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CD-Review:
Frostbit BlueIce Breaker &
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Adult Oriented Rock. Aua, was für ein schmerzhafter Begriff. Ungefähr gleichzusetzen mit Rheumadecke, Doppelherz und Angela Merkel. Solche (AOR-) Musiker sind normalerweise zu gichtig für knackigen Rock, zu weich für einen kernigen 4/4 und zu blondiert für einen satten Tritt in den Arsch. Und das Publikum? Trinkt Cola Light mit viel Eis oder alberne siebenprozentige Schüttelgetränke die man auf den Tisch klopft damit wenigstens etwas schäumt. Was hat das mit FROSTBIT BLUE zu tun? Eine Menge, denn FBB machen genau die Musik, die man normalerweise mit 40 hören sollte, wenn man nicht völlig verbohlenisiert ist oder sich Jeanette Biedermann als Erektionshilfe ins Haus holen muss. Das heißt natürlich nicht, dass man "Ice Breaker" und "Just What The Doctor Ordered" (man sieht, die Band denkt an ihre ältere Kundschaft) nur als Rock & Roll-Veteran kaufen darf. Ganz im Gegenteil, aber solche Musik ist nun mal an kopfsockentragende Kiddies eher schwer vermittelbar. Seit 1987 existieren Frostbit Blue schon in dieser Besetzung und das hört man. Beide CDs sind hochgradig ausgereift, das Songwriting ist perfekt, die Musik kann man einfach nur als geschmackvollen Rock der "alten" Schule bezeichnen. Wir hören: Westcoast-Sounds, deftige zweistimmige Southern Rock-Gitarren, einen supersympathischen Sänger, locker groovenden Rock & Roll und klassische Hits en masse. Aber der Reihe nach. 1995 erschien der Erstling "Ice Breaker" und die Band bewegt sich zu 100% auf der sicheren Seite. Man merkt, dass die Songs zum damaligen Zeitpunkt etliche Jahre Liveerprobung hinter sich hatten. Wenn sich die Band beim Opener Take Me Away eingroovt, kann man nicht anders, als spätestens beim zweiten Refrain mitzusingen und die Luftgitarre auszupacken. High class american rockmusic. Ich war nie ein großer Balladenfan, Bob Seger, einige Southern Rocker und ein paar andere gehen grade noch so durch; FBB haben auf dieser CD einige Schmachtnummern, die ohne Umschweife auf meinem nächsten Schmusesampler landen würden (wenn ich so was machen würde). Einfach nur schöne Melodien, ohne den branchenüblichen Overkill an (künstlichen) Geigen und sonstigem Synthetikkram. Aber natürlich, wenn sie den Rock & Roll rausholen (Sweet Mary Jane, grandios, Molly Hatchet - ohne jaulende Overdubs - lassen grüßen!), dann gefällt mir das noch viel besser. Die Jungs können rocken! Und sie zeigen alten Adlern, dass auch außerhalb des Hotel California noch schöne Lieder möglich gewesen wären. Vom klassischen Southern Jam Cry For Love, wie gemacht für Fans der Marshall Tucker Band oder der Atlanta Rhythm Section, gar nicht gesprochen. Die CD ist 8 Jahre alt und wir sollten uns was schämen, diese Band erst jetzt entdeckt zu haben. Relativ zügig nach dem Debut kam 1997 "Just What The Doctor Ordered" hinterher. Nur zwei Mal übertreiben sie es mit dem Schönklang. You Take Me High ist mir etwas zu "uuuhuschubidu" und The Child I Used To Be ist eine Ballade mit gewissen New Country Einflüssen (inklusive Geigen vom Synthie), die mir so nicht gefallen. Aber man wird anschließend direkt wieder von wunderbaren Double Leads bzw. einer gemeingefährlichen Slide entschädigt. Insgesamt haben wir (respektive Joachim) mit FROSTBIT BLUE mal wieder eine ganz hervorragende Band entdeckt, die leider weder zuhause, noch bei uns die nötige Anerkennung bekommt. FBB existieren nach wie vor, spielen oft in heimatlichen Clubs und arbeiten wohl derzeit an ihrer dritten CD. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 22.04.2003
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