonlagensicheren Sänger, eine versierten Gitarristen und eine eingespielte Rhythmusgruppe mit dem Groovemonster Cesar, der bei Radar Love einen Rhythmus hinlegte dass man sich heute noch fragt, was er da eigentlich spielt.
Es liegt wohl eher am Songwriting, das sich konsequent dem Drang verweigert, noch ein Radar Love zu schreiben. Und so werden Popsongs ins Konzept eingewirkt, Balladen sowie so, und niemals nicht ohne Zweifel nicht kein Radar Love-ähnliches Riff geklöppelt. Der Sound war dann in letzter Zeit auch eher weicher, nicht mehr so knackig, ähnlich dem der WHO, mit denen sie tourten und die zeitweilig als ihr Role Model galten.

Nun also nach neun oder so Jahren ein Lebenszeichen. Und das macht sich ganz gut. Schön, Radar Love 2 ist immer noch nicht dabei, aber Tracks wie Identical oder Dope Runner rocken wirklich gut, und man wünscht sich nur, die Band würde mal ihre Beschränkung fallen lassen und richtig Gas geben. Aber auch so gibt es Gutes zu vermelden: einen Song wie Cool As It Gets mit den netten Rhythmuswechseln muss man erstmal schreiben, aber das reicht noch nicht: natürlich klaut das das unterliegende Riff von dem Long Cool Woman der HOLLIES, das Guitar Lick vom Jeepster von T.REX, und spielt mit Plant's Tall Cool One - ein Glam Rocksong allererster Güte, mit einem 100% passenden Namen.

Ab und an heult die Slide (viel zu kurz, und viel zu selten - das reicht nicht beim Rocker Acrobats And Clowns)! Time Bomb ist ein rolling Blues mit packendem Refrain, What Do I Know About Love und This Love sind akkustische Blues bzw. eine wunderbare Ballade á la Angie, der Dope Runner tanzt auf Tribal Drums, und Stratosphere rockt wieder mit kurzer Slide und erinnert - oder geht mir das nur so - von Ferne nicht ganz an Radar Love. Es folgt Rock'n'Roll (Flowers In The Mud), ein toller Shuffle (Avenue Of Broken Dreams) und eine wehmütige Erinnerung an gute Zeiten in Wanted by Women.

Das ist gut, soll heißen warm und ausbalanciert produziert, gut geschrieben und es gibt eigentlich wirklich keinen Grund zu meckern, zieht man in Betracht, dass die Jungs keine 20 mehr sind. Man kann sich deutlich schlechter und peinlicher schlagen. Man hat eben nur das Gefühl, dass die Band mit gebremster Power spielt, zu lange Solos bewusst vermeidet und den Song in den Vordergrund stellt. Da sie das aber können, so richtig losrocken, wünscht man sich ab und an - siehe oben - dass das auch mal passiert.
Das wird möglicherweise under the radar laufen, love, niemanden eight miles high katapultieren, buddy, aber ist schon wirklich cool as it gets! Eins rauf für GOLDEN EARRING.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 05.06.2012


 
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