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| Fire Without Flame, AOR Heaven, 2006 |
| Joe Lynn Turner |
Vocals |
| Akira Kajiyama |
All Instruments |
| Produziert von: Akira Kajiyama & Joe Lynn Turner |
Länge: 53 Min 10 Sek |
Medium: CD |
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| 1. One Day Away | 7. Bad Feeling |
| 2. Fire Without Flame | 8. Looking For Trouble |
| 3. Survival | 9. Down And Dirty |
| 4. Heart Against Heart | 10. License To Kill |
| 5. End Of The Line | 11. Slow Burn |
| 6. Forever Changed | |
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Clever ist er ja, der Joe Lynn Turner. In der Türkei tritt er mit einem dort populären Musiker namens Cem Koksal auf, für den russischen Markt trällert er mit Menschen wie Vitalij Kuprij oder Mikhail Men zwei Plättchen ein, in Japan gibt er unter dem Fähnchen "Tribute to Rainbow" Konzerte mit dem New Japan Philharmonic Orchester und macht eine "normale" Hardrock-CD mit dem dort bekannten Akira Kajiyama, derweil er in USA und Europa solo oder wahlweise auf Platten von Michael Schenker, Glenn Hughes, Eddie Ojeda (TWISTED SISTER), Nikolo Kotzev (BRAZEN ABBOT - öffnet auch gleich noch die Türen zum Balkan) oder gar Ritter Richard auftaucht. Wohlgemerkt, nicht irgendwann in den letzten 128 Jahren, das alles (und noch ein bisschen mehr, außer Hughes) hat er in den letzten 12 Monaten gestemmt!
Kleinvieh macht auch Mist. Viel Kleinvieh auf dem Mist kann allerdings zu allergischen Reaktionen führen.
Jetzt also "Fire Without Flame", das Turner zusammen mit besagtem Akira Kajiyama in Japan bereits vor mehr als einem halben Jahr veröffentlicht hat und das nun einen Europaverlag in AOR Heaven gefunden hat. Ums vorwegzunehmen: Nicht ganz zu Unrecht.
Schreiben ist manchmal so einfach. Vor allem wenn man ungekürzt Passagen früherer Besprechungen übernehmen kann: Turner hat seine Pflicht absolut erfüllt und liefert ein klassisches 2/3 Album ab. Das dritte Drittel besteht erwartungsgemäß aus belanglos-vorgestrigen Midtempo- und Balladenschmachtfetzen, aber der Rest ist richtig guter, selbstverständlich vorgestriger Hardrock.
Das stammt vom März 2005, anlässlich "The Usual Suspects" gedichtet, und gilt im Grunde für "Fire Without Flame" ganz genau so.
Turner und Kajiyama haben schon verschiedentlich zusammengearbeitet, unter anderem auch beim HUGHES TURNER PROJECT. Aufgefallen ist Kajiyama Turner, glaubt man dem Waschzettel der Plattenfirma, wegen seines Beitrages für ein japanisches RAINBOW-Tribute Album. Als astreine Kopie geht der gute Akira bis heute durch und das nicht nur bezüglich Blackmore, er kriegt als Multiinstrumentalist auch gleich noch eine ganze Handvoll anderer relevanter Musiker aus dem Turner-Familienstammbaum deckungsgleich hin. Immerhin spielt er auf "Fire Without Flame" sämtliche Instrumente selbst. Nur bei Gruselballaden wie Heart Against Heart ist seine gerade angenommene Identität nicht ganz eindeutig zuzuordnen.
Ansonsten ziehen die beiden das gesamte Register. Von PURPLE zu RAINBOW zu MSG zu WHITESNAKE (Bad Feeling ist hart an der Grenze zum, schwachen, Coverdale-Plagiat) zu Malmsteen zum HUGHES TURNER PROJECT und so weiter und so fort. Besonders viel Eigenständigkeit oder Moderne ist nicht festzustellen, was die CD für NuMetal-Fans selbstverständlich ungenießbar macht, aber das dargebotene Material hat überwiegend durchaus Stil und Charme. Es ist ja letztlich auch völlig wurst, wer nun einen Klopfer wie Looking For Touble spielt, die Hauptsache ist doch, dass es rockt. Turner überzeugt natürlich wie immer, Kajiyama ist für sein vielfältiges Können zu bewundern, die 80er und Teile der 70er feiern fröhliche Urständ, alles ist zufrieden, alles lacht. Vor allem die Japaner.
Wie gesagt, auch Kleinvieh macht Mist.
Nicht ganz zufriedenstellend ist der Sound der CD. Auch der klingt nämlich, trotz aller eingesetzten Studiotricks, nach den Achtzigern und erreicht mitnichten heute übliche Dynamik. Letztendlich ist aber auch das zweitrangig und macht ein gutes Album nicht zu einem schlechten.
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