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Enuff Z'Nuff

Dissonance

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Dissonance
Dissonance, Rock Candy Records / Grind That Axe, 2010
Vinnie Castaldo Acoustic Drums
Jake E. Lee Lead Guitar
Donnie Vie Vocals, Guitar, Piano
Chip Z'Nuff Vocals, Guitar, Electric Bass, B3
Produziert von: V. Castaldo and Enuff Z'Nuff Länge: 52 Min 02 Sek Medium: CD
1. Dissonance8. Sometimes
2. Fine Line9. Joni Lynn
3. Lazy Dazy10. Chicago
4. RollawayBonus Tracks:
5. High11. Code Red (previously unreleased studio outtake)
6. Altered States12. When Doves Cry
7. Playground13. Run For Your Life (previously unreleased studio outtake)

Bei der Band habe ich in der Vergangenheit, wenn ich sie denn überhaupt wahr genommen habe, den Namen zu wörtlich genommen - Es reicht! (Enough is enough - Enuff Z'Nuff). Irgendwie habe ich sie, bedingt durch Auftreten, Covers und allgemein dem Ratt'n'Poison Sleaze'n'Roll zugeordnet, und da gab es eben schon genug Bands - enough is enough. Fehler!
Aber ich bin wohl diesem Irrtum nicht alleine aufgesessen - EN'Z's Band History liest sich wie zum falschen Zeitpunkt mit dem falschen Image gekommen, irgendwann vom Grunge/Alternative überrollt, dann die übliche Selbstvernichtungsaktion mittels Drugs'n'Alc gestartet - und während des Splits der beiden Hauptakteure Donnie Vie und Chip Z'Nuff ein paar lauwarme CDs unter dem Bandnamen veröffentlicht, die auch keinem halfen.

Nun sind sie wieder zusammen, sind wieder am Start bei renommierten Rock Candy Records Label unter Vertrag - sind wohl eher clean und auf einem geraden Weg - aber brauchen wir die denn nun wirklich, oder reicht es immer noch? Und überhaupt - was machen die denn nun für Musik, wenn sie nicht Sleaze'n'Roll sind?
Als Next in Kin, also Verwandte im Geist, können genannt werden (und werden von Donnie selber erwähnt): CHEAP TRICK. Und CHEAP TRICK machen Power Pop, Melodie mit Hauruck. Und damit wären wir bei EN'Z - die machen nämlich auch Power Pop.
Also doch: es reicht, davon gibt es genug? Dachte ich anfangs auch. Aber die Kniff hier ist, dass EN'Z eigentlich die nächsten BEATLES sind …. Auauau! Eine Nummer kleiner: BEATLES'sche Vokalharmonien linsen an allen Kante um die Ecke (Junge, was für eine schiefe Metapher!) - und über dem darunter liegenden Gerüst aus jede Menge Gitarrenpower, geradeaus stürmenden Drums und Chips melodischen Jack-Bruce-Bass kommt das sehr gut. Was bei den Altvorderen oft an Druck fehlte, ist durch diesen Aufbau hier sehr wohl vorhanden; man höre das famose Fine Line und versuche, mich Lügen zu strafen!

Was gibt es noch? Wie wäre es mit Gitarrenass Jake E. Lee - ROUGH CUTT, OZZY, BADLANDS, und bei zahlreichen anderen Bands als Mietgitarrero dabei - an der Lead? Ist doch was, weiß der, der sich Mühe gibt, die Tracks anzuhören (denn anders als bei CHEAP TRICK gibt es hier die gesuchten Gitarrensolos doch zu Hauf!). Die sind allesamt - bis auf Prince's When Doves Cry (der Taube wird überigens kräftig auf die Schwanzfedern getreten, damit sie in die Gänger kommt) und dem alten BEATLES Schlachtross Run For Your Life - selbst geschrieben, und wandern eben ohne zu wackeln auf der feinen Linie zwischen Guitar Power und Melodic Hooks. Schön. Schön, manche sind vielleicht zu lang - Dissonance und Chicago etwa könnten nach der Hälfte vorbei sein - aber in der überwiegenden Mehrzahl sind sie richtig gut. Altered States könnte auf "Seven" von NIGHT RANGER drauf sein, deren Vokalarbeit auch als Role Model gedient hat.
Die Lyrics sind stellenweise ziemlich merkwürdig, befassen sich im weitesten Sinne oft mit dem Problem der Partnerschaft, ohne auch nur im Mindesten schmalzig zu sein; und wer den Sex so beschreibt wie Donnie in Playground zeigt, dass er mit Worten umgehen kann…

Damit genug des Name Droppings und der Lobeshymnen - das hält ja schließlich davon ab, sich das auf MySpace anzuhören, und dann bei Gefallen tätig zu werden. Es wäre den Jungs zu wünschen, das es diesmal besser läuft für die.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 12.09.2010


 
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