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| Honkin' On Bobo, Sony Music/Columbia Records, 2004 |
| Steven Tyler |
Lead & Background Vocals, Harmonica, Piano |
| Joe Perry |
Guitar, Lead & Background Vocals, Dobro, Hurdy Gurdy |
| Brad Whitford |
Guitar |
| Tom Hamilton |
Bass, Acoustic Guitar, Background Vocals |
| Joey Kramer |
Drums, Background Vocals |
| Gäste: |
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| Johnnie Johnson |
Piano |
| Paul Santo |
Piano, Wurlitzer Electric Piano, Hammond Organ, Pump Organ |
| The Memphis Horns |
Brass |
| Tracy Bonham, Chelsea Tyler, Leila El-Amine |
Background Vocals |
| Produziert von: Steven Tyler, Joe Perry, Marti Frederiksen & Jack Douglas |
Länge: 43 Min 51 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Road Runner (E. McDaniel) | 7. You Gotta Move (Rev. G. Davis/F. McDowell) |
| 2. Shame, Shame, Shame (R. Fisher/K. Hopkins) | 8. The Frind (S. Tyler/J. Perry/M. Frederiksen) |
| 3. Eyesight To The Blind (S.B. Williamson) | 9. I'm Ready (W. Dixon) |
| 4. Baby, Please Don't Go (J.L. Williams) | 10. Temperature (J.M. Cohen/W. Jacobs) |
| 5. Never Loved A Girl (R. Shannon) | 11. Stop Messin' Around (C. Adams/P.A. Green) |
| 6. Back Back Train (F. McDowell) | 12. Jesus Is On The Mainline (Traditional arranged by F. McDowell) |
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Was relativ genrefremde Künstler und Bands immer wieder dazu bringt, Blues-Alben herauszubringen, ist mir persönlich schleierhaft. Dieser um sich greifenden Unsitte haben sich auch die Typen um Kreischmaul Steven Tyler, genauer gesagt der Kommerz-Truppe AEROSMITH, natürlich auch nicht verschlossen.
Was verheißungsvoll mit dem flotten Road Runner und dem Southern-angehauchten Shame, Shame, Shame beginnt, und dann noch mal beim funkig rockigen You Gotta Move und dem powerballadesken The Grind ein wenig Freude bereitet, artet dann doch in die üblich nervige klischeehafte Langeweile aus.
Dank der für Hardrocker nicht ungewöhnlich eingebrachten härteren Darbietungsweise der alten Kamellen wurde ein totales Debakel gerade noch so verhindert. Mehr aber auch nicht.
In der Schule gäbe es bei vier von zwölf Möglichen ein klares Mangelhaft, bei mir hagelt es Note 4(-).
Eigentlich sollte man hierüber überhaupt keine Worte verlieren, aber ich hab's versprochen, also wie fang ich's an? Da nehme ich mir doch, was Originalität und Kreativität angeht, ein Beispiel an den Jungs: AEROSMITH haben eine neue CD mit Coverversionen von Rock'n'Roll- und Blues-Standards plus die üblich amazing crying Kitsch-Radio-Ballade gemacht.
Soweit, so gut, und was noch?
Hört sich gut weg, und wenn überhaupt etwas, dann fällt auf, dass der Sound besser als bei allen anderen AEROSMITH CDs ist, und dass Joey Kramer an den Drums sich ein bisschen mehr Mühe gibt, wie ein echter Schlagzeuger rüber- und aus der Ringo Starr-Liga rauszukommen. Auch die anderen Jungs wissen, wie sie ihr Instrument halten und bedienen, das eine oder andere nette Solo ist auch da. Können wir unsere Zeit denn wirklich nicht mit was interessanterem verbringen?
Was? Ja doch, die Referenz/Anspielung oder den aufgedrängten Vergleich mit einem Meilenstein haben wir auch verstanden ("Sticky Fingers" - Cover, Titel und You Gotta Move in einer Hauruck-und-Drauf Version), und sogar die WHO werden bemüht (Eyesight To The Blind, deren Sonny-Boy Cover auf "Tommy"). Und so wie Tyler sich durch die Songs kreischt - meine Güte, diese Prima Donna - und auch sonst geht das aber leider so gar nicht (Gotta Move, um ehrlich zu sein, ist noch das 'Highlight' auf der Platte).
Was eigentlich wollten die denn hiermit beweisen? Ich weiß: Sie wollten uns zeigen, wie es damals war, als Punk aus der Wut über die langweiligen Dinosaurier geschaffen wurde, besser: explodierte. Das haben sie allerdings bravourös geschafft.
