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Im Studio |
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Als vor 2 Jahren "Southern Steel" veröffentlicht wurde, hatten wir die zweifellos beste CD einer europäischen Southern Rock Band, bis dahin, in den Händen. "Southern Steel" lief gut. Die neue Plattenfirma Halycon tat viel, die Band promotete die CD und die Konzerte und Tourneen (u.a. mit DOC HOLLIDAY) erledigten den Rest. Sogar beim Sweden Rock Festival gab es im letzten Jahr nur positive Reaktionen und anschließend erfreuliche CD-Verkäufe. Zwei Jahre sind lang und es ist viel in der Szene passiert. Halycon hat leider - trotz guter Erfolge - den Labelbetrieb wieder eingestellt, es gibt etliche neue Bands, die auch Southern Rock machen, doch die Situation in der Branche hat sich generell nicht verbessert.
Das Studio: LIZARD sind nicht DEF LEPPARD. Die kompletten 13 Basictracks (also Schlagzeug, Bass, Gitarren und Keyboard) hat die Band in nur 4 Tagen live eingespielt. Bei unserem Besuch wurden gerade die beiden letzten Nummern erledigt. Hier liegt der Fall ganz anders. An diesen Bändern werden sich keine Heerscharen von Tontechnikern dumm und dämlich verdienen, denn es gibt daran nicht mehr viel zu tun. Legionen von Bands würden solche Aufnahmen - nach einem hingeschluderten Mix - als amtliches Produkt verkaufen.
Jetzt hilft natürlich die größte Perfektion nichts, wenn man keine Songs zur Verfügung hat, die auf dem Endprodukt richtig funktionieren. Um das kommende Album von LIZARD braucht man sich diesbezüglich keine Sorgen zu machen. Ein Problem wird sich der neuen Plattenfirma stellen. Denn als reine Southern Rock Band kann man LIZARD künftig nicht mehr vermarkten. Natürlich sind alle Insignien klassischen Südstaatenrocks nach wie vor im Überfluss vertreten. Tonnenweise Double Leads, Orgel, die eine oder andere Allman-Reminiszenz, aber letztendlich reden wir "nur noch" über Rock. Powerrock, Bluesrock, Southernrock, Classicrock, wie man es auch immer bezeichnen will. Weitere Auffälligkeit: Die Band rockt "härter" denn je. Die Midtempo-Stücke sind unheimlich packend und intensiv, Bass und Drums powern mächtig nach vorne, die Rocker rocken brachial und die beiden akustischen Nummern sind magisch. Alle gehörten Songs sind aufwändigst durcharrangiert, mit haarsträubend vielen Finessen versetzt. Kurz: In den einzelnen Songs passiert mehr als auf manchen kompletten Platten.
Keine Plattenproduktion ohne Skandal: Ein ganz besonderes Schmankerl wird sich auf der CD wiederfinden. Bring Me Some Water, mein Lieblingslied vom 93er Kult-Album "Line Up" der BORDERLINE Besetzung mit Micky Moody, Bernie Marsden und DOC HOLLIDAY um Bruce Brookshire. Die CD krankte damals nur am etwas dünnen Sound. LIZARD haben die Nummer nun noch mal aufgegriffen und der künftige Käufer darf sich auf das ultimative Brett freuen. Gewaltig. Leider wird die Veröffentlichung des Albums noch etwas auf sich warten lassen. Ende März kommen die Vocals und der eine oder andere Beitrag eines sehr bekannten Gastmusikers (Initialen BB), dann wird gemischt, zwischendurch noch live gespielt und hoffentlich im Juni/Juli ist das Ding fertig. Dank an Georg und die Jungs und an Othi.
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 03.03.2003
Bilder: Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.03.2003 |
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