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| Entrance & Edgar Winter's White Trash, BGO Records, 2005 (1970 & 1971) |
| "Entrance": |
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| Edgar Winter |
Vocals, Alto Sax, Piano, Organ |
| Jimmy Gillen |
Drums |
| Randal Dolanon |
Guitar |
| Gene Kurtz |
Bass |
| Johnny Winter |
Harmonica, Guitar (Tobacco Road) |
| Tommy Shannon |
Bass (Tobacco Road) |
| John Turner |
Drums (Tobacco Road) |
| Ray Alonge, Earl W. Chapin, Brooks Tillotson |
Horns |
| Paul Gershman, Gene Cahn, Ralph Oxman, Russell Savakus, Emanuel Green |
Strings |
| "Edgar Winter's White Trash": |
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| Edgar Winter |
Lead Vocals, Alto Sax, Piano, Organ, Celeste |
| Jerry LaCroix |
Lead Vocals, Tenor Sax, Harp |
| John Smith |
Vocals, Tenor Sax |
| Mike McLellan |
Vocals, Trumpet |
| Bobby Ramirez |
Drums |
| George Sheck |
Bass |
| Floyd Radford |
Lead Guitar |
| Johnny Winter |
Guitar (I've Got News For You) |
| Rick Derringer |
Guitar (Keep Playin' That Rock 'N' Roll & Good Morning Music) |
| Ray Beretta |
Conga |
| Gene Orloff, Emanuel Green, Alfred V. Brown, Selwart Richard Clark, Arnold Eidus, Max Pollikoff, Russell E. Savakus, George Ricci |
Strings |
| Tasha Thomas, Janice Bell, Carl Hull, Maertha Stewart, Albertine Robinson, Eileen Gilbert |
Backing Voices (Save The Planet & Fly Away) |
| Produziert von: Edgar Winter ("Entrance"); Rick Derringer ("White Trash") |
Länge: 48 Min 02 Sek & 43 Min 45 Sek |
Medium: Do-CD |
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| "Entrance": | |
| Winter's Dream: | 7. Re-Entrance |
| 1. Entrance | Tobacco Road: |
| 2. Where Have You Gone | 8. Jump Right Out |
| 3. Rise To Fall | 9. Peace Pipe |
| 4. Fire And Ice | 10. A Different Game |
| 5. Hung Up | 11. Jimmy's Gospel |
| 6. Back In The Blues | |
| "Edgar Winter's White Trash": | |
| 1. Give It Everything You Got | 6. Save The Planet |
| 2. Fly Away | 7. Dying To Live |
| 3. Where Would I Be | 8. Keep Playin' That Rock 'N' Roll |
| 4. Let's Get It On | 9. You Were My Light |
| 5. I've Got News For You | 10. Good Morning Music |
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Johnny Winter war der größte weiße Bluesrockgitarrist aller Zeiten. Widerspruch zwecklos. Komm bitte niemand mit Clapton oder Stevie Ray Vaughan.
Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Edgar besaß wohl das größere musikalische Genie und er dürfte um diverse Gehirnzellen intelligenter als Johnny gewesen sein, immerhin hat er sich nie so selbstzerstörerisch mit H weggeschossen. Dafür war er jahrelang als prominentes Mitglied der Scientology Church im Auftrag des pseudoreligiösen Mammons unterwegs. Rock'n'Roll macht halt doch auf Dauer etwas doof.
Die beiden verbrachten ihre Jugend in verschiedenen Bands weitgehend zusammen, ergänzten sich natürlich musikalisch bestens und machten auch später, bis weit in die Siebziger hinein, immer wieder gemeinsame Sache.
Edgars erste beiden Platten "Entrance" und "Edgar Winter's White Trash" von 1970 bzw. '71 werden nun zum wiederholten Male wiederveröffentlicht (bereits 1976 gab es eine Doppel-LP zum Preis von DM 22 - steht jedenfalls auf meinem Exemplar drauf), auf CD allerdings erstmals als Doppelpack.
Remastert wurden die alten Aufnahmen nicht, dennoch klingen diese CDs deutlich besser als die Erstausgaben von vor etwa 15 Jahren. So weit, so gut also, man muss nicht zwangsweise immer am Originalsound herumschrauben.
Vor allem mit "Entrance" dürften sich viele Musikliebhaber in den letzten Jahrzehnten eher widerwillig beschäftigt haben - Grund für eine späte Würdigung also.
Edgar war keine 24, als er eine Jazz-Rock-Fusion Langspielplatte einspielte, die für konventionelle Rock-Konsumenten bis heute schwer verdaulich ist. Bezeichnenderweise wirkte sein Bruder als Komponist auf 8 der 11 Stücke mit, was ein Beweis für die Vielfältigkeit auch Johnnys ist.
