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Creedence Clearwater Revival

Besser als die Beatles?

(Teil 7: Das Ende mit "Mardi Gras", Soloaktivitäten)
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Trackliste "Mardi Gras":
- Lookin' For A Reason (3:25)
- Take It Like A Friend (3:01)
- Need Someone To Hold (2:59)
- Tearin' Up The Country (2:13)
- Someday Never Comes (3:59)
- What Are You Gonna Do (2:51)
- Sail Away (2:25)
- Hello Mary Lou (2:11)
- Door To Door (2:07)
- Sweet Hitch-Hiker (2:59)

Discografie (Originalalben und ausgewählte Compilations):
Live In Europe
"Live In Europe", Dezember 1973
Woodstock - Three Days Of Peace And Music
"Woodstock - Three Days Of Peace And Music", 1994
The Golliwogs
"The Golliwogs", 1975 (Pre-CCR)
Creedence Gold
"Creedence Gold", 1972 (Compilation)
More Creedence Gold
"More Creedence Gold", 1973 (Compilation)
Tom Fogerty
Tom Fogerty: "Tom Fogerty", Mai 1972
Excalibur
Tom Fogerty: "Excalibur", Oktober 1972
Zephyr National
Tom Fogerty: "Zephyr National", 1974
The Blue Ridge Rangers
John Fogerty: "The Blue Ridge Rangers", April 1973
John Fogerty
John Fogerty: "John Fogerty", Oktober 1975
Centerfield
John Fogerty: "Centerfield", Januar 1985
Eye Of The Zombie
John Fogerty: "Eye Of The Zombie", September 1986
Blue Moon Swamp
John Fogerty: "Blue Moon Swamp", Mai 1997
Premonition
John Fogerty: "Premonition", Mai 1998
Deja Vu All Over Again
John Fogerty: "Deja Vu All Over Again", September 2004

Hey Tonight Was hatte das Jahr 1971 gebracht? Im Januar wurden Have You Ever Seen The Rain? / Hey Tonight vom "Pendulum"-Album ausgekoppelt und sorgten für weitere hohe Chartnotierungen. Mit nur noch drei Mitgliedern in der Band nahmen CCR einige Monate nach Tom Fogertys Ausstieg mehrere Songs auf, darunter die Single Sweet Hitch-Hiker, die im Sommer '71 zum letzten weltweiten Top Ten-Hit der Gruppe wurde. Anschließend begab man sich auf Tourneen durch die USA und Europa. Von einer neuen Studio-LP keine Spur.

Zu Jahresbeginn 1972 trafen sich die verbliebenen drei Musiker in der "Factory" um ein weiteres Album einzuspielen. Abhängig davon wessen Version man zu den nun folgenden Aufnahmen Glauben schenken mochte, hieß es entweder "John gab grollend den Forderungen Stus und Dougs nach größerem musikalischen Einfluss nach und ließ jeden der beiden jeweils drei Songs schreiben und singen" oder "John stellte ihnen ein Ultimatum. Entweder würde er die Gruppe ebenfalls verlassen oder seine Bandkollegen hätten für zwei Drittel des Songmaterials zu sorgen."
Wie immer es sich auch zugetragen hatte, Cook und Clifford konnten bzw. mussten nun beweisen, dass sie so wie John Lieder schreiben, singen, arrangieren und produzieren konnten. Ohne Tom, der mittlerweile eine Zusammenarbeit mit Jerry Garcia (GRATEFUL DEAD) begonnen hatte und versuchte eine Solo-Karriere zu starten, wurde es gewiss für beide nicht einfacher. Jetzt standen sie in der Pflicht... und versagten.

Someday Never Comes

Bevor die Resultate ihren Fans präsentiert wurden, absolvierten CCR im Februar '72 eine Tour durch Australien und Japan. Einen Monat später erschien die letzte Single der Band, Someday Never Comes / Tearin' Up The Country, und führte bereits deutlich zur ersten Enttäuschung.
Die A-Seite Someday... (Komponist John Fogerty) wäre als Bestandteil einer LP gewiss beachtenswert gewesen, als Single taugte der Track mit seinem quälenden Gesang und einer Melodie weitab der vorherigen Top 40-Hits weniger. Der Song erreichte als höchste Notierung nur noch die Position 25, während die B-Seite Tearin'..., von Drummer Doug Clifford geschrieben und gesungen, mit ihrem leicht angerockten Country-Stil die Fans bereits Böses ahnen lassen konnte.
Der Songtitel Someday Never Comes sollte sich ins Gegenteil verkehren: Someday had come. Das Ende nahte in Riesenschritten!

