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Carol Chase

Blue Highway

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Carol Chase
Blue Highway, Eigenvertrieb, 2004
Carol Chase Lead Vocals
Michael Spriggs Acoustic Guitar
Carol Chase, Michael Spriggs, George Marinelli, Mike Severs Electric guitar
Larry Paxton Bass
Owen Hale Drums
Buddy Hyatt, Barry Walsh Keyboards
Carol Chase, Rodney Ingle, Raquel Wynn Background vocals
Produziert von: Carol Chase Länge: 52 Min 58 Sek Medium: CD
1. Back To The Well (4:06)7. In Your Life (4:30)
2. I'm The Blues (5:23)8. Said A Little Prayer (4:22)
3. Gotta Serve Somebody (5:45)9. The Sun's Gonna Shine Again (4:16)
4. Let Go (4:52)10. I'm Getting' Stronger (4:34)
5. Blue Highway (4:29)11. A Woman That Perfect (4:44)
6. Tough Enough (5:37)

Welche andere Band als LYNYRD SKYNYRD verfügt schon über einen derartigen Luxus, zwei so klasse Background-Sängerinnen wie Dale Krantz Rossington und Carol Chase in seinen Reihen zu haben?
Erstgenannte hat schon zur ROSSINGTON COLLINS/ROSSINGTON BAND-Phase ihre Frontfrau-Qualitäten bewiesen, bei Carol Chase hat man diese längst vermutet. Eine kleine Kostprobe erhielt man bereits auf dem letzten LAIDLAW-Album, als sie das grandiose Never Been A Reason im Duett mit Joey Pantera zum Besten gab.

Den nachhaltigen Beweis tritt sie jetzt mit ihrer in Eigenregie entstandenen CD "Blue Highway" an.
Schon beim Blick auf das in grauen, bläulich-violetten und rötlichen Farbtönen geschmackvoll gestaltete Cover, das alle Texte und ein paar Fotos der hübschen Künstlerin beinhaltet, breitet sich ein gewisses Wohlgefühl aus, dass auch beim Durchhören des Werkes erhalten bleibt.
Von den Musikern die an dem Projekt beteiligt sind, dürften höchsten Ex-LYNYRD-SKYNYRD-Drummer Owen Hale und eventuell Gitarrist George Marinelli (Bonnie Raitt) in diesen Breitengraden ein Begriff sein.

Der Silberling beginnt mit dem tollen Back To The Well, das mich ein wenig an den Stil der VAN ZANT-Alben erinnert. Ich höre da Ähnlichkeiten zu I'm A Want You Kinda Man heraus.
Starker Einstieg! Beim anschließenden I'm The Blues spricht der Titel für sich. Den einzigen Song, an dem Carol nicht federführend beteiligt war (Gotta Serve Somebody-DYLAN-Cover), lässt sie in funkig-bluesiger Bonnie-Raitt-Manier dahingleiten.

Let Go eignet sich um mal kurz die Augen zu schließen und sich besinnlich an der schönen ruhigen Melodie, sowie dem vorzüglichen Akustikgitarrenspiel zu erfreuen. Tears In Heaven von Eric Clapton, allerdings mit einer anderen Thematik (es geht um eine gerade zu Ende gehende Beziehung), fällt mir spontan dazu ein.

Einen Hauch von Country gibt es beim Titelstück Blue Highway. Allerdings entpuppt es sich dann im weitesten Sinn als Mix aus Chris Isaak-, Bob Seger-(Against The Wind, wegen dem Piano) und Dusty Springfield-Einflüssen.
Überhaupt hatte ich eigentlich ein in Nashville produziertes Soloalbum von Carol Chase eher im New-Country-Genre erwartet, zumal sie sich größtenteils auch im Mekka dieser Musikart aufhält. Aber wenn man mit dem Zeug tagtäglich konfrontiert ist, wird einem das wahrscheinlich irgendwann aus den Ohren heraushängen.
(Dazu muss man nicht tagtäglich mit dem "Zeug" konfrontiert sein! Danke, Carol! Red.)

Deshalb wohl auch ihr Hang zum Rhythm & Blues, und so verwundert es nicht, dass Tough Enough in diese Bresche schlägt. Ziemlich rau und rockig.
In Your Life ist wieder eine, von leisen Tönen getragene, entspannende Nummer, bei der man Carols Stimme einfach wirken lässt.
Danach für mich das Highlight: Said A Little Prayer kommt daher wie damals One Good Man oder Misery Loves Company von der ROSSINGTON COLLINS BAND. Klasse kratziger Gesang und starke Gitarren lassen Southern-Rock-Feeling aufkommen.

VAN ZANT-Charakter hat dann wieder The Sun's Gonna Shine Again, auffallend wieder die starke Gitarrenarbeit.
Mainsteam-Rock der Marke Kim Carnes regiert bei I'm Gettin' Stronger: Nette Pianobegleitung, schöne Melodie, klasse E-Solo; leichte- und gut verdauliche Kost.
Der Blues-Rocker A Woman That Perfect rundet ein nettes und sympathisches Album ab, das sich in keiner Rockmusik-Sammlung verstecken braucht und auf jeden Fall noch des öfteren in meinem Player landen wird.

Vielleich fehlt der ganz große Hit, aber insgesamt ein Werk, das meine schon längst gestellte Forderung unterstreicht, Carol und Dale auch aktiv an der Front bei SKYNYRD-Konzerten einzubinden, um mal etwas Leben ins abgedroschene und leicht vorhersehbare Programm zu bringen.
Dem Bekanntheitsgrad von Carol Chase würde es sicherlich auch nicht schaden, so dass der Traum einer Solo-Karriere vergleichbar ihrer Vorbilder wie Melissa Etheridge, Bonnie Raitt oder Sheryl Crow einmal Realität werden könnte.
Besser aussehen als diese tut sie alle Male, das musikalische Potential ist ohne Zweifel vorhanden. Meinen Segen hat sie!

Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 08.04.2004

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