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Cold Truth

Do Whatcha Do

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Do Whatcha Do
Do Whatcha Do, Eigenvertrieb, 2008
Thane Shearon Lead Vocals, Guitar
Kurt Menck Guitar
Abe White Bass
Matt Green Drums
Gäste:
Ed King Slide Guitar (If That Ain't Enough)
Nancy Roark Backing Vocals (If That Ain't Enough)
Produziert von: Michael St. Leon & Cold Truth Länge: 54 Min 27 Sek Medium: CD
1. Cold As Hell8. Together
2. Diesel9. This Time
3. If That Ain't Enough10. Finding The Way
4. Gimme Some11. Whisper To Me
5. Set Me Free12. Payin' The Dues
6. Peace With Me13. Light My Way
7. Shakedown

Leute, nehmt ein Tuch vor den Mund, hier kommt es nicht nur knochen- sondern knochenstaubtrocken daher. Und außerdem bin ich immer noch am suchen - nach der überflüssigen Note. Dieser riffbasierte Hardrock macht keine Gefangenen.

Nach dem Erstling "Cold Truth" aus 2003 (!) nun also Einschlag Numero zwei - nach sechs Jahren! Sagt Matt Green, der Drummer: "No, we don't have a record company, which is one of the reasons it took so long for the second release". Kann man das glauben? Die Nachbarn der Earl Slick Band (hartgekochte Nordstaaten Ausgabe von LYNYRD SKYNYRD, deren einzige beiden CDs es jetzt auf einem Twofer gibt!), die legitimen Erben von BAD COMPANY, die Urenkel von FREE - und keine Plattenfirma? O tempora, o mores (Latein: "Wo soll das noch hinführen?").
Wenigstens hoffen sie, mit Hilfe von TSM Promotions eine Tour mit Abstecher in Europa auf die Beine stellen zu können.

Der Sound ist wie gesagt selbst produziert, rau und roh - so roh, dass man sich stellenweise etwas mehr Sound-Fülle für die Rhythmusgitarre und besonders das Schlagzeug wünscht (das klingt manchmal, besonders in den ersten beiden Songs, als würde einer auf ein Stück Holz klopfen). Dennoch sind die 13 Songs, nach klassischem Muster gestrickt, ohne Fehl und Tadel.
Zumeist die Gitarre leitet die Songs mit einem kurzen, knurrigen Riff ein, Rhythmussektion und der Sänger extraordinaire erheben die Stimme und los geht's. Wobei vor allem bei den ersten Tracks auch nur eine Gitarre das Riff während des Songs spielt - very basic.
Cold As Hell ist - na klar, bei dem Titel - ein Love-gone-wrong Song. Hier zeigt sich CT's Rezept: Ein Riff bis zum Mittelteil, dann ändert sich das Riff fast unmerklich, und zum Ende hin noch mal, bis wir wieder beim Ursprung angelangt sind. Kurze Änderung des Riffs, die Gitarre wird über Bass und Drums ausgeblendet Schluss. Die Typen auf dem atmosphärisch sehr guten Cover hängen cool und relaxt bei einem Jam ab - und so ist die Musik. Das heißt aber eben nicht einfallslos!
Ein Shuffle - Diesel - folgt: "In the early early morning diesel fills the air - gotta get these wheels a-rollin movin' outta here - 500 horses revved up and ready to go … nothing can stop the show; I guess it's in my blood - it is the diesel that I love". Ins Mittelteil, wieder ändert sich das Riff, der Bass pumpt den Track auf die nächste Ebene und wieder auf Anfang; und das alles in einer Minute Bridge.
If That Ain't Enough wird von einem lang gezogenen Riff eingeleitet, Thane Shearon klagt "Seem like there's something wrong here, we said we would be here forever ... I can't seem to figure it out." Da, plötzlich eine Backgroundsängerin, und ehe du dich versiehst schleicht sich diese Slide ran; zwei drei Töne zuerst, und die Haare stehen zu Berge. Dann das wunderbar zarte Slide Solo, die Background-Chorette begleitet die Slide am Ende des Solos auf ihrem Abgesang - mein Gott, wer spielt da? Booklet … Ed King. ED KING? Ja, genau, DER Ed King, nearly sole survivor aus SKYNYRDs Anfangstagen veredelt diesen Track und verpasst den Jungs den Ritterschlag mit seiner Anwesenheit.
Gimme Some dann etwas fetter, zwei gegenläufige Rhythmusgitarren, ein Party-Boogie Marke "Saw here standing there in the corner with a drink in her hand ... she looked at me, I said - You are thinking to much ... you got that 'Look but don't touch' ... you can't take it with you baby,you got to love someone ... you got love to give, baby, you gotta gimme some..." --- Guitar Solo --- "I think it's you love that' driving me mad".
Set Me Free ist ein weiterer Up-tempo-Road-Song, "I was made for the highway burning that midnight oil". In der Bridge wird es langsamer, wieder eine Slide, diesmal von Kurt Menck. Das Solo wird von einer kurzen Bridge eingeleitet, die von Bob Seger ("Live Bullet", Travelin' Man) geliehen ist - ein netter zwei Sekunden Verweis auf ein Vorbild. Dann kommt Thanes starke Stunde - ein langsamer Lovesong, und hier zeigt sich die ganze Meisterschaft dieses Ausnahmesängers - einer, der mit seinem rauen Timbre als Shouter genauso gut ist wie bei den langsamen, emotionaleren Stücken. Paul Rodgers, wenn Du mit deiner neuen Backing Band QUEEN auf Power Pop machst, nimmt der hier mühelos deinen Thron ein.

Und so geht es weiter, klassischer, abwechslungsreicher, dynamischer Hard/Blues/Boogie/Riff Rock at its best, dargeboten von einem herausragenden Team, und kein einziger Ausfall. Wer die oben genannten Bands, THE ANSWER oder JADED SUN mag, sollte sich hier sehr wohl fühlen. Dafür warten wir dann mal sechs Jahre.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 24.02.2009

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