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The Innocent Ones

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The Innocent Ones
The Innocent Ones, AOR Heaven, 2006
Gregg Fulkerson Vocals & Guitar
Bryan Wolski Bass
Robert Streets Drums
Produziert von: Gregg Fulkerson Länge: 50 Min 49 Sek Medium: CD
1. Drive8. All The Way Home
2. Let It Rain9. She Wants To Be A Star
3. Run For Your Life10. Gloryland
4. The Innocent Ones11. Break My Heart
5. Save Yourself12. Silent Scream
6. Fast Times13. Money To Burn
7. In Your Dreams14. Unrequited Love

"Oh mein Gott, es ist ein Jovi!"
(Entsetzter Aufschrei einer CD-Hebamme, aka Plattenfirma, beim Anblick von "The Innocent Ones").

So wenig wie zu BLUE TEARS ist mir eigentlich noch nie zu einer Band eingefallen. Was soll man auch zu einer Platte sagen, die von vorne bis hinten wie die beste BON JOVI-CD seit langer Zeit klingt? Sicher, die Ähnlichkeiten sind frappierend, in weiten Teilen könnten missliebige Zeitgenossen von Plagiat sprechen, aber haben wir nicht alle irgendwann mal zu einem Song von Spießer-Jon mit den Beinchen gewackelt oder den Mädels auf der Tanzfläche zugeschaut? Man kann streiten, wann dem New Jersey-Weichei die Rock'n'Roll-Attitüde abhanden gekommen ist (so er sie denn je besessen hat), aber zwischendurch hat er dann doch immer wieder einen Klassesong auf der Pfanne gehabt - und genau da setzen BLUE TEARS an. Die schaffen es sogar, so wie der Boss zu klingen, wie Bongiovi es immer gerne getan hätte (Gloryland, Money To Burn). Ist im Grunde auch schon wieder dreist geklaut, aber es geht rein wie Butter auf der Gitarre. Ob es einen Gitarristen gibt der Butter auf seinem Spielzeug mag?

BLUE TEARS gab es bereits 1990 (eigentlich viel früher, man begann 1983 als Coverband...), nach einer CD beim Major MCA, die mir nie untergekommen ist, war aber schon wieder Schluss, letztes Jahr gab es zwei Compilations mit unveröffentlichten alten Stücken und nun diese zweite offizielle CD. Aus der damaligen Besetzung ist nur noch der Gitarrist, Songwriter und Sänger Gregg Fulkerson dabei, Bass und Schlagzeug wurden nach all den Jahren neu besetzt, über die Menschen an den diversen Keyboards wird sich ausgeschwiegen. Es scheint also eher ein Fulkerson Soloprojekt zu sein denn eine echte Band. Aber gut.
Instrumentalhandwerklich und produktionstechnisch ist das alles einwandfrei, die Scheibe klingt erdig wie das Vorbild seit Ewigkeiten nicht, Fulkerson kann als Gitarrist wenigstens im Studio gut mit Sambora mithalten, sogar die Balladen halten sich zum größeren Teil in einem erträglichen Rahmen, ganz schlimme Schleimwuchwerungen sind nicht zu beobachten und in den insgesamt 14 Nummern verbergen sich einige richtig knackige Rocker, irgendwo im Heartland zwischen Bad Medicine und It's My Life angesiedelt.

Das klingt nicht schlecht, oder? Ist es auch nicht. Wenn nur dieser absurde Mangel an eigenen Ideen nicht wäre, wenn die CD nicht von vorne bis hinten wie die beste BON JOVI-CD seit langer Zeit klingen würde... (an dieser Stelle setzt die schreiberische Endlosschleife ein, derweil sich der Autor "Slippery When Wet" auflegt, oder ist es "The Innocent Ones" oder "Keep The Faith" oder "Born In The U.S.A."?)

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 03.04.2006

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