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Blues Polish

Nasty Angels' Paradise

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Nasty Angels' Paradise
Nasty Angels' Paradise, Eigenvertrieb, 2006
Mirek Winiarski Guitars, Vocals
Markus "Meise" Meissner Vocals
Cpt. Hart Basan Bass, Vocals
Remy Schombara Drums & Percussion
Stevie Kurz Drums (These Boots, Mirek's Boogie, At The Window & For You Claire)
Jan Sczepanski Harmonica
Produziert von: Blues Polish Länge: 60 Min 19 Sek Medium: CD
1. These Boots7. Still
2. Bad Times8. Rasta Rocka
3. One Hundred Percent9. Mirek's Boogie
4. Eternal Summer10. At The Window
5. Rock 'n' Roll11. Easy Way Out
6. Long Night12. For You Claire

Ja, eines ist schon klar: Töten wird man ihn niemals können, den guten alten Bluesrock. Das Stammpublikum wird wohl immer kleiner, mancher geht den Weg alles Irdischen und wird Spießer, andere lustwandeln längst auf dem Highway to Hell und fallen als Konsumenten aus, aber wenn man es schafft, ein paar Youngster zu einem einschlägigen Konzert zu zerren, hat man fast immer Erfolg und begeisterten Fan-Nachwuchs gefunden. Es gibt wenige Musiken, die live so viel Spaß machen wie Blues-infizierter Hard-, Southern- oder Boogie-Rock. Entsprechend gespannt ist das kleine Häuflein Fans natürlich allzeit auf neue CDs dieser Provenienz. Mit BLUES POLISH gibt es mal wieder Nachschub.

Chef der Band ist Mirek Winiarski, den vor Jahren der eine oder andere möglicherweise bei der von mir sehr geschätzten HANK DAVISON BAND als Gitarrist gesehen hat. Die zielen aufs Bikerpublikum und gleiches tut Herr W. mit seiner Band im Grunde auch. Jedoch, der Biker braucht es bekanntlich deftig, ergehen sich BLUES POLISH etwas mehr in rein bluesigen Gefilden und öffnen sich so auch den Zugang zu den originären Bluesclubs und deren Kundschaft. Und genau hier beginnt die Kritik des nicht bikenden Rockers.

Der Einstieg in die CD ist perfekt. Eine gänzliche Neubearbeitung des #1 Hits These Boots Are Made For Walkin' von Nancy Sinatra - ja ja, geschrieben hat's Lee Hazlewood, wir wissen das -, konsequent abgekürzt auf These Boots und strohtrocken hingerockt. Wenn schon nachspielen, dann bitte so. Noch erfrischender ist die Eigenkomposition Rock 'n' Roll, die fast schon juvenil-alternativ daherkommt, dann aber in einen fürchterlich knallenden FOGHAT-Schlussteil mündet. Sehr vergnüglich natürlich auch die völlig unauthentische Reggaenummer Rasta Rocka und ein Shuffle wie Long Night mitsamt Harp vs. Guitar Duell. Sieger ist Winiarski mit einem atemberaubenden Solo.
Heavyrock wie Easy Way Out kommt immer gut, die Gitarre ist wieder ziemlich spektakulär, und mein Lieblingssong der CD, Bad Times, schlägt in die gleiche Kerbe. Sänger Markus "Meise" Meissner kräht wie der junge Dan McCafferty und die Band schafft sich völlig. Das ist geil. Genau wie der hart rockende Blues One Hundred Percent.
Zwischendurch schleichen sich aber immer wieder mehr oder weniger standardisierte Blues-Balladen ein, die mich trotz aller Hingabe und Leidenschaft auf Konserve einfach nicht ansprechen und live eventuell zur Bar oder zum Klo treiben würden.

Eine klassische ¾ CD, die von der schönen Tätowierten auf dem Cover optisch aufgewertet wird.
Ach ja, beinahe hätt ich es vergessen. Falls jemand auf Wortspiele steht, das Polish im Bandnamen meint mitnichten "poliert". Mirek ist gebürtiger Pole und hat offenbar Humor.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 31.03.2006

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