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Mr. Right Hand Man

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Go Down Records

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Mr. Right Hand Man
Mr. Right Hand Man, Go Down Records, 2005
Max Vocals
Ggrock Guitar
Alextvine Guitar
Rikk Bass
Heytony Drums
Produziert von: Tomas Skogsberg & Baby Ruth Länge: 69 Min 02 Sek Medium: CD
1. Go!!!7. Rock Me On
2. Song For The Damned8. Like Toys
3. Honey9. I Was Drunk
4. The Others10. Lovely God
5. Fat Ass Rockstar11. Rosieline
6. Time To Fuck12. Mr. Right Hand Man

Man soll nicht über andere lachen, aber das hier ist wirklich sehr lustig. Schreibt doch ein Kollege eines kleineren Onlinemagazins über "Mr. Right Hand Man" folgendes: "Songtitel wie Time To Fuck, I Was Drunk oder Fat Ass Rockstar lassen mich erschauern. Ich will das nicht anhören." Auch der CD-Titel macht ihn betroffen. Aber warum diese neokonservativen Verschämtheiten? Es geht doch nur ums Wichsen. Mit der rechten Hand kann man schlimmere Dinge tun, zum Beispiel Meineide schwören oder seine Frau schlagen.
Insgesamt ist den Italienern BABY RUTH (ein äußerst geschichtsträchtiger Name übrigens, geht doch mal auf die Internetseite www.babyruth.com oder denkt an Babe Ruth, den Baseballer) kein philosophisches Thema zu heiß, sei es Alkohol, Verfettung dekadenter Rockstars oder hochkomplizierte Beziehungsgeschichten. So heißt es in Honey zum Beispiel "I just wanna fuck you and I say hey!!!". Das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert. Prost.

BABY RUTH sind eine fleißige Liveband und das hört man. Im Bereich Schweine-Rotz'n'Roll gibt es nicht besonders viele Kapellen dieser Qualitätsklasse. Einen guten Anteil daran hat sicher auch Produzent Tomas Skogsberg, der hat schließlich auch schon anderen Schweden (häh?) zu Glanz in ihrer verschrammelten Hütte verholfen. Tipp an den Leser: Links gibt es eine Suchmaschine. Bemüh die doch mal und schwupps weißt du, wen Herr S. unter anderem bereits produziert hat.
Aber den Löwenanteil hat natürlich die Band. Die klaut sich nämlich höchst geschickt ab etwa AC/DC durch die Krachrockhistorie der letzten gut 30 Jahre und kombiniert den dreisten Diebstahl mit einer Menge Charme und Witz aus Italia und permanenten polyglotten Schweinigeleien. Apropos AC/DC, auf der Homepage gibt es eine schicke Version von Shot Down In Flames zum Download.

Bei solchen Platten lässt der gebildete Rezensent immer gerne einfließen, dass es sich um durchaus primitive Musik handelt, die aber trotzdem Spaß machen kann. Hört sich an, als ob man sich für eine Sozialstudie in bildungsferne Schichten begäbe. Also zum Beispiel zu einer Fickparty bei Paris Hilton oder einem Spitzengespräch mit Beckenbauer und Klinsmann (ich will das nicht hören, mir schaudert bei beiden Vorstellungen). Den Anspruchsdenkern sei gesagt, dass kaum etwas schwerer ist als lustige Witze und einfache Musik zu machen. Selbstverständlich haben BABY RUTH die SEX PISTOLS und die RAMONES studiert und die gesammelten Sauf'n'Rauf-Kombos aus Skandinavien auch, aber wer diese rüden Einflüsse mit dem popmusikalischen Entertainmentfaktor sämtlicher Enkel der FACES verbinden kann und dennoch seine Eigenständigkeit bewahrt, der ist gut. Das haben die Leute vom ziemlich wählerischen Go Down Records Label (u.a. SMALL JACKETS, ALIX, OJM) auch entdeckt und sich B.R. geschnappt.

"Do you really love Rock'n'Roll? I need a girl to turn me on!". So einfach ist das. "Mr. Right Hand Man" geht vom Bauch direkt ins Bein und verklebt nicht unnötig die Dendro-dendritischen Synapsen. Ich hab keine Idee was das sein könnte, aber es sitzt im Kopf und klingt geil.

P.S.: Die oben genannte Laufzeit von 69 Minuten ist Humbug. Zwischen dem letzten Song und ein paar seltsamen Tönen ganz am Schluss sind mindestens 20 Minuten Stille. Das ist mit Abstand das am wenigsten originelle an dieser CD.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 16.03.2006

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