Danke sehr, kann man als Partyhintergrundtanzmusik kaufen wenn's das in zwei Jahren als Billig-CD gibt, und man außerdem seine Aerosmith-Sammlung komplettieren will, und warum sollte man das überhaupt noch wollen - die frühen, grandiosen Werke der ersten und zweiten Phase hat man eh.
Note 3.
Und nun zu etwas völlig anderem: Mitch Ryder hat eine sehr gute Bluesplatte gemacht.
Tja, was soll man davon halten? Ein ganzes Album voller Coverversionen!
Wenn einem nix mehr einfällt, greift man halt auf solche Methoden zurück und zitiert ein paar Blues-Klassiker - die Hardcore Fans werden's schon kaufen. Der Herr Clapton macht das schließlich schon seit Jahrzehnten so.
Einen schalen Beigeschmack kriegt so was natürlich immer, wenn die letzten Scheiben eh schon nicht so toll gelaufen sind. Hätten AEROSMITH diese Scheibe anno 1990 rausgebracht, hätte man sagen können: Hut ab, vor soviel Mut!
Wie auch immer, das Album ist ja nicht schlecht gemacht. Steven Tyler ist immer noch einer der geilsten Schreihälse im Rockbusiness, vor allem wenn er wie hier überwiegend mit seiner "normalen" Stimme singt. Also ohne dieses übertrieben hohe Tonlage. Joe Perry ist nach wie vor der ultimative Rock-Gunslinger, der sich hier halt meistens an die Vorgaben halten muss.
Länger als AEROSMITH spielt wahrscheinlich keine andere Band in der selben Besetzung. Trotz der Unterbrechungen. Denen muss man also nix erzählen über Rock'n'Roll und wie der gespielt gehört. Entsprechend gut rockt es auch bei Songs wie Shame, Shame, Shame und vor allem beim FLEETWOOD MAC-Klassiker Stop Messin' Round. Auch Baby Please Don't Go und Road Runner turnen einen durchaus noch an. Die Songs bei denen die Band was eigenes draus macht wie I'm Ready, welches ein The Jack-Muster verpasst bekommt und You Gotta Move, das sich mehr in einem Bo Diddley-Beat bewegt können auch bestehen.
Never Loved A Girl hätten sie sich sparen können - Lieder a la Cryin' und Amazing gibt's schon genug.
Der Rest ist nicht sonderlich weltbewegend, aber wenn durch diese Scheibe wieder mal ein paar Leute auf die Originale aufmerksam gemacht werden, hat sie ja ihre Berechtigung. So war das schließlich bei den ersten Alben der BEATLES und STONES auch. Die Verweise auf ihre Vorbilder brachten einige der alten Blues- und Rockgrößen wieder ins Spiel.
AEROSMITH haben zu Beginn ihrer Karriere vier hervorragende LPs hintereinander veröffentlicht und allein dafür gebührt ihnen Respekt für alle Zeiten.
Ihren "Tribute" entrichten die Luftschmiede somit am Ende ihrer Karriere.
Kein Back In The Saddle - aber ein recht munteres Nebenher-Getrabe. Ich finde, "Honkin' On Bobo" sollte das Abschiedsgeschenk an die Fans sein.
Note 3.
Die Herren von AEROSMITH präsentieren sich auf ihrem neuesten, als Blues-Album propagierten Werk, nicht gerade als einfallsreiche Verwalter dieses doch recht variantenreich zu interpretierenden Genres. Solch alten Hasen darf man sicher mehr zutrauen als diese 0815-Versionen wahllos zusammengewürfelter Blues-/Rock-Songs. Zumal hier in der Tat mehr bemüht gerockt als gebluest wird, erweist sich diese Platte auf ihrer kompletten Länge als ziemlich enttäuschendes Stück aufgesetzter Kulturbeflissenheit.
Tylers immer knapp an der Hysterie vorbeischrammendes Organ eignet sich einfach nicht für solch ein Unternehmen. Es fehlt allen Beteiligten an der zwingend notwendigen Lässigkeit und Unaufgeregtheit, um hier zu überzeugen.
Der Großteil der zwölf Titel erschreckt mit einer nervösen Dampfhammermentalität und hinterlässt den Hörer in der Gewissheit, einer Truppe zu lauschen, die ihre Vision des Blues mit einer gehörigen Prise Koks oder sonstiger Stimulanzien verzerrt hat.