Mardi Gras

"Mardi Gras" kam im April 1972 in die Läden. Über Kritiker ließ sich stets trefflich streiten, doch selbst den treuesten Fans musste die Scheibe als Katastrophe erscheinen. Die letzte Single aus dem Vorjahr, deren Tracks Sweet Hitch-Hiker / Door To Door wie bei CREEDENCE gewohnt auf der folgenden Langspielplatte auftauchten, war eigentlich noch mit das Beste was "Mardi Gras" zu bieten hatte.
Fogertys Kompositionen Lookin' For A Reason, Someday Never Comes, das von ihm eingebrachte Cover Hello Mary Lou und der vorveröffentlichte Single-Track Sweet Hitch-Hiker klangen weitaus mehr nach den "klassischen" CCR als die Songs Stu Cooks und Doug Cliffords. Lookin' For A Reason spiegelte seine zunehmende Vorliebe für Country-Musik wider. Das später als letzte Single herausgebrachte Someday Never Comes war neben Sweet... vielleicht der einzige Moment des Albums, der die wahre Größe der Gruppe hervorhob. Man konnte regelrecht den Schmerz in Fogertys Stimme hören wenn er über das Leben als eine Kette leerer Versprechungen meditierte.
Sweet Hitch-Hiker, sicherlich eines der härtesten CREEDENCE-Stücke, war bereits seit neun Monaten bekannt und tauchte trotzdem wie bei ihren Alben üblich noch einmal auf dem Longplayer auf. Dass der Song trotzdem noch mit das Beste auf "Mardi Gras" darstellte, sagte eigentlich schon alles über ihre letzte LP aus.
Mit dem Ricky Nelson-Hit Hello Mary Lou huldigte John ein letztes Mal auf einer CCR-Scheibe einem von ihm geschätzten Musiker mit einer Cover-Version, die auch schon auf dem Mega-Seller "Cosmo's Factory" hätte vertreten sein können. Das Rockabilly-Lied schätzte Fogerty bereits seit seinen frühen Jugendjahren und John besuchte sogar noch in den Achtzigern Konzerte des 1985 tödlich verunglückten Sängers. Seine Wertschätzung demonstrierte wohl auch die Tatsache, dass seine Interpretation sich sehr nah am Original orientierte. Der Gitarrist Nelsons, James Burton, prägte mit seinem unverwechselbaren Stil die Ricky Nelson-Hits und ließ Fogerty sogar Vergleiche mit den legendären Aufnahmen von "Sun Records" ziehen. Suzie Q, der erste Hit CREEDENCEs und im Original von einem gewissen Dale Hawkins (1957) stammend, ließ John bereits als Teenager das dazugehörige Solo permanent üben und sollte ihn nie mehr loslassen. Der Name des Studiomusikers welcher dieses für John bahnbrechende Solo gespielt hatte: James Burton.

Die Kompositionen Cooks und Cliffords erreichten in keinem Moment das Niveau derer Fogertys. Vor allem, sie klangen zu keiner Sekunde nach CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL. Sicher, Johns Stimme hatte die Songs bis dato geprägt, doch dieser Umstand alleine genügte nicht um die Lieder seiner Kollegen zu disqualifizieren. Stus Door To Door hatte zu Erscheinen von "Mardi Gras" bereits satte neun Monate auf dem Buckel und lebte neben einem noch halbwegs erträglichen Gesang des Bassisten vor allem von Johns rockig gespielter Gitarre. Das restliche Songmaterial musste als misslungene Versuche zweier im Schatten eines Genies stehender Neider angesehen werden die nicht zu merken schienen, dass sie zumindest als John Fogertys zweifellos hervorragende Rhythmusgruppe weiterhin unter dem Banner CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL noch einige Jahre erfolgreiche Platten hätten veröffentlichen können. So ging das aus ihren Federn stammende Gemisch aus Country-"Gesülze" (Need Someone To Hold), Schunkellied (Sail Away) oder unerträglichen Gesangsversuchen Doug Cliffords (What Are You Gonna Do) in keinem Moment über Anfänger-Niveau hinaus. Die Bezeichnung "Amateure" wäre zumindest phasenweise eine Beleidigung solcher gewesen. War es da ein Wunder, dass im Musical Express ein vernichtender Verriss von "Mardi Gras" mit der Feststellung abschloss, die LP wäre das schlechteste Album einer etablierten Rock-Band gewesen welches der rezensierende Kritiker jemals gehört habe?

