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Day At The Fair

The Rocking Chair Years

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The Rocking Chair Years
The Rocking Chair Years, Rushmore Records/Drive-Thru Records/Sanctuary Records, 2005
Chris Barker Vocals, Guitar, String Arrangements (This Is Why...), Piano (Pale In Comparison), Percussion (Monday Morning)
Rob Heimer Guitar, Vocals
Steve Weir Drums, Piano (The Lost, The Lucky)
Todo Maisono Bass
Gäste:
David Rimelis String Arrangements & Violin (The Rocking Chair Years & Monday Morning)
Jeff Demicelli Piano (The Rocking Chair Years & Monday Morning)
Lindsay & Katie Makos Viola & Cello (This Is Why...)
Robert J. Percussion (Monday Morning)
John Naclerio Backing Vocals (Who You Gunna Believe... & This Is Why...)
Chris Badami Backing Vocals (Coda)
Produziert von: Chris Badami, John Naclerio & Day At The Fair Länge: 28 Min 57 Sek Medium: CD
1. The Rocking Chair Years8. The Blame Anxiety
2. Coda9. The Lost, The Lucky
3. And My Name's Dignan, So What10. Erasing Wilkes
4. Who You Guna Believe, Me Or Your Lying Eyes11. Remembering Britt
5. This Is Why We Don't Have Nice Things12. Darkness Washed Over The Dude
6. Eastern Homes And Western Hearts13. Everything I've Ever Wanted
7. Pale In Comparison14. Monday Morning

Popmusik? Ja, Popmusik! Vier junge Burschen aus New Jersey machen Popmusik. Leicht selbstbeschränkend steht in der Bio etwas von "... Punk bis 90's Pop...", was selbstredend unvollständig ist, denn davor gab es schon die britischen Popbands der sechziger Jahre (wir reden von THE WHO, THE KINKS oder THE BEATLES und nicht von No Milk Today) und dann gab es so wundervolle Popbands wie THE KNACK oder Greg Kihn und falls mir ein Leser nun Selbstplagiat und Einfallslosigkeit vorwirft: Ja, auch bei THE ROYAL CREAM sprach ich bereits von WHOKINKSBEATLES (ist doch mal ne Abwechslung zu STATUS QUO).
Die genannten Namen gehören inzwischen natürlich zur Grundausstattung eines jeden Musikers und nimmt man dann noch die ganzen Einflüsse aus den Charts und Collegeradios der letzten 10, 15 Jahre, scheint es einleuchtend, warum DAY AT THE FAIR so klingen wie sie klingen.

Wenn man "The Rocking Chair Years" negativ sehen möchte, muss man nur Schlagworte wie "Kinderpunk", "Offspring" oder "Emo" ins Spiel bringen und schon steckt die Kapelle in einer tödlichen Schublade. Klar klingt es ab und an etwas nach naiven Versuchen, auf irgendeinen Zug aufzuspringen. Na und? Entscheidend ist bei Musik solcher Machart einzig die Eingängigkeit der Songs und diese Vorlesung hat der Vierer auf der Rock'n'Roll Highschool mindestens doppelt belegt - dies ist der Grund, warum man bei D.A.T.F. von Pop sprechen kann und keine hanebüchenen Neuerfindungen kreieren muss.
Nicht bei allen der 14 Songs ist das Experiment gelungen, bei einem Erstlingswerk darf sich auch mal der eine oder andere Lückenfüller einschleichen, aber zum größten Teil tönt die CD erfrischend und gute Laune verbreitend. Man darf sich nur nicht vom etwas befremdlichen Intro verunsichern lassen.

Jenseits von alternativen Schraddelsounds und weit entfernt von albernem Kopfsockengezappel, allerdings auch reichlich innovationsfrei, spielen (die Betonung liegt wirklich auf "spielen") die Jungs brav ihre Songs, mal fröhlich, mal melancholisch, nie weinerlich und selbstmitleidig, mit haufenweise Chorgesang und Hooks, und lassen diverse hübsche Ideen, speziell an Gitarre und Schlagzeug, in ihre Kompositionen einfließen.
Auch wenn Sänger Chris Barker auf Dauer etwas eintönig klingen mag, was in Wirklichkeit nur bei den zwei oder drei Langweilern auffällt, DAY AT THE FAIR haben den Bogen schon ziemlich raus und dürfen gerne weiter auf die Suche nach dem perfekten Popsong gehen. Coda, This Is Why We Don't Have Nice Things und einige weitere kommen schon in die Richtung und dürften tolerante Rocker, unaufgeregte Punks und kleine Mädchen gleichermaßen befriedigen.
Keine Offenbarung, aber ein bestens gelungener Anfang.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.08.2005

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