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Just Like Paradise

A Millennium Tribute To David Lee Roth
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Mascot Records
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All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Just Like Paradise - A Millennium Tribute To David Lee Roth
Just Like Paradise - A Millennium Tribute To David Lee Roth, Mascot Records, 2006
Länge: 47 Min 40 Sek Medium: CD
Fehlerhafte Songliste gem. Booklet:
1. Derrick LeFevre/Marko Pukkila - Just Like Paradise7. George Lynch, Tony Harnell, Jason McMaster - Shy Boy
2. Chris Heaven - Dance The Night Away8. The Slashtones feat. Tony Moore & Arno Hecht - Just A Gigolo
3. Jimmy Crespo/Richard Kendrick - Panama9. American Dog - Take Your Whiskey Home
4. Corey Craven - Tobacco Road10. Marko Pukkila/Rowan Robertson - And The Cradle Will Rock
5. Enuff Znuff - Yankee Rose11. Chris Catena/Blues Saraceno - Goin' Crazy
6. Hot For Teacher - Hot For Teacher12. Jet Black Boy - Ain't Talkin' Bout Love

Haben wir irgendwelche Schmähungen über die unerträgliche Flut von Cover-CDs vergessen, oder ist in den Besprechungen der letzten Zeit alles gesagt worden? Alleine in den letzten 2 Monaten dürfte ein gutes Dutzend solcher Machwerke bei uns eingetrudelt sein - und ehrlich gesagt: It sucks!
Vor Jahrzehnten durfte sich ein Künstler auf dem absoluten Höhepunkt (oder tot) wähnen, wenn er mittels eines Tribute-Albums geehrt wurde. Heute kriegt jeder der nicht bei drei seinen Anwalt angerufen hat ein solches Ding verbraten und in den allermeisten Fällen klingt alles gleich (schlimm). Ganze Legionen abgewichster Mucker haben sich offenbar auf dieses Genre spezialisiert und trällern alles nach, was ihnen die immer gleichen Produzenten vorsetzen. Mit ProTools und sämtlichen anderen Studiotricks wird dann eine mehr oder weniger unerträgliche Melange zusammengerührt und anschließend gehofft, dass sich für den solchermaßen gewürdigten noch irgend jemand interessiert. Offensichtlich lohnen sich diese Billigproduktionen, sonst gäbe es sie nicht so inflationär.
Der Gipfel der Frechheit ist aber erreicht, wenn ein und dieselbe Coverversion gleich für drei "Tribute To..."-Alben verwendet wird. Für wie dämlich halten uns die verantwortlichen Verweser eigentlich? Yankee Rose, Shy Boy und Tobacco Road finden sich nacheinander und in identischer Form auf "Lords Of Karma - A Tribute To Vai/Satriani", "Best Of Both Worlds: A Tribute To Van Halen" und nun auf "Just Like Paradise - A Millennium Tribute To Diamond David Lee Roth". Hallo?

Wer sich all das antun soll, kann, darf oder will, bekommt wenigstens im Fall dieses "Millennium Tributes", was für ein schamloser Name, eine im Grunde ganz anständige CD vorgesetzt. Gut, die Songreihenfolge im Booklet ist schlampig vertauscht, ein paar Nummern sind Ausschuss und einige Sänger genügen nicht mal untersten Coverband-Ansprüchen, aber ansonsten...
David Lee Roth war einmal ein ganz großer Entertainer. Bei VAN HALEN war er DER Blickfang, mit den meisten Schlampen, Alk- und Koksexzessen, den übelsten und witzigsten Glam-Klamotten und Dauer-Schlagzeilen in den Klatschblättern. Mit seinen ersten Soloplatten konnte er einige richtige Hits landen, in weiten Teilen auch musikalisch überzeugen und nebenher richtig über seine ehemaligen Kollegen von V.H. abledern. Dann wurden seine Platten und Bands immer schlechter, schließlich versuchte er es mit der miserablen CD "Diamond Dave" 2003 noch einmal und seit zwei Jahren fährt er in New York einen Krankenwagen. Es wird ihm wohl ein Anliegen sein. Ich meine, nicht weil er ein so karitativer Mensch ist, sondern will er irgendwie seine Miete bezahlen muss.
Dass er niemals ein guter Sänger war, muss nicht erwähnt werden.

