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| Urban Desire, 20th Century Fox, 1978 |
| Genya Ravan |
Vocal |
| Conrad Taylor |
Lead Guitar |
| Ritchie Fliegler |
Lead Guitar |
| Don Nossov |
Bass |
| Charlie Giordano |
Keyboards |
| Bobby Chen |
Drums |
| Gast: |
Lou Reed, Vocals auf "Aye Colorado" |
| Produzent: Genya Ravan (Studio New York) |
Länge: 42 Min 35 Sek |
Medium: LP | |
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| 1. Jerrys Pigeons | 2. The Night Ain't Enough |
| 3. Do It Just For Me | 4. Shot In The Heart |
| 5. Aye Colorado | 6. Back In My Arms |
| 7. Cornered | 8. The Sweetest One |
| 9. Darling I Need You | 10. Messin Around |
| 11. Shadowboxing | |
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Ich sag es gleich am Anfang. Für Yes-Fans ist das folgende nichts. Aber wer
auf puren Rock'n'Roll, Boogie, Blues und Rhythm & Blues steht, wer dazu eine
gewaltige Stimme hören möchte, der ist richtig.
Wie im Interview erwähnt, habe ich diese Sängerin erst mehr als 20 Jahre
nach Veröffentlichung der Platten entdeckt. Mist. Aber diese Art von Musik ist
zeitlos. Was rockt, das rockt. Auch noch in 100 Jahren.
Genya Ravan hat diese LP (und auch die "...And I Mean It!" von 1979) selbst
produziert und komponiert und konnte damit erstmals ihre eigenen Ideen
verwirklichen. Schön für mich, denn sie hat eindeutig die gleichen musikalischen
Vorlieben wie ich.
Die Platte startet mit "Jerrys Pigeons" und legt los wie die Feuerwehr. Ein
straighter, für 1978 kommerzieller, Rocker. Genya schreit mit ihrer
rauchigen, souligen Stimme, dass sich die Haare am Rücken aufstellen. Und trotzdem hat
man immer das Gefühl, als ob da noch 10% mehr kommen könnte. Wenn sie nur
wollte. Dazu ist über das ganze Lied verstreut ein schönes Backing-Vocals
Arrangement. Klingt nach 50ies.
"The Night Ain't Enough" ist ein Stampfer. Rockt, groovt und shuffelt wie
eine Humble Pie-Nummer. Der Titel stimmt haargenau. Entweder man will nach
diesem Lied die Frau, oder mehr von diesem Boogiezeug. Und zwar die ganze Nacht.
Im Zweifel beides...
Die dritte Nummer ist eine schöne Ballade mit Akustikgitarren-Intro,
Mandoline und souligem Gesang. Klasse Gitarrensolo in der Mitte.
"Shot In The Heart" ist wieder ein flotter Rocker. Die Nummer erinnert mich
etwas an Helen Schneider. Nur zieht die in dem Fall den Kürzeren. Echter
Rock'n'Roll ist halt ehrlicher als aufgesetzte Punk-Attitüde.
"Aye Colorado" ist ein Shuffle. Genya bläst die Harp, der Pianist spielt was
ein Pianist im Saloon spielen muss, die Gitarre rockt und dazu singen Genya
und Lou Reed die Geschichte von Colorado. Ich bin kein grosser Reed-Fan, aber
wenn er immer so lässig gesungen hätte...
Bei "Back In My Arms" geht es in der gleichen Tonart weiter. Grooverock,
R&B, wie immer man es nennen will. Wunderbare 'Huuuhus' im Background. Kein
Fitzelchen zuviel produziert, einfach gut gerockt. Die Gitarren kommen immer
wieder mal Bad Co.-artig rüber. Sogar ein Double-Lead-Solo gibt's. Huhuuuuu.
"Cornered" beginnt mit Stakkato-Gitarren und erweist sich dann als ganz
opulent arrangierter, harter, Rocksong. Würde Jim Steinmann bei seinen Meat
Loaf-Opern nicht immer so schrecklich dick auftragen, die Nummer könnte von ihm
sein. Ist sie aber nicht, sondern von Genya Ravan. Kein Chor zuviel, keine
schleimigen Synthies, einfach 5 Mucker und eine Sängerin.
Die Nummer 8 ist das erste Lied, bei dem ich nicht sofort mitwippe. Diese
Art von Ballade ist einfach nicht mein Fall. Der Gesang ist trotzdem irrsinnig gut.
Wäre Frankie Miller eine Frau, "Darling I Need You" wäre von ihm. Das
Boogie-Piano schiebt die Nummer kräftig nach vorn und Frau Miller, äh, Ravan
schmettert dazu einen auf.
Zu "Messin Around" kann man nur sagen: Foghat mit Harp. Slide Guitar, jede
Menge Druck und diese Röhre... Ein Traum um im Wohnzimmer rumzuspringen.
Und zum Schluss kommt mit "Shadowboxing" die obligatorische Ballade. Zum
Glück sparsam instrumentiert und dadurch nicht schmalzig. Wunderschön.
Fred (Impressum, Artikelliste), 09.02.01
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