Als das Ausmaß des Desasters absehbar wurde, fühlten sich Cook und Clifford missverstanden. Plötzlich war die Rede davon, dass die beiden mit der von ihnen angestrebten Demokratie vor allem die Entlastung Fogertys von den weitreichenden Aufgaben des Managers gemeint hätten. John sollte wie durch eine Frischzellenkur neue Kräfte tanken können und mehr Raum zu seiner künstlerischen Entfaltung bekommen. Zum Ende hin spielte es keine Rolle mehr, wer an was schuld gewesen sein würde oder wessen Version stimmte. John wirkte lustlos und schien mehr an einer Solo-Karriere interessiert, während Stu und Doug nach Ausreden suchten, um von der Mittelmäßigkeit ihrer Beiträge abzulenken. Die Ende Mai 1972 beendete "Mardi Gras-Spring-Tour" wurde allgemein als schlecht bis katastrophal kritisiert.

Blue Ridge Mountain Blues

Statt einer, vielleicht noch einmal die Wende einläutenden, neuen CREEDENCE-Single erschien unter dem Namen THE BLUE RIDGE RANGERS (Featuring John C. Fogerty) die erste Solo-Single des Bandleaders: Blue Ridge Mountain Blues.
Von CCR selber gab es keine Lebenszeichen mehr. Im Oktober 1972 verkündete ihr Roadmanager in der "Factory" vor einer Handvoll Journalisten das Ende der Band. Die drei verbliebenen Mitglieder würden von nun an getrennte Wege gehen. Überraschend kam das keineswegs, und ihr Labelchef versuchte noch das Beste aus der Situation zu machen indem er verkündete, positiv in die Zukunft zu sehen, da sie nun wohl alle glücklicher seien und wieder bessere Platten aufnehmen würden.
Die Realität präsentierte dem Plattenkäufer die Doppel-LP "Live In Europe", zusätzlich in Deutschland "Live In Germany", sowie die Hitkopplungen "Creedence Gold" und "More Creedence Gold".

1994 wurde das CD-Box-Set "Woodstock - Three Days Of Peace And Music" auf den Plattenmarkt gebracht. CREEDENCE tauchten also doch noch im Rahmen einer Woodstock-Veröffentlichung auf. Commotion, Green River, Ninety-Nine And A Half und I Put A Spell On You hatten dem Vinyl getrotzt, dem Silberling fielen sie zum Opfer.
John Fogerty betrachtete, wie sich bald herausstellte, mit "Pendulum" das Kapitel CCR als abgeschlossen. "Mardi Gras", die nach dem Ende der Band veröffentlichten Live-Alben und Sampler, als auch den 1975 eigenmächtig von Saul Zaentz zusammengestellten Longplayer "Golliwogs - Pre Creedence" zählte er nicht mehr zu den Resultaten seiner gemeinsamen Zeit mit seinem Bruder Tom, Stu Cook und Doug Clifford unter dem Namen CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL.

Eine der größten Rockbands aller Zeiten hatte sich sang- und klanglos aufgelöst. Klammerte man "Mardi Gras" aus, blieben immer noch sechs herausragende Alben und fünfzehn (*) in den Top 10 notierte Songtitel übrig, die ihre Karriere so herausragend und ungewöhnlich werden ließen.
Die Frage "Besser als die BEATLES?" erübrigte sich eigentlich, denn CREEDENCE waren kaum mehr als ein Projekt John Fogertys unter Begleitung seiner ehemaligen GOLLIWOGS-Kumpels. Ohne Tom, Stu und Doug jedoch wäre es wahrscheinlich nie so weit gekommen, wie der Live-Mitschnitt "Premonition" (1998) beweist. "Schneller als die BEATLES?" mag da eher passen. Lässt man die Single Sweet Hitch-Hiker (Juli 1971) außen vor, so wurde das übrige "Klassiker-Status" innehabende Songmaterial über einen Zeitraum von nur knapp dreißig Monaten (Juni 1968 bis Dezember 1970) veröffentlicht.

