|
|
| There's Somebody Yet, Eigenproduktion, 2001 |
 |
 |
| Andy Becht |
Guitar & Vocals |
| Mario Siegmayer |
Vocals & Akkordion |
| Christian Muszynski |
Keyboards |
| Markus Schlindwein |
Bass |
| Frank Christmann |
Drums |
| Produziert von: Jürgen Losigkeit & Frank Christmann |
Länge: 24 Min 10 Sek |
Medium: EP |
|
 |  |
| 1. There's Somebody Yet (3:33) | 4. Nasty Sally (4:28) |
| 2. Blues For Stephanie (3:03) | 5. Hello (4:45) |
| 3. Magic In Your Eyes (4:30) | 6. Che Sara (3:53) |
 |
Neulich wollte ich unseren Werner beeindrucken. Beim samstäglichen Soundcheck (mit Kaffee und Kuchen) legte ich die CD der ANDY BECHT BAND auf und sagte: "Hör mal, die können richtig spielen!"
Er lauscht, nickt und sagt: "Klingt wie Whitesnake."
Und, in der Tat, das Titelstück der CD könnte wirklich von Coverdale sein. Aus den Jahren 1987 - 1989 vorzugsweise.
Das kommt raus, wenn man 5 Klassemusiker zusammenspannt (wobei zusammenspannen nicht das richtige Wort ist, die 5 spielen schon lange miteinander).
6 Nummern, die sich unheimlich voneinander unterscheiden. Man hat keine Chance, die Band irgendwie in eine Stilecke zu packen.
Auffallend ist die absolut erstklassige Produktion. Klar, transparent, ausgewogen. Ich achte immer verstärkt auf den Drumsound, und der ist hier exzellent.
Und auffallend ist, neben dem Gitarrensound, Sänger Mario Siegmayer. Selten hört man eine derart wandlungsfähige Stimme. Ohne zu kreischen oder zu nöhlen geht es hier von Rock zu Funk und Soul oder gar Schnulze und im Zweifel auch noch italienisch.
Andy Becht ist jung. 26. Er ist ausgebildeter Gitarrist, war auf dem GIT (Guitar Institute of Technology) in den USA und spielt ein ganz scharfes Brett. Selbst eine Mörderballade wie Hello von Lionel Richie, veredelt er mit einem Traumsolo. Lobenswert ist, trotz aller technischer Fertigkeiten, seine Zurückhaltung. Er kleistert die Songs nicht mit Soli zu, sondern setzt sie treffsicher und punktgenau dorthin, wo der Song sie braucht (und glaubt mir, Che Sara braucht viele Soli...).
Ähnlich prägend ist der Keyboarder Chris Muszynski. Der spielt ein wunderschönes Piano, lässt die Hammond orgeln, dass es eine Art ist und hält sich trotzdem im Hintergrund. Also ebenfalls kein Kleistermeister. Auch das tut der Produktion gut. Es ist nichts überfrachtet.
4 der 6 Lieder dieser CD bewegen sich im eher gemäßigten Härtebereich. Hello sowieso, Blues for Stephanie, Magic In Your Eyes (das mir am wenigsten gefällt) und Che Sara. Genau dieses Che Sara, dass uns viele gruselige Sonntagnachmittage vor dem Fernseher, mit Doris "Duck" Day beschert hat. Trotzdem seltsam, dieses Lied hat einfach etwas. Und wenn's nur der Schmusefaktor ist. Ich mag die italienische Sprache am allerliebsten beim Bestellen im Ristorante. Rock'n'Roll-geeignet ist sie sicher nicht. Aber hier funktioniert es. Kompliment.
Die beiden rockigeren Songs sind There's Somebody Yet und Nasty Sally.
Beim Titelstück würde ich mir wünschen, dass die Band die Sau etwas mehr rauslässt. Die Ähnlichkeit zu Whitesnake ist zwar da, aber ein wenig mehr Hard Rock-Power würde ich mir wünschen.
Mein Lieblingsstück ist zweifellos Nasty Sally. Ein kraftvoller, funkiger Rocker. Tolles Keyboard, Gitarrenbrett, pumpender Bass.
Schade, dass es nicht zu einer ganzen CD gereicht hat. Dann wäre zur Qualität noch Quantität gekommen.
Eines kann ich mir aber doch nicht verkneifen. Wir alle wissen, dass Musiker eine Randgruppe sind. Oft verfolgt, belächelt, ausgegrenzt. Aber das ist doch kein Grund, dass man sich direkt dieser einen Partei anschließt, die Stimmen mit Politikern fängt, die sich aus Flugzeugen schmeißen und in Vorständen von Fußballclubs sind. Ihr wisst schon, die Partei, deren Ober-Guido so heißt, wie Angela Merkel ihre Frisur gerne hätte. Dauerwelle. Lieber Andy, die einzige wahre Partei für einen Rocker ist doch die Anarchistische Pogo Partei Deutschlands. *gg*
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste) 04.12.2001
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|