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Chris Rea

Stony Road

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Stony Road
Stony Road, Edel Records, 2002
Chris Rea Vocals, Guitar
Martin Ditcham Drums, Churanga
Sylvin Marc Bass
Robert Ahwai Guitar
Ed Hession Accordion
Gerry O'Connor Banjo
Produziert von: Chris Rea Länge: 57 Min 44 Sek Medium: CD
1. Changing Times (3:05)8. When The Good Lord Talkes To Jesus (4:16)
2. Easy Rider (4:50)9. Heading For The City (6:08)
3. Stony Road (5:30)10. So Lonely (3:19)
4. Dancing The Blues Away (4:38)11. Someday My Peace Will Come (3:51)
5. Burning Feet (5:01)12. The Hustler (4:14)
6. Mississippi (4:41) 13. Give That Girl A Diamond (6:29)
7. Slow Dance (4:11) 

Roots Rock kommt immer aus Amerika.
Meister der Dessert Slide ist Ry Cooder alleine.
CHRIS REA macht ausschließlich softigen AOR am Rande des Pop

Falscher kann man wohl kaum liegen, denn "Stony Road", die neue CD des Mannes mit der tiefen, whiskygeschwängerten und doch perfekten Stimme, ist sein Meisterwerk.
Mit dieser CD widmet sich Chris seiner ersten Liebe, dem Blues - und ja - es passt. Es handelt sich aber nicht um den typischen Drei-Akkord-Blues. Gleich zu Beginn ertönt das Instrument, welches das Album von vorn bis hinten dominiert: Die Slide Gitarre.

Und er versteht damit umzugehen. Mal klingts nach tiefem Delta, dann, in Verbindung mit Akkordeon nach den Sümpfen Lousianas.

Easy Rider etwa: Man denke sich ein Baumwollfeld und auf einer Veranda davor sitzt ein Gitarrenspieler und schrammt über die Saiten. Kurz angespielte Basstöne geben der Stimmung eine besondere Note. Urplötzlich explodiert die Slidegitarre und der Mann auf der Veranda zeigt, was Slide spielen heißt.

Der Titeltrack gefällt durch gekonnte Gitarrenlines, aufgelockert durch schnelle, eingeworfene Wah Wahs. Wäre die Stimme nicht, nie und nimmer käme ich auf den Gedanken, eine Chris Rea CD im Player zu haben.

Irgendwie freundlich dann Dancing The Blues Away. Klar, bei dem Titel. Das Akkordeon gefällt im Zusammenspiel mit der Slide, die stellenweise sogar wie eine Steel Gitarre klingt.

Schon der nächste Track bringt uns wieder Richtung Delta. Ungewohnt, aber choreografisch perfekt, der abgrundtiefe Bass. Dazu ein irgendwie tanzbarer Rhythmus.
Rhythmisch auch Mississippi 2. Slide, klar was sonst. Drums und Bass zaubern ein stampfendes Fundament. Anders kann ich es nicht erklären, aber Recherchen ergeben, dass man hier von einem 12-taktigen Akkordgerüst spricht. Von mir aus nennt es so, es ist geil.

Kurz zu den Lyrics. Chris war schwer krank. Ja, es ging ums nackte Leben und er selbst sagt, dass die Songs fertig ins Leben aus einer Zeit schwerer Krankheit sprangen. So wartet auf den Hörer nicht nur eine geniale Musik, sondern auch die Texte sind es wert beachtet zu werden. Hier geht es um das pure Leben, Angst, Tod, Dankbarkeit gegenüber denen, die Beistand gaben. Richtig nachvollziehbar wohl nur von denen, die selbst schon an der Schwelle zum Tod gestanden haben.

Eher in die kuriose Ecke gehört wohl die Aussage auf www.musica.co.uk. Dort heißt es, Chris Rea sei der englische Bruce Springsteen. Hier vergleicht man m.E. Äpfel mit Birnen, da Rea nur Musik macht, wogegen der Boss auch andere Ambitionen neben der Musik zu haben scheint. Musikalisch werde ich nicht werten, weil ich weder das Gesamtwerk des einen, noch des anderen kenne. Beide haben Platten, die mir gefallen und es gibt von beiden auch welche, die ich nicht mag.

Nun aber wieder Musik. Ich bin irritiert, denn ich höre ab und an eine Blues Harp. Dann, wie eben bei Slow Dance auch ein Piano. Allerdings listet das ansonsten vorbildliche Booklet diese beiden Instrumente nicht auf. Egal, es läuft ein flotter Slideblues, begleitet von einem nicht erwähnten Piano.

Ruhig, düster, traurig dann When The Good Lord Talked To Jesus:
"See me moving without warning,
Fast as my legs can run
And I'm hanging by a thin wire,
Been that way since I was young
Only the good Lord got his reasons,
For turning on his own son."

Ruhig und mir etwas zu langweilig dann Heading For The City. Allerdings nur zu Beginn, den später wird es richtig groovig.
So Lonely besticht durch seine Lyrics. Die bestehen nämlich nur aus "Sometimes I get so lonely". Was sich jetzt seltsam anhört, besticht aber gerade wegen des spärlichen Textes. Slidegitarre und etwas Bass. Das ist neben der Songaussage auch schon alles. Und man glaubt es ihm. Es klingt authentisch.

Someday My Peace Will Come, eine gänsehautbringende Bluesnummer. Hier müßte allerdings, um die Emotion auf die Spitze zu treiben, eine 150 kg schwere Schwarze mitsingen, denn Frauen dieses Kalibers und Hautfarbe haben einfach die besten Stimmen.

Bluesig und für mich schwächster Song ist The Hustler. Trotz richtig rockendem Rhythmus (stellenweise wie STATUS QUO in Zeitlupe [das war jetzt für Dich, Fred]), fehlt dem Song irgendwie die Substanz. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Slidegitarre zur reinen Begleitung degradiert wurde.

Wer auf Harmonien steht, wird gleich zu beginn des letzten Stückes verwöhnt. Runde, zarte Gitarrenklänge, eine zarte, tiefe Stimme.
"She Shines Her Lights Where Just Before
There Was Only A Cold Wind Blowing."
Dieser Song ist AOR pur. Einer musste ja kommen.

Und da die Platte wirklich geil ist, habe ich mir den ersten Track zum Schluß aufgehoben.
So kann ich die CD noch mal hören und auch weiterschreiben.
Slidegitarre (das wißt Ihr jetzt ja schon..), flottes Tempo, und dieses rauhe Stimme bilden einen gelungen Opener. Und wenn Euch das Appetit macht, dann einfach oben weiterlesen.

Ulli Heiser, (Impressum, Artikelliste), 20.09.2002

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