"You gotta move" singen sie... ja, richtig, aber entweder wieder in Richtung Kino-Soundtrack (dann können wir sie endlich ganz abhaken) oder aber back to their roots, sprich ein zünftiges Hard-Rock Album im Geiste ihrer 70's Platten.
Wie gesagt, bewegen müssen sie sich, sonst erstarren sie zur Salzsäule.
Note: 4-.
Lang befürchtet und dann doch noch fertig geworden. AEROSMITHs Tribute to the Blues. Na ja, Clapton ist mit seinem Robert Johnson-Gedächtnisalbum schneller gewesen. Und schlimmer.
Erschließen tut sich mir der Sinn eines solchen Albums nicht wirklich, außer es wäre den Herrschaften eine echte Herzensangelegenheit gewesen oder ihnen fällt partout gar nichts mehr eigenes ein. Aber: "Honkin' On Bobo" rockt! Und fällt dementsprechend wesentlich erfreulicher aus, als vergleichbare Projekte anderer Bands, die uns seit Jahren in penetranter Weise vorgesetzt werden. Steven "die Lippe" T. und Joe P. hauen dem alten Herrn Blues derb ein paar vor den Latz und lassen es in typischer AEROSMITH-Manier scheppern.
Die Produktion ist wesentlich ansprechender, weil nicht gar so furchtbar theatralisch verzerrt und übersteuert wie auf den letzten Alben, die Songauswahl ist relativ un-langweilig, weil auf die ganz arg totgenudelten Gassenhauer weitgehend verzichtet wurde und wir lernen, dass aus dieser Band keine Blues Band mehr wird. Einmal Hardrocker, immer Hardrocker! Die einzige Eigenkomposition The Grind beweist es. Hübsche bluesige Hardrockballade im seit Jahren gewohnten Aerosmith-Hit-Stil, aber eben mitnichten ein Blues. Und höchstmöglich ausgelutscht.
Gibt die Note 3 zwecks a.) Unwichtigkeit und b.) ziemlich gut gemachter Unwichtigkeit.
Jetzt kommt bestimmt noch eine Tour durch die großen Hallen, Stadien und Festivals und dann dürfte wohl Schicht sein für die alten Herren. Na ja, wir haben ja ihre alten Kracher alle im Schrank stehen. Bye bye Blues...
Was ist los in der Luftschmiede?
Hat ihre Kreativität nach solchen Knallern wie Cryin', Crazy oder Livin' On The Edge, um nur einige aus dem reichhaltigen Fundus der Band zu nennen, das Ende der Fahnenstange erreicht?
Pfeifen sie nun wirklich auf dem letzten Loch und müssen ebenfalls dem allgemeinen Trend der Coverversionen hinterher hecheln?
Wer um alles in der Welt braucht eine x-te Version von Shame, Shame, Shame?
Nun gut, das Teil ist auf dem Markt, beleuchten wir es etwas näher: Die Band spielt den Blues, als hätten sie nie etwas anderes gemacht, auf jeden Fall liegen ihre Wurzeln auch dort, das ist allgemein bekannt. Und Steven Tylers unverwechselbare Stimme gibt dem Album die typische Aerosmith-Note. Er hat es einfach drauf und den Blues in der Stimme.
Die Band fand eine ideale Mischung aus langsamen, eher klassischen Blues-Tracks (z.B. Back back train) und knallhart aus der Hüfte geschossenen Blues-Rockern (You gotta move), bei denen man von der ersten Minute an spürt, dass sie mit diesem Album die Freude an der Musik wiedergefunden haben.
Die Songs klingen alle, als habe man ihnen eine Frischzellenkur verpasst und gehen größtenteils ab, wie Schmidts Katze, wie You Gotta Move zum Beispiel.
The Grind ist übrigens die einzige Eigenkomposition, eine sehr schöne Blues-Ballade.
Dass, wie üblich, auch Rohrkrepierer auf dem Silberling nicht fehlen dürfen, ist man von Aerosmith ja schon gewöhnt: Jesus Is On The Main Line zum Beispiel nervt.
Alles in allem von mir die Note 3.
Schon wieder eine Cover-Scheibe. Ist denn unter den Musikern die Kompositions-Legastenie
ausgebrochen? Wer zum Teufel will denn die 75678. Version von Baby Please Don't Go noch hören?
Naja. Immerhin fängt die CD rockig an. Da hat man schon Schlechteres gehört. Zwischendurch, wie es sich für eine echte Blues-Coverplatte gehört, ein paar HowdiHowdi-Shalala Langweiler, doch auch die werden immerhin wesentlich knackiger präsentiert, als Clapton auf seinem neuen Robert Johnson Katastrophenwerk.
