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| Gillan's Inn, Immergent Records, 2006 |
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Länge: 62 Min 55 Sek (CD) |
Medium: DualDisc |
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| CD Side: | |
| 1. Unchain Your Brain - featuring Joe Satriani | 8. Trashed - Tony Iommi, Roger Glover & Ian Paice |
| 2. Bluesy Blue Sea - Janick Gers | 9. No Worries - Michael Lee Jackson |
| 3. A Day Late N A Dollar Short - Uli Jon Roth & Ronnie James Dio | 10. Smoke On The Water - Steve Morse, Johnny Rzeznik, Ian Paice, Roger Glover, Robby Takac & The Mississauga Singers |
| 4. Hang Me Out To Dry - Joe Satriani | 11. No Laughing In Heaven - Roger Glover & Ian Paice |
| 5. Men Of War - Steve Morse & Johnny Rzeznik | 12. Speed King - Joe Satriani |
| 6. When A Blind Man Cries - Jeff Healey | 13. Loving On Borrowed Time - Steve Morris, Steve Morse & Uli Jon Roth |
| 7. Sugar Plum - Roger Glover & Ian Paice | 14. I'll Be Your Baby Tonight - Joe Elliott |
| DVD Side: | |
| Album in 5.1 Surround Sound | Extras ohne Ende |
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Warum Ian Gillan seine 40-Bühnenjahre-Jubiläumsparty nun ausgerechnet im Hinterzimmer seiner Stammkneipe "Gillan's Inn" gefeiert und aufgenommen hat, weiß außer ihm wohl keiner. Vielleicht wollte er seinen verwöhnten Millionärsgästen die rustikale Seite des Lebens zeigen und es gab Holzbänke statt Ohrensessel und Schmalzbrot und Handkäs statt lecker Lachs und Kaviarschnittchen. Die Akustik in dem Räumchen war wohl nicht so besonders und der viele Zigarettenqualm hat die Mikros noch zusätzlich verstopft, auf jeden Fall tönt wenigstens die CD-Seite dieser DualDisc doch sehr nach Garagenproduktion anno Gründerjahre. Die Rückseite bietet mit ihrem 5.1 Stereosound und den ganzen enthaltenen Gimmicks mehr audiophilen Genuss, aber im Grunde ist es egal, denn Ian, sein Freunde und die alten Schlager munden zum Bier auch im Blechbüchsensound bestens.
Und wen er alles eingeladen hat. Sapperlot, da verblassen so ziemlich alle anderen Gästelisten. Bloß, hihi, Richard, der Pantoffelheld, Blackmore durfte nicht kommen. Unwahr ist, dass ihm sein Hausdrache 7 Jahre Entzug des Keuschheitsgürtelschlüssels angedroht hat, hätte er sich heimlich aus dem heimischen Schlösschen geschlichen, wahr ist vielmehr, dass Ian ihn einfach nicht dabei haben wollte, den ollen Miesepampel mit seiner Ukulele. Was hätte er auch dabei tun sollen, wo sich alle anderen doch Hals über Kopf in den Rock & Roll gestürzt haben und er mit solcherlei Kinderkram doch gar nix mehr am Hut hat und lieber Dauerfasching mit seinem Minnesängerverein spielt. Gewurmt hat es ihn aber bestimmt trotzdem, ich bin doch fast sicher, dass er heimlich gern mal wieder ein sauberes Monsterriff aus den Boxen blasen würde. Tja, lang genug haben es die anderen mitgemacht, jetzt rächen sich halt 30 Jahre Ungenießbarkeit.
Wahrscheinlich haben Gillan, MAIDEN-Geers, Morse, Iommi und die anderen sogar noch Scherzchen über ihn gemacht und genauso gelacht wie bei When A Blind Man Cries mit... oh Gott, was für ein blöder, alberner Kalauer... Jeff Healey! Prust... Der lässt aber zur Strafe ein Mördersolo raus und hat vermutlich nachher den Witz von Stevie Wonder und den Mohnbrötchen erzählt.
Beste Stimmung allseits also und die verschiedenen Formationen lassen es köstlich rauschen, Ian selbst ist in absoluter Bestform und hat sich keinen Schnupfen eingehandelt, barfuss im Schnee vor der Pinte stehend (siehe Cover).
Alleine die Powerhouse-Version von Smoke On The Water, mit Steve Morse und Johnny Rzeznik von den GOO GOO DOLLS an den Gitarren plus Lord, Glover und Paice, sollte jeden gichtigen Altrocker aus dem Stützstrumpf reißen. Man versteht, warum Gillan dieser Song auch nach so langer Zeit niemals zum Hals heraushängen wird, es ist einfach eine Gabe der Götter ihn so begnadet performen zu können. Analog Speed King, bei dem Joe Satriani, über den ich schon so oft gespottet habe, zum wiederholten Male auf dieser DualDisc dermaßen Gas gibt, dass man sich nur verneigen kann. Wenn Satriani seine Oberlehrerattitüde fallen lässt und einfach nur hemmungslos rockt, gehört er zum Besten der Rockszene. Genau wie der verträumte Spinner Uli Jon Roth, der so wundervolle Melodien von sich geben kann, wenn ihm jemand sagt wann auch wieder Schluss ist. A Day Late N A Dollar Short interpretiert er zauberhaft elektrisierend und Loving On Borrowed Time zeigt den akustischen Roth in bester Spiellaune.
Ja, Ian Gillan steht hinter seiner Karriere (warum auch nicht, schließlich hat sie ihn zu einem wohlhabenden Mann gemacht und er musste nie wirklichen Scheißdreck dafür abliefern) und auf "Gillan's Inn" deckt er weite Teile dieser Jahrzehnte ab. Seine Soloplatten als Ian Gillan und mit der Band GILLAN, seine Arbeit mit DEEP PURPLE, sein Intermezzo bei BLACK SABBATH (Tony Iommi ist bei Trashed dabei und rifft königlich), seine Sixties-Frühzeit mit EPISODE SIX und den JAVELINS, nur "Jesus Christ Superstar" fehlt. Dafür ist aber ein anderer Kleiner dabei, Ronnie James Dio trällert bei A Day Late N A Dollar Short vom leider völlig unterbewerteten Album "Dreamcatcher" (1998) brav die zweite Stimme. Genau wie Joe Elliott von DEF LEPPARD beim schwungvollen Altrocker I'll Be Your Baby Tonight.
Ian Gillan ist ein bisschen über 60. Das ist schon durchaus gehobener Standard und der Respekt darf keine Grenzen kennen, wenn so einer sich seine Lust an der Musik und am harten Rock im speziellen bewahrt hat. Man darf die letzte CD von PURPLE langweilig finden, ihm die Legitimation für sein Tun, ganz egal mit wem und wo, abzusprechen, wäre eine Frechheit. Geht hin, zu "Gillan's Inn", und habt Spaß mit Ian und seinen Freunden.
Und jetzt: Applaus!
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