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Dave Alvin

Ashgrove

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Ashgrove
Ashgrove, Yep Roc Records, 2004
Dave Alvin Electric & Acoustic Guitars
Greg Leisz Electric, Acoustic, Slide & Steel Guitars, Harmony Vocals
Bob Glaub Electric Bass
Don Heffington Drums & Percussion
David Piltch Acoustic Bass
Chris Gaffney Harmony Vocals
Patrick Warren Keyboards
Produziert von: Greg Leisz Länge: 52 Min 16 Sek Medium: CD
1. Ashgrove6. Everett Ruess
2. Rio Grande7. Sinful Daughter
3. Black Sky8. The Man In The Bed
4. Nine Volt Heart9. Black Haired Girl
5. Out Of Control10. Somewhere in Time

Neues vom ehemaligen BLASTERS-Mitglied, der schon seit Mitte der 80er auf Solopfaden wandelt und dessen akustische Platten von der Kritik genauso gefeiert wurden wie seine elekrtischen. Mir liegt das 1998-Werk "Blackjack David" mit seiner folkbetonten Charakteristik vor. Immerhin gewann er damit einen Grammy Award für das beste traditionelle Folkalbum.

Diesmal hat er einen Zwitter vorgelegt, indem er nicht nur akustische Gitarre spielt, er hat auch genauso oft seine Stratocaster einem Verstärker überantwortet. In Craig Adams' kleinem Studio in Hollywood rief Dave Alvin nicht etwa seine Tourband "The Guilty Men" zum Dienst, er beschäftigte den Slide- und Steel Gott Greg Leisz (der auch produzierte) sowie die in der Szene gut beleumundeten Bob Glaub am Bass (spielte für Jackson Browne und John Fogerty) sowie den Drummer Don Heffington (Bob Dylan und Emmylou Harris).
Die Beteiligten haben einen gemeinsamen Nenner: Sie waren alle entweder Gäste oder spielten im Kulttempel des Folk und Blues, dem Ashgrove in L.A., der dem Album seinen Namen gab.

So verrührt Dave Alvin in seiner ihm eigenen Art Rock und Blues (bzw. R&B), im Gegensatz zu manchen "wilden" Kollegen allerdings nicht mit wüsten Gitarrenattacken, sondern in einer "gepflegteren" Weise. Songs wie Ashgrove und das sechseinhalb Minuten lange Out Of Control haben den Druck der Heartland-Rocker mit hervorragenden Einfällen bezüglich der Gitarrensoli.
Auch Black Haired Girl gehört in etwa in diese Kategorie, zwar kein Rock sondern ein elektrischer Blues in einer langsameren Spielweise, aber mit ein paar richtigen Gänsehaut-Slides unterlegt. Fast alle Leads wurden belassen wie sie live im Studio eingespielt wurden, es gibt nur wenige Overdubs.

Natürlich hat Dave Alvin seine Vorliebe zu Folkmaterial nicht aufgegeben, die man auf Everett Ruess und The Man in the Bed deutlich vernehmen kann. Auch diese Leistungen sind beeindruckend, spärlich instrumentiert mit der überlegenen Art eines erwachsenen Singer/Songwriters.

Musikalisch ist also alles in trockenen Tüchern, aber dennoch ist für mich persönlich das Album kein so ganz grosser Wurf. Irgendwie ist es zu brav, sicher nicht gerade bieder, aber es zeigt doch Längen und Schönspiel, wo es auch ruhig mal wehtun dürfte. Wer nicht unbedingt DER Dave Alvin Fan ist, wird die Platte wohl nicht so oft am Stück hören und sich die guten Songs auf einen selbstgemachten Sampler ziehen. Dort machen sie dann eine hervorragende Figur.

Die Produktion kann nur als professionell bezeichnet werden, der Klang liegt etwas auf der kompakten, basslastigen Seite, ist aber trotzdem gut durchhörbar. Die Ausstattung überzeugt mit einem schönen doppelt aufklappbaren Digipack.

Manni Hüther, (Impressum, Artikelliste), 26.06.2004

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