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Michael Jackson

The "King of Pop" is gone

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Der unendlich qualvolle Thriller ist zu Ende, ein geschundener und geflickter Körper hat sich zur Ruhe gelegt. Der selbsternannte "King Of Pop", der von schwarz nach weiß getunte MICHAEL JACKSON ist tot.

Ich gebe unumwunden zu, er war nie wirklich mein Ding. Bei mir muss der Rock'n'Roll und der Blues aus dem Bauch kommen, aus dem Herzen bluten und nicht aus dem Gesicht grinsen.
Ich höre noch das "One, two, three, Baby, you and me" der JACKSON FIVE und habe mich gefreut über die unbekümmerte Musizierweise der "fünf kleinen Negerlein". Inzwischen weiß die ganze Welt, dass hinter diesen lockeren Auftritten und dem Kinderlachen der Ehrgeiz und die Peitsche des erfolgshungrigen Vaters standen. Ebenso wahr ist aber auch, dass alles dies nichts gebracht hätte, wenn in diesem kleinen MICHAEL nicht so wahnsinnig viel Talent und Energie gesteckt hätte. Der kleine Mann war einer, dem Gesang, Tanz und Entertainment von der Vorsehung in die Wiege gelegt war und einer, der damit Zeit seines Lebens verschwenderisch umzugehen wusste: "Nur auf der Bühne fühle ich mich zu Hause. Da lebe ich, da wurde ich geboren, da allein bin ich sicher."

Michael Jackson war im Studio ein Perfektionist und mit Hilfe seines Produzenten Quincy Jones schoss sein 1979er Album "Off The Wall" wie eine Sylvesterrakete in die Disco-Ära und danach in die Hit-Paraden. Das Folgealbum "Thriller" brachte es, dank einer übermächtig aufgeblasenen Werbekampagne, auf über 40 Millionen verkaufter Exemplare. Spätestens da durfte der Kritiker feststellen, dass Plattenverkäufe rein gar nichts mit der Qualität der Musik zu tun haben müssen, den zunächst floppte der "Thriller" in den USA.
Michael Jackson war weltweit der erste richtige von den Medien gemachte Superstar, einer, der die Möglichkeiten der globalen Vernetzung bis ins Detail nutzte, um den "King of Pop" zu basteln. Seine Texte enthielten mehr als oft verbalen Blödsinn und sein Murmeln und Stöhnen, sein Piepsen und Kreischen hatte mit Rockmusik eher nichts zu tun. Er war allerdings ein begnadeter Entertainer und einer, der sich selbst rücksichtslos zum Erfolg vermarktete.
Für mich persönlich ist und bleibt "Thriller" ein in Vinyl und auf CD gepresster Geniestreich, mit dem der Künstler einen Mythos begründete, dem er zeitlebens nicht wieder entfliehen konnte. Seine privaten Mätzchen und die aufgeblasenen Schäume eines "Heiligen" konnte ich als Produkt des Business akzeptieren, verstehen werde ich sie wohl nie. Muss ich allerdings auch nicht, denn seine Fangemeinde ist groß und man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass der eigentliche Mythos des Michael Jackson mit seinem Tod geboren wurde.

In dieser Nacht ging wieder mal einer, der auf seine ganz eigene Art ein ganz Großer war, ein Farbtupfer, der noch in hundert Jahren wie ein Stern glänzen wird. Dafür werden die Fans und auch die Musikindustrie sorgen. Es ist einer gegangen, dessen Körper sich entschieden und dessen Seele sich befreit hat.

Hartmut Helms, (Artikelliste), 26.06.2009

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