|
Heute vor einer Woche, am 14. Februar 2009, genau um diese Zeit, 20:45 Uhr, standen wir gemeinsam bei einem Konzert, hatten ein Bier in der Hand und grinsten über ein Publikum, das sich ganz sicher niemals zu LIZARD verirren würde. Stunden später analysierten wir bei einem Schnitzel und Pommes ein paar neue Southern Rock CDs, den Zustand der Musikszene und den des 1. FC Nürnberg und anderer Fußballvereine. Wir sprachen über Biathlon, Doping, das Älterwerden und das nächste Weißbier. Einen Kaffee und Ouzo später ging es um Politik, den Papst, die Finanzkrise und die neuen Songs von LIZARD. Es war einer der Abende, an denen man sich wohl fühlt, mit Leichtigkeit dies und das bespricht, weiß, dass man unterm Strich sowieso der selben Meinung ist, auch wenn der Lieblingsverein ein anderer ist.
Bei der Verabschiedung anderntags waren die wichtigen Termine für das restliche Jahr notiert, das nächste Treffen vereinbart, die Weichen für die Zukunft in der Rock-Diaspora gestellt.
Es war unser letztes Treffen, wie wir seit heute wissen. Georg Bayer, der Sänger und Songwriter der Band LIZARD ist am 20. Februar 2009 verstorben.
Es war einer jener unnötigen und nicht vorhersehbaren Herzinfarkte, der "Schorsch" seiner Familie entriss. Man kann wohl nichts gegen solche Ungerechtigkeiten des Lebens und des Todes tun, man kann nur leise und demütig die Realität annehmen und versuchen zu begreifen, dass einer gegangen ist, den man mehr als nur mochte.
Es ist nicht Aufgabe, an dieser Stelle die Leistung Georg Bayers zu verklären, er war ein vollkommen normaler Mensch, aber er war eben auch das Hirn, das Mastermind der europäischen Southern Rock Szene, so desolat sie über die vielen Jahre auch war, ist, jetzt wohl für immer sein wird. Was er sagte hatte Gewicht und Berechtigung, er wusste was er tat, ganz im Gegensatz zu den vielen Wichtigmachern und Eintagsfliegen im Musikbusiness.
Seine von unfassbar bis brüllend komisch reichenden Anekdoten werden fehlen, sein Charisma auf der Bühne wird fehlen, am meisten wird der Mensch und Freund Georg Bayer fehlen.
Für einen Moment bleiben Angelika, Katharina und Felix Bayer alleine zurück, aber sie müssen sich nicht sorgen, denn der Georg passt auf, dass alles gut wird. Nur den einen Vorwurf muss er sich gefallen lassen: Es war zu früh!
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|