Die Platte war in zwei Kapitel geteilt. Seite 1 hieß Winter's Dream und behandelte in 7 "Kurzfilmen" Edgars wilden Willen zur Verschmelzung von Blues, Soul, Funk, Rock und Jazz. Anspruchsvoll ist wohl untertrieben und heftig rockend oder rollend ist hier nichts. Dennoch: Was auf den ersten Blick kopfgesteuert daherkommen mag - Winter oberlehrerte sich natürlich höchst akademisch durch die Jazz-Hochschule -, scheint auf den zweiten immer wieder augenzwinkernd in einen gutgelaunten Jam zu münden.
Die ehemalige B-Seite der Platte nannte sich Tobacco Road und zeigte Edgar von der gemäßigt bauchgesteuerten Seite und ließ auch Johnny mitsamt seiner damaligen Band Tommy Shannon (Bass) und 'Uncle' John Turner (Drums) zum Zuge kommen. Johnny und Edgar spielen miteinander, wie nur Brüder (auch die im Geiste) miteinander spielen können. Und der markerschütternde Schrei am Ende ist die Anschaffung alleine wert.
Nicht zu Unrecht ist Edgar Winter auf diese Platte bis heute stolz, auch wenn, oder vielleicht gerade weil, sie nie größeren kommerziellen Erfolg hatte.
Ein Jahr später, und offenbar beraten von geschäftstüchtigen Menschen, entsagte Edgar dem Jazz und widmete sich mit komplett neuer Band eher konventionell rockenden Tönen. Die Band wurde WHITE TRASH genannt und Edgar holte sich mit Jerry LaCroix einen zweiten Sänger, der ihm selbst durchaus gewachsen war. Mit ihm hatte Edgar bereits früher zusammengespielt und die beiden Extraklassesänger waren nun für zwei Jahre das Aushängeschild der Band, auch was das Songwriting betraf. Mit dabei an der Gitarre war Floyd Radford, der Jahre später in der Band von Johnny wieder auftauchte. Auch mit ihm, genau wie mit den übrigen Bandmitgliedern, hatte Edgar in der Vergangenheit bereits Musik gemacht. WHITE TRASH war also keine Retortenband. Dazu kamen diverse Gäste, unter anderem der furiose Percussionist Ray Beretta und Rick Derringer, der mittlerweile die McCOYS (Hang On Sloopy) beerdigt hatte und als Johnny-Sideman geheuert war. Auch Johnny hatte natürlich wieder seinen Gastauftritt.
Während der Opener Give It Everything You Got funky und unheilvoll zwischen den Schreiorgien der beiden Sänger dahinbrodelte und der High-Energy Soulrocker Let's Get It On mitsamt atemberaubenden Mundharmonikasolo von Jerry ein reiner Tanzfeger war, schlich sich mit Fly Away ein erster potentieller Balladen-Hit ein. Der wunderschöne Song findet sich auch Jahrzehnte später noch oft bei Edgars Konzerten.
Floyd Radford erwies sich als Spitzengitarrist, wurde aber im Kontext etlicher Songs immer wieder entweder von der Bläsersektion - mit Edgar und LaCroix als Vorstände - oder den großartigen Vocals der beiden in den Hintergrund gedrängt. Selbst Johnny erleidet beim furiosen Blues I've Got News For You dieses Schicksal - und J.W. vergessen zu machen ist eigentlich beinahe unmöglich. Ganz ohne Gitarre kommt der Gospel Save The Planet aus und reißt dennoch bis heute wie eine Kirchenshow in Harlem mit. Der Name WHITE TRASH erweist sich als gelungene Ironie, schwärzer kann eine Band nicht klingen - die Vergleiche mit z.B. SLY & THE FAMILY STONE waren nicht unberechtigt. Nicht umsonst sagt heute u.a. Warren Haynes, dass er von Sly Stone zum Rock inspiriert wurde.
Edgar hatte Rick Derringer den Produzentenstuhl überlassen und der schaffte es sogar, sein eigenes Spiel bei Keep Playin' That Rock 'N' Roll der Band unterzuordnen. Dennoch rockt der Song überwältigend.
"Edgar Winter's White Trash" war ein mittlerer Hit und wurde ein Jahr später vom sensationellen Livealbum "Roadworks" gefolgt. Damit war leider die Zusammenarbeit mit Jerry LaCroix beendet und Edgar wandte sich, zuerst mit Derringer und Ronnie Montrose, dann nur noch mit Derringer deutlich kommerzielleren Tönen zu. Er hatte mit "They Only Come Out At Night" (hart rockend) und "Shock Treatment" (nur noch teilweise rockig, dafür phasenweise hart am Abgrund zum Kitsch) zwei Chartbreaker und mit Frankenstein einen Riesenhit, der ihn unsterblich machte. "Entrance" und "White Trash" waren nur der Anfang, der allerdings darf in keiner Sammlung fehlen.
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