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Too Much Is Always Better Than Not Enough

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Unser Disclaimer
Too Much Is Always Better Than Not Enough
Too Much Is Always Better Than Not Enough, Feedback Boogie Records/Zomba, 2002
Sulo Vocals
Anders (Bobby Fett) Lindström Guitars
Stevie Klasson Electric & Acoustic Guitars, Mandolin, Steel Guitar, Vocals
Mattias Hellberg Absent Guitar, Vocals, Harp
Henrik (Honk) Widén Piano, Organ, Bodhrán, Horn Arrangements
Stefan Björk Bass
Jesper Karlsson Drums, Percussion
Gäste:
Henry Gibson Percussion
Brady Blade Percussion
Junior Bergmark Mandolin
Monica Larsson Vocals
Magic & Ceasary Horns
Tomas Skogsberg Horn Arrangements
Produziert von: Tomas Skogsberg Länge: 37 Min 45 Sek Medium: CD
1. Charity Song7. Desperate Poetry
2. Bound To Ravage8. Every Little Crack
3. Sad To Say I'm Sorry9. Bitter Sweethearts
4. Somebody Elses Lord10. Stardom
5. This One's For My Lady11. Blues Yet To Come
6. All Strung Out12. I Shall Not Be Moved (Instrumental)

Liebe Kinder!
Es war einmal eine Zeit, ganz früher, lange vor der Erfindung von CD, MTV und RTL2, da krähte ein wilder Typ namens Rod Stewart wilde Songs, begleitet von einem schiefgesichtigen, rauchenden Gitarristen namens Ron Wood und ein paar anderen schrägen Vögeln, denen die ältere Generation höchstens Geld für den Friseur gegeben hätte. Affenmusik sagten sie dazu.
Rhythm and Blues und Rock and Roll nennt man solche Musik und die Band von Stewart, Wood, Ronnie Lane, Ian McLagan und Kenny Jones hieß FACES. Saubere Gesichter waren das. Galgenvögel haben die Altvorderen gesagt.

Später dann, immer noch weit vor der Zeit von Handy, Laptop und Internet, verdiente Herr Stewart viel Geld mit Schmusepop. Allerdings hatte er immer noch seine geile Stimme (und geile Weiber zuhauf). Herr Wood heuerte bei den ROLLING STONES an und versucht bis heute, seinem Vorbild Keith Richards immer ähnlicher zu werden. Mr. Jones trommelte sich durch die Welt, unter anderem bei den WHO. McLagan war's zufrieden und spielte und trank sich durch die Pubs und Bars. Und Ronnie wurde krank und arm und starb.

Heute sagen die älteren Damen über Rod "The Mod" (haha) Stewart, dass er immer noch knackig aussehen würde und sie freuen sich über ein geseiertes Sailing vom ehemaligen Bürgerschreck.

Und damit, liebe Kinder, ist die Geschichte vom giftigen, dreckigen, gemeinen und schwitzigen Rock & Roll vorbei. Oder?

Nicht ganz, Ihr kleinen Rotzgören!
Heute haben wir MTV und RTL2 und Handy und Internet. Aber es gibt sie immer noch, die fiesen, bösen Buben, die solche Musik machen. In England sind es die QUIREBOYS und in Schweden treiben die DIAMOND DOGS ihr Unwesen.
Das tun sie schon seit über 10 Jahren und sie lassen sich nicht aufhalten von all den Menschen, die sagen, dass solche Musik nicht angesagt ist. Sie lassen sich auch nicht stoppen von Gesundheitsaposteln, die behaupten, dass Rauchen und Trinken und Vögeln ungesund sei.
Von der Ur-Besetzung sind nur noch Pianist "Honk" Widén und Gitarrist Anders Lindström (der ansonsten bei den HELLACOPTERS als Bobby Fett die Gitarre zerrt) übrig, aber musikalisch hat sich nichts geändert.

Ich brauche alle paar Tage meine Rock & Roll Infusion. Ein Griff ins Regal und einer in den Kühlschrank reicht dafür. Sister Weißbier und Dr. Boogie erledigen den Rest and I'm ready for a good time.
Ab sofort steht eine neue CD in meiner Hausapotheke. "Too Much Is Always Better Than Not Enough" heißt das Mittelchen, hat keinerlei Verfallsdatum, wirkt binnen Sekunden und hat Gott sei Dank erhebliche Nebenwirkungen.

Ein klimperndes Boogie-Piano, fette Bläsersätze und Sulo, die Frontkrähe der DOGS, lassen von Anfang an keinen Zweifel, wo in den kommenden 38 Minuten der Aschenbecher steht und das Tanzbein schwingt.
Für die katholischen Mädchen unter unseren Leserinnen kommt gleich anschließend ein High-Speed-Boogie, der auch der letzten Nonne das Höschen zur Seite schiebt. Bound To Ravage wirkt wirklich verwüstend auf Ungläubige.

Diese alten Schweden klauen derart dreist, dass es eine wahre Freude ist. Wer nicht bis heute beim Rhythmuswechsel nach 3 Minuten von Miss Judy's Farm (für die Nonnen: Der Opener von "A Nod Is As Good As A Wink... To A Blind Horse" von 1971) feuchte Finger kriegt ist entweder Papst oder tot. Nun ratet mal, wo der Übergang in Sad To Say I'm Sorry auf der neuen FACES, äh, DIAMOND DOGS Scheibe herkommt. Dieser Sulo hat es aber auch wirklich drauf, genau so wie Rod früher die Töne zu quetschen.

Und so geht das weiter. Barroom-Boogie, Shuffle, rüder Rhythm & Blues, Sauflieder und ab und an mal eine Ballade (beim Blues-Schieber Desperate Poetry leg ich dich flach Nonne!) geben sich das Bierglas in die Hand.

Dass die Jungs auch wirklich spielen können, beweisen sie beim akustischen This One's For My Lady. Mandoline, Bodhrán und Percussion zaubern einen schönen Song.
Aber keine Zeit zum Rasten. Gleich danach geht es wieder heftig zur Sache. Es sägen die Gitarren, es kracht das Klavier und dem Sänger stehen die Federn zu Berge weil er so schreit.

Schmutzige Lieder machen Spaß. Und was die Jungs so ablassen SIND schmutzige Lieder. Wenn die Dogs "She lost her stardom" schmachten, glaubt man eher an einen anderen Verlust in der Blondine.

Und nun Ihr Rock & Roll-Schlampen, weg mit der Kutte, ab in den Minirock, die Hochhackigen raus und let's party!

Ich kenne übrigens mindestens einen in unserer Redaktion, der jetzt zitternd auf den Release der CD am 30.09.2002 wartet. Unser Epi. Der macht mit seiner Band nämlich die gleiche Musik. Denn es gibt ein Leben nach dem Bandscheibenvorfall...

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.08.2002

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