AEROSMITHs Coveraufnahmen sind also gar nicht mal so schlecht. Und die Scheibe rockt auch ganz gut.
Note 3.
Eine Mundharmonika auf dem Cover macht noch kein Blues Album, alte Rocker erfinden den Blues neu, kann ja nicht gutgehen. Eigentlich ist das der direkte Weg ins Rock'n'Roll Altenheim. Aber ganz so schlimm ist Aerosmiths neues Album "Honkin' on Bobo" dann doch nicht. Teilweise ganz nett anzuhörender Blues(Rock) aber keine spektakulären neuen Interpretationen der alten Klassiker. Seen that, heard that (better) before.
Durch die für mich positiven rockigen Elemente der Platte reichts grade noch für die 3-.
Mit "Honkin' On Bobo" gibt es also nach 3 Jahren des Wartens ein neues Album. Naja, "neu" ist eigentlich nur ein Song zu nennen, der Rest ist mehr oder weniger bekanntes Bluesmaterial... so könnte die Kritik jetzt weitergehen. Denn die Bostoner Luftschmiede legen nicht einfach nur ein x-beliebiges Coveralbum in die Regale, njet, sie lassen's nach vielen Jahren endlich wieder krachen. Das Album rockt, hat einen mehr als feinen Sound, der das Herz eines jeden Hardrockers (gibt's die eigentlich noch? Man sollte meinen die meisten sind zu Nörglern mutiert!) höher schlagen lässt, und wer nur etwas mit Blues anfangen kann wird hier bestens bedient. Seit "Get A Grip" schien's stets abwärts zu gehen (für AEROSMITH-Verhältnisse, Highlights gab's immer noch), und auch wenn es eben keine Eigenkompositionen sind, who cares?
Die Band klingt kompakt und nicht so künstlich aufgeblasen wie in den letzten 10 Jahren. Klar gibt es Road Runner und Baby, Please Don't Go in zig anderen Versionen, na und? Diese hier sind unzweifelhaft Aerosmith'sche, das alleine reicht! Auch ein I'm Ready muß nicht immer wie bei George Thorogood klingen. Das veränderte Arrangement verleiht dem Song ein ganz neues Leben. Steven Tyler ist hier erheblich besser aufgehoben als bei irgendwelchen Schmusesongs a la Crazy oder Cryin', und auch Mr. Perry zeigt u.a. bei Back Back Train gesanglich eine mehr als passable Leistung.
Ein sehr amerikanisch klingendes Album, doch kein glattpoliertes Chartprojekt, sondern ein viele Einflüsse wie Cajun oder Gospel verwendendes Werk. "Honkin' On Bobo" darf man nicht als ein neues Aerosmith-Album sehen, es steht doch wohl eher für ein Sideprojekt der ganzen Band. Die Gastmusiker/innen geben dem Ganzen die letzte fehlende Würze. Ich weiß nicht ob Tyler, Perry & Co. daran Spaß hatten oder ihnen schlicht die Ideen ausgegangen sind, aber meinereiner kriegt beim Hören der Tracks einen großen "Smile in his Face". Und da wir ja in nicht allzu erfreulichen Zeiten leben, rechtfertigt dieser Umstand eine dicke 2 sprich ein grooooßes GUUUUUUUUUUT!!!!!!!!!!!!!!
Die falsche Musik zur falschen Zeit von der falschen Band. Der Versuch, richtigen Blues in ein wie immer geartetes modernes Gewand zu zwängen ist grandios gescheitert.
Wer mal erleben will, wie so etwas gelungen ist, höre sich You gotta move auf dem mittlerweile 33 Jahre alten Meilenstein "Sticky Fingers" der STONES an.
Note 4 für die musikalische Leistung, Note 6 für ein (für mich) aussichtsloses Konzept.
AEROSMITH covern Blues-Klassiker. Droht mir doch gleich mit der Inquisition!
Ganz so qualvoll ist "Honkin' on Bobo" dann aber doch nicht. Zumindest bei knapp der Hälfte des Materials injizieren die Luftschmiede genügend Energie oder Atmosphäre, damit man sich den Kram anhören und mit etwas Wohlwollen als schwache AEROSMITH-Songs abhaken kann. Den Rest hüllen wir um des lieben Redaktionsfriedens Willen in den Mantel des Schweigens.
Kein Vorwurf an AEROSMITH. Der Fehler liegt im System. Was bitte soll außer Blues herauskommen, wenn eine bluesbeinflusste Band Blues covert? Von daher wären diese Songs von SIX FEET UNDER eingetrümmert garantiert spannender gewesen.