Zu einer Wiedervereinigung sollte es nie mehr kommen, auch wenn es bereits 1974 so aussah. Zur Produktion von Tom Fogertys drittem Soloalbum "Zephyr National" trafen sich alle Mitglieder von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL im Studio und begleiteten ihn als Session-Musiker. Auffallend auch, dass Tom sich in einigen Stücken der Thematik des amerikanischen Südens näherte und damit dem was CCR so berühmt hatte werden lassen.
Einige Jahre später, zu Toms zweiter Hochzeit, ließ man die Band noch einmal für einen Tag aufleben. Der Familie einen Gefallen nicht abschlagend wollend, hatte John eingewilligt, denn die Spaltung zwischen ihm und dem ehemaligen Rest der Gruppe war aufgrund geschäftlicher Differenzen - sprich Saul Zaentz mit den ihn unterstützenden Tom, Stu und Doug gegen John - war bereits weit fortgeschritten.
Ein letztes Mal spielte man, da allerdings ohne Tom, auf einer Feier in ihrer ehemaligen Highschool anlässlich des zwanzigsten Jahrestages ihres Abschlusses. Für anderthalb Stunden spielten John und seine ehemaligen Klassenkameraden Stu und Doug ein Programm aus alten Rock'n'Roll-Klassikern und CREEDENCE-Hits.
Als man CCR im Jahre 1993 in die "Rock & Roll Hall Of Fame" aufnahm, hatte man sich mittlerweile dermaßen zerstritten, dass John u.a. mit Bruce Springsteen und Robbie Robertson (THE BAND) auftrat, um Hits wie Green River, Who'll Stop The Rain oder Born On The Bayou live zu spielen. Die Gründe für diesen zunehmenden Streit sahen die beteiligten Seiten selbstverständlich aus sehr konträren Blickwinkeln.

Tom Fogerty starb 1990. Als offizielle Todesursache wurden die Folgen einer Tuberkulose genannt. Im Laufe seiner Karriere als Solokünstler blieben großartige Erfolge aus. Weder als Sänger noch mit seiner Band RUBY oder als Produzent kam er jemals in die Nähe des Erfolgs von CREEDENCE oder seines Bruders John. Seine Hoffnung auf eine Wiedervereinigung CCRs wurden durch die Streitereien und Prozesse zwischen seinem Bruder John und Saul Zaentz (auf dessen Seite sich Tom, Stu und Doug aus wirtschaftlichen Interessen geschlagen hatten) zunichte gemacht.

Stu Cook und Doug Clifford arbeiteten häufig gemeinsam zusammen. SOUTHERN PACIFIC, THE SIR DOUGLAS QUINTET oder THE DON HARRISON BAND, sie alle brachten keine nennenswerten oder an frühere Tage erinnernden Erfolge. Seit Mitte der neunziger Jahre touren sie unter dem Namen CREEDENCE CLEARWATER REVISITED mit drei weiteren Musikern auch durch die deutschen Lande und verdienen sich die Rente durch das Nachspielen der alten CCR-Klassiker. Spätestens hier zeigt sich ihr Unvermögen, Songs zu schreiben die denen John Fogertys ebenbürtig sind. Während ein RINGO STARR & HIS ALL-STAR BAND keineswegs nur im Fundus von Lennon/McCartney plündern oder BILL WYMAN'S RHYTHM KINGS auch ohne Jagger/Richards begeistern können, verkommt die ehemalige CCR-Rhythm-Section mit ihren Begleitern zu einer Oldie-Kapelle, mag die Stimmung im - den "guten alten Zeiten" nachweinenden - Publikum zuweilen auch noch so freude(trunken?) sein.

Jambalaya

John Fogerty erzielte mit seinem ersten Album "The Blue Ridge Rangers" längst nicht den vielleicht erwarteten Erfolg. Zwar kletterte die an CREEDENCE erinnernde Single Jambalaya noch bis auf Platz 16 der "Billboard"-Charts und übertraf damit die letzte 45er seiner ex-Band, aber für den erfolgsverwöhnten Siebenundzwanzigjährigen konnte das nicht zufriedenstellend sein.

Rockin' All Over The World

Der zweite Longplayer "John Fogerty" enthielt mit Rockin' All Over The World einen Song den STATUS QUO einige Jahre später zu ihrer Hymne machten, während Fogerty zunehmend in der Käufergunst absackte.
Almost Saturday Night bescherte Dave Edmunds im Jahre 1981 einen Achtungserfolg, in den Siebzigern half er John wenig.

