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Pearls

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Pearls
Pearls, Repertoire Records, 2011
Chris Spedding Guitars, Lead Vocals, Electric Bass
Herbie Flowers Tuba, Acoustic String Bass
Andy Newmark Drums
Malcolm Mortimore Drums on Cherry
Jim Mortimore Acoustic Slap Bass
Charlotte Glasson Baritone Sax, Tenor Sax, Bass Clarinet
Sarah Brown Backung Vocals
Produziert von: Jim Mortimore Länge: 45 Min 28 Sek Medium: CD
1. Not Love8. Temple Heath
2. Rhumba9. Drippin's
3.Luoisiana Blues10. Don't That Pretty
4. Pearls11. Abuse
5. Cherry 12. Pearls (Reprise)
6. Air Guitar Woogie13. Flat Top Floogie
7. The Train And The River

Chris Spedding, der Mann bei dem schon der Name irgendwie Schnelligkeit andeutet (ja, und Legasthenie, denn das hieße natürlich - wenn überhaupt - Speeding), und der wirklich schon ein Geheimtip war, als ich mir die erste Musikzeitung - SOUNDS! - kaufte. Und der immer einer blieb, sozusagen der JJ Cale aus England, aber noch viel geheimer. Hat mal bei NUCLEUS, einem Jazz Rock Outift, gearbeitet, die dann später IAN CARR's NUCLEUS hießen, und genauso geheim waren. Stieg dann aus der Geheimbündelei aus, der Chris, schrieb einen Hit Motorbikin', und alles weitere kann man in der Review zur CD "Click Clack" nachlesen. War wohl nicht ganz so überzeugt, der Kollege damals.

Und so ein bisschen kann ich das nachvollziehen. Spedding frönt auch auf "Pearls" dem Laid Back, aber nicht ganz so sehr, dass er sich seinen Hinterkopf verletzte. Allerdings jagt er nun auch nicht ein Solo nach dem nächsten aus der Gitarre. Er befleissigt sich, würde man wohl gutmeinend sagen, einer ökonomischen Spiel- und Gesangsweise. Leiter der Sparkasse, der gute Chris.
Das funktioniert, wenn die Komposition genug hergibt und nicht zu sehr ins Melodramatische abgleitet. Not Love - schon im Titel gegen den Strich gebürstet, bietet eine wunderbare Twang Gitarre, female Backgrounds, Ansätze von Rap, einen rumnölenden Chris, der keine Liebe, aber Hot Love will, und die Background Vocals machen klar wovon die Rede ist - und die Slide, wenn sie denn ganz knapp spricht. Hat was - JJ wäre neidisch. Rhumba ist eigentlich kein solcher, trotzdem enorm swingy, bedient sich beim Riff von Bo Diddleys Who Do You Love in der QUICKSILVER MESSENGER SERVICE Version, hat einen Bass der die Sache klar macht, und jede Menge Latin Feeling. Louisiana Blues bürstet den gegen den Strich, bietet wieder eine ökonomische Slide, und reicht nicht ganz an die Version von Rodgers heran - trotzdem gut.
So, und bei Pearls wird es dann sehr blue, sehr relaxt, und sehr - hmpfig. Mussmanich, kannmanich. Sleep tight. Cherry ist tatsächlich ein Barroom Jazz Track, komplett mit Besen an den Drums. Sehr relaxt, aber nicht hmpfig, sondern gut. Air Guitar Woogie erinnert an das Peter Gunn Theme, und ist auf Mark-Knopfler-Art gut. The Train… bietet ein Tuba-Guitar Duell. Witzig und cool. Temple Heath, Drippin's ersticken trotz guter Gitarrenarbeit an Einfallslosigkeit, Don't That Pretty kommt nicht in die Gänge, und erst Abuse mit seinem bösen Text rockt wieder gut. Der Flat Top Floogie bedient die Unplugged-Boogie-Jünger - wenn's denn sein muss.

Die Mehrzahl ist also gut, obwohl man die CD nicht wirklich unbedingt braucht. Aber sie ist nicht schlecht für einen alten Geheimtipp. Wird auch nichts daran ändern. Dürfte Chris aber egal sein, relaxt wie er ist.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 28.08.2011


 
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