Note 5.
Ein Bluesalbum machen Rockopas anscheinend immer dann, wenn sie keine eigenen Ideen mehr haben, aber aus Vertrags- oder Finanznöten trotzdem ein neues Album abliefern müssen. So augenscheinlich auch die Herren Tyler und Perry.
Außer dem unverwüstlichen Baby Please Don't Go, welches durch die jeweiligen Coverversionen (AC/DC, Ted Nugent, BUDGIE) nur immer stärker wurde, sowie ein, zwei weiteren Songs, die zumindest nicht weh tun, gehört der Rest in den Altbluescontainer, um dann vom nächsten Kandidaten wiederverwertet zu werden.
Wenn alternde Rockstars den Blues entdecken, ist das m.E. so, als wenn alternde Fußballstars noch eine Saison bei Ölscheich & Co. spielen, der Anfang vom Ende.
R.I.P.
In diesem Sinne. Note 5.
Soso, Breitmaulfrosch Tyler und Gitarrenopa Perry pfeifen auf dem letzten Loch (so kann man den Titel des Albums wohl übersetzen). Na, wenigstens eine richtige Selbsteinschätzung. Millionarios spielen den Blues und vergreifen sich dafür an Titeln mittlerweile verarmt verstorbener Größen wie Willie Dixon, Big Joe Williams, Fred McDowell und natürlich Robert Johnson (nach dem Motto, was Clapton kann, können wir schon lange).
Es können sich die Urheber der Klassiker wie Road runner, Baby, please don't go, Back back train, I'm ready oder Stop messin' round praktischerweise nicht mehr wehren... andererseits müssen sie die Luftschmieden-Variante ihrer Songs auch nicht mehr ertragen. Wiederum kann man der mittlerweile zu Kuschelrock-Belieferern mutierten Band aus Boston das Covern gar nicht mal so sehr zum Vorwurf machen... jedenfalls wenn man sich die einzige Eigenkomposition "The grind" anhört - langweiliger und berechenbarer geht's kaum noch.
Abgesehen davon, dass Blues-Cover-Platten nun wirklich schon ohne Ende in den Regalen verstauben, bringt einem insbesondere die Herangehensweise der Toxic Twins auf die Palme. Natürlich will man den Songs den spezifischen Aerosmith-Stempel aufdrücken und das verhält sich denn so, als ob eine Stampede über ein Tulpenfeld rauscht oder eine Flasche Ketchup über einen zarten Kalbsbraten geleert wird. Sämtliche Atmosphäre, Substanz und Magie der ursprünglichen Originale wird in einer Mischung aus Ahornsirup oder Tabascosauce ertränkt. Diese Scheibe ist uninspiriert, lärmig und öde.
Schert Euch zurück zu den MTV Awards oder Eurem unsterblichen Auftritt beim Superbowl (neben musikalischen Genies wie N'SYNC und Britney Spears) oder schickt weiter musikalische Grüße an die US-Truppen im Irak, aber lasst die Finger von richtiger Musik.
Note 6.
"Honkin' On Bobo"... Nomen est Omen? Nein, die Jungs pfeifen auf keinen Fall aus dem letzten Loch.
Vielleicht bisschen "back to the roots". Auf jeden Fall frischer, als es Mr. Slowhand praktiziert. Zumindest wirkt es so - nun ja, das Instrumentarium ist auch eher für Rockigere ausgelegt. Sicher gibt es den ein oder anderen Hänger, aber das bieten selbst ganz frische Bands (Back Back Train etwa zieht sich ein bisschen). Nun ja, EC's Blues Scheiben sind eh' mehr für die "Sitzhörer". "Honkin' On Bobo" dagegen sollte man im Stehen "mitmachen", mit dem Bierhumpen in der Hand. Da kann man besser genießen, denn diese Art von Musik verlangt nach etwas Bewegung.
Wäre es eine neue, unbekannte und junge Band, dann hieße es sicherlich: Geiler Bluesrock. Diesen alteingessenen Rockern wird man sicher vorwerfen, etwas Unnötiges auf den Markt geworfen zu haben. Wieso? Vielleicht macht es ihnen einfach Spaß, vielleicht brauchen sie bisschen Kohle oder was weiß ich.
Musikgeschichte wird die CD nicht schreiben, aber erstens bleibt das eh' nur wenigen Werken vorbehalten und zweitens dran denken: Halben Liter einfüllen und einfach mitrocken. Dann ist es eine prima Scheibe die durchaus befriedigt, also Note 3.
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