Grundsätzlich ist es natürlich nicht schwer, ein Album mit Songs von Roth zusammenzustellen. In seinen großen 10 Jahren hat er schließlich genügend geilen Stoff für mehrere Tributes eingeschrieen. Insofern geht die Auswahl hier in Ordnung. Die California Girls fehlen, aber da wären wohl Tantiemen an Mike Love und Brian Wilson fällig gewesen, Ladies' Nite In Buffalo oder Sensible Shoes hätte ich persönlich gerne gehört, und sein letzter großer Hit A Lil' Ain't Enough von 1991 ist auch nicht dabei. Aber was soll's, der Zwölfer hier passt schon.
First the worst. Dance The Night Away war bei VAN HALEN ne geile Nummer. Hier besorgen es uns ein gewisser Chris Heaven aus Italien und seine "Family" direkt aus dem Übungsraum. Der Typ hat mal bei einem Tribute to George Michael mitgewirkt und genau so schwul sieht er auch aus, und mit diesem Übelknochen tanzt er keine Nacht hinfort sondern bestenfalls den Hörer ins Wachkoma. Frechheit. Aber wenigstens am Schluss der CD und nicht wie im Booklet angegeben an #2.
Dass es auch anders geht, zeigt Derrick LeFevre von LILLIAN AXE beim Opener Just Like Paradise. Der hat nicht nur Stimme, sondern auch eine astreine Band als Playback zur Verfügung gestellt bekommen.
Ebenfalls hervorragend ist Just A Gigolo von den SLASHTONES aus New York gelungen. Die sind eine ziemlich schrille Clubband und haben Leute wie Arno Hecht von den UPTOWN HORNS oder Tony Moore von RIOT dabei und lassen es klasse swingen.
Panama, mit Jimmy Crespo (der Steven Tyler-Ersatz bei AEROSMITH) an der Gitarre und Richard Kendrick (das ist so eine Studioratte mit einschlägiger Cover-Erfahrung) als Sangesknabe, lebt natürlich von Crespos Spiel. An Bass und Schlagzeug werkeln unsere Saufkumpane AMERICAN DOG, und das überraschend diszipliniert. Der komplette Hundezwinger darf dann bei Take Your Whiskey Home von der Kette. Wenig glamourös natürlich, dafür um so erdiger und authentischer und auf jeden Fall ehrlich.
Ob der x-te Aufguss von Tobacco Road überhaupt noch ehrlich sein kann? Corey Craven bringt es jedenfalls mit Anstand und veritabler Guitarhero-Attitüde hinter sich.

Immer wenn eine echte Band am Start ist, machen solche Nachspielorgien wenigstens ein bisschen Sinn. THE SLASHTONES, AMERICAN DOG und schließlich ENUFF ZNUFF beweisen es hier wieder einmal. Die letzten geben der Yankee Rose einen mächtig verruchten Anstrich und rocken prächtig.
HOT FOR TEACHER sind zwar auch eine echte Band, allerdings eine VAN HALEN/D.L.Roth-Coverband. Entsprechend perfekt und bar jeder Seele zocken sie den gleichnamigen Song runter.
Keine Band ist die Kollaboration George Lynch, Tony Harnell (TNT) und Jason McMaster (DANGEROUS TOYS). Der eine fudelt wie wild auf der Gitarre drauflos, die beiden anderen hecheln sich einen ab und klingen doch nur nach Karaoke und dazu donnert ein grausamer Drum-Computer Stumpfsinn. Gleich hinterher gibt's noch mal Gesangsdurchschnitt, ein gewisser Andy Engberg versucht sich an And The Cradle Will Rock und zerknödelt es. Die Band dazu ist okay, Rowan Robertson (ex-DIO) und Marko Pukkila, beide schon beim erwähnten Just Like Paradise tätig, kriegen Schlagzeughaue von Vinny Appice.
Blues Saraceno macht bei Goin' Crazy einen auf Vai, nervt auch genau wie der, dazu trällert der Italiener Chris Catena belanglos. Und schlussendlich ist Ain't Talkin' Bout Love eine Schuhnummer zu groß für JET BLACK BOY, die sich redlich mühen, aber leider nur Dampf wie eine ganz kleine Dampfmaschine erzeugen.

Ich sag es noch mal und zum mitlesen: Wenn man schon jemanden "tributed", dann doch bitte mit Bedacht, Sorgfalt und Hingabe. Solche halbgaren, von Rohrkrepierern durchsetzen und irgendwelchen Möchtegernstars eingespielten Stückwerke sind bestenfalls für die paar übrig gebliebenen Hardcorefans. "Just Like Paradise..." hat glücklicherweise einige herausragende Nummern, sonst wär's ganz für die Katz. Vielleicht sollten Mascot Records ein klein wenig mehr drauf achten, was sie denn da so unreflektiert aus USA lizenzieren, dann kämen auch Verwechslungen in der Songreihenfolge und die falsch geschriebenen Namen nicht in den Verkauf und aus den anfangs erwähnten drei Tributes hätte man einen richtig guten machen können.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 07.03.2006

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