The Old Man Down The Road

Es folgte eine lange Pause mit vielen Selbstzweifeln, Prozessen und jahrelanger alleiniger Studioarbeit, ehe 1984 mit "Centerfield" ein besonders in den USA sich sehr gut verkaufendes Album erschien. Der darauf enthaltene Hit The Old Man Down The Road sollte Fogerty in einen jahrelangen Prozess mit Saul Zaentz verwickeln, der ihm vorwarf, bei Johns eigenem Stück (sprich bei sich selbst!) Run Through The Jungle abgeschrieben zu haben.

Während "Eye Of The Zombie" 1986 total floppte, tauchte John Fogerty 1997 erneut erfolgreich auf. "Blue Moon Swamp" erinnerte endlich wieder an CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL. Nicht nur ein oder zwei Songs, nein, ein ganzes Album lang konnte man sich an Tracks im CCR-Stil erfreuen. Zwar moderner klingend, aber der alte Spirit war plötzlich wieder da.
Ein "Muss" für jeden Fan und als im Jahr darauf der Live-Mitschnitt "Premonition" mit einer gelungenen Mischung aus CREEDENCE-Songs und Titeln aus seiner Zeit als Solist herauskam, schienen längst vergangene Tage wieder aufzuleben.
Das um einige Songs längere Live-Video gilt als empfehlenswert und präsentiert einen blendend aufgelegten Fogerty mit gut eingespielten Begleitmusikern.

Nach einer Pause von fast sieben Jahren veröffentlichte John mit "Deja Vu All Over Again" ein sicherlich ambitioniertes, aber keinesfalls an "Blue Moon Swamp" anknüpfendes Album.

EPILOG

Die Lücke welche CCR hinterließen, konnte nie mehr geschlossen werden. Zwar erinnerten immer wieder Songs diverser Acts an die große amerikanische Rock('n'Roll)-Band, der unnachahmliche Sound wurde jedoch selbst von John Fogerty später auf "Blue Moon Swamp" nicht mehr hundertprozentig erreicht. Bereits 1971 landeten die HOLLIES mit Long Cool Woman einen Riesenhit, den John scherzhaft als "besten CREEDENCE-Song aller Zeiten" bezeichnete. Zu jener Zeit schien der Plattenkäufermarkt noch regelrecht nach CCR zu lechzen, zwanzig Jahre später tat sich eine Band wie die BRANDOS mit ihren an die Kalifornier erinnernden Tracks bereits erheblich schwerer.
Im Vergleich zu den BEATLES oder den ROLLING STONES sind CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL doch ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei waren sie es, die den Rock & Roll wieder in die Charts brachten. In den Tagen als die KINKS immer schrulliger wurden, die WHO Rockopern schrieben und sich so mancher Act in endlosen Soli verlor, sorgten John, Tom, Stu und Doug für unvergessene Drei-Minuten-Hits, die eine Haltbarkeitsdauer bis in alle Ewigkeit haben.

Je öfter ich die Alben beim Entstehen dieser Story gehört habe, je mehr kamen die Erinnerungen an längst vergangene Tage zurück. Jeder mag für sich etwas mit den Songs der Gruppe verbinden, und es werden nicht immer die Geschichten von Mark Twain sein. Ich erinnere mich an einen regnerischen Sommertag in einer kleinen Bergbaustadt am Rande des Ruhrgebiets. Es ist Kirmes, der Großvater begleitet mich, und aus einem von Motorrädern umstellten Raupen-Karussell tönt Musik herüber die ich nie zuvor gehört hatte und danach nie mehr vergessen sollte. Hey Tonight...

Quellen:
Booklet des 6-CD-Set "Creedence Clearwater Revival" (2001)
"John Fogerty und das Drama Creedence Clearwater Revival" (Autoren: Mark und Rüdiger Bloemeke, 2004). Ohne dieses empfehlenswerte Buch, das im Home of Rock noch einmal separat vorgestellt wird, wäre die CCR-Story für mich unmöglich gewesen.
Booklet der LP "Chronicle - The 20 Greatest Hits" (1976)

Zeichen:
(*) = Stand USA 1976

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Jürgen Ruland, (Artikelliste), 